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Verteidiger Andreas Ibertsberger absolvierte 14 Länderspiele für Österreich © getty

CAS-Richter Martens greift im "Fall Hoffenheim" nicht nur Michael Meier an und sagt, was er für "ungeheuerlich" hält.

München - Dirk-Reiner Martens, Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS), hat die Aussagen verschiedener Fußball-Funktionäre in der "Doping-Affäre" beim Herbstmeister 1899 Hoffenheim kritisiert.

"Sie sollten besser informiert sein und das differenzierter sehen", sagte Martens der Tageszeitung "Die Welt": "Das Prinzip der Dopingkontrollen als solches kann man nicht infrage stellen. Das wäre ungeheuerlich."

Martens leitete in einem ähnlich gelagerten Fall, bei dem zwei italienische Fußballer zu je einem Jahr Sperre verurteilt wurden, das CAS-Schiedsverfahren.

Meier, Völler, Beiersdorfer gegen Sperre

In der Diskussion um die zehnminütige Verspätung der Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker bei einer Dopingkontrolle nach dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach (1:1) hatte der Kölner Manager Michael Meier eine mögliche Sperre als "Ungeheuerlichkeit" bezeichnet.

Seine Kollegen Rudi Völler (Bayer Leverkusen) und Dietmar Beiersdorfer (Hamburger SV) hatten den Einspruch Mönchengladbachs gegen die Spielwertung (Gladbach legt Protest ein) ebenfalls kritisiert.

1899-Coach Ralf Rangnick hatte eingewandt, dass Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien in der Bundesliga an der Tagesordnung seien, und gesagt: In Hoffenheim sei es "des öfteren" so gewesen, dass der Dopingbeauftragte gesagt den Spieler erlaubt hätten, nach dem Abpfiff in die Kabine zu gehen und sich ein neues Trikot anzuziehen." (Rangnick: Häufig Doping-Fehler)

Gleichgültig, wie viel zu spät

Gleichzeitig betonte der Münchner Jurist, dass die Mindeststrafe für das Vergehen der Spieler ein Jahr betrage:

"Die Standardsanktion für einen Dopingverstoß sind zwei Jahre. Diese Sperre kann ermäßigt werden bei nicht wesentlichem Verschulden, aber nur um höchstens die Hälfte. Da bliebe dann also ein Jahr übrig. Weniger als ein Jahr geht also nicht. Es sei denn, es liegt überhaupt kein Verschulden vor."

Der Umfang der Verspätung könne "keinen Einfluss" auf das Ausmaß der Bestrafung haben, sagte Martens am Abend im "DSF" mit Bezug auf den italienischen Fall. Damals waren die betroffenen Spieler mit 30-minütiger Verspätung zur Dopingkontrolle erschienen.

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