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Martin Kind übernahm im Juli 2006 zum zweiten Mal die Führung von Hannover 96 © imago

Hannovers Vereinsboss Martin Kind hält zwar vorerst zum Trainer, verlangt bei Sport1.de aber "richtige Antworten" gegen Leverkusen.

Von Martin van de Flierdt

München/Hannover - Bei einem Blick auf den Spielplan kann den Fan von Hannover 96 derzeit durchaus ein flaues Gefühl beschleichen.

Gegen Leverkusen, bei Bayern München, gegen Dortmund, in Hoffenheim, gegen Bremen, in Berlin und gegen den HSV - das sind die nächsten sieben Spiele der Niedersachsen.

Nimmt man die aktuell bedenkliche Form als Grundlage, droht 96 in den nächsten Wochen das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.

"Dass die Situation kritisch ist und dass wir uns wirklich Sorgen machen müssen, zeigt der Tabellenplatz", sagt Vereinsboss Martin Kind im Gespräch mit Sport1.de.

"Die Mannschaft muss endlich akzeptieren, dass sie im Abstiegskampf steckt."

Hecking ist "nicht bange"

Beim Trainer scheint das aber noch nicht angekommen zu sein.

"Wir müssen schon aufpassen. Aber wir sollten nicht zu viele Sorgenfalten zeigen", meinte Dieter Hecking nach der 2:3-Niederlage in Mönchengladbach. (Meyers Rolle Rückwarts bringt die Wende)

"Ich gucke nur auf das nächste Spiel gegen Leverkusen", so der Coach weiter. "Warum sollte uns da bange sein?"

Zum Beispiel, weil seine Mannschaft nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Relegationsplatz hat, gerade mal eins der jüngsten sechs Spiele für sich entschieden hat und gemeinsam mit Mönchengladbach die Schießbude der Liga darstellt (41 Gegentreffer).

Endspiel gegen Leverkusen

Entsprechend wächst der Druck auf Hecking, für den die Begegnung gegen Leverkusen nach Ansicht der lokalen Medien schon einem Endspiel gleichkommt.

"Wenn wir in Ruhe weiterarbeiten wollen, muss der Trainer jetzt die richtigen Antworten auf die offenen Fragen finden. Das Leverkusen-Spiel ist die erste Chance dazu", erklärt Kind dazu.

Auch die letzte? "Nicht die letzte", betont der 64-Jährige.

Eine Job-Garantie für Hecking bedeutet das aber noch lange nicht: "Er hat im Moment mein Vertrauen. Aber es gibt eine Gesamtverantwortung, und die heißt immer Hannover 96. Deshalb sind Trainer und Mannschaft jetzt gefordert, das notwendige Signal zu setzen."

Enke-Abgang bei Abstieg sicher

Ansonsten droht die Rückkehr in die Zweitklassigkeit und damit der Abgang zahlreicher Leistungsträger. Allen voran Robert Enke, dessen Vertrag nur für die Bundesliga gilt.

"In der Zweiten Liga wäre es finanziell für uns nicht zu stemmen, ihn in Hannover zu halten", sagt Kind.

"Es ist uns ohnehin klar, dass Robert uns im Falle eines Abstiegs verlassen würde. Schließlich ist er Nationaltorwart und müsste diesen Schritt dann vollziehen."

Doch an ein solches Horror-Szenario will der 96-Präsident noch keinen Gedanken verschwenden.

"Die Mannschaft ist motiviert. Sie will. Das hat sie gerade in den letzten beiden Spielen gezeigt", verteidigt Kind das Personal. "Aber ich erwarte von ihr, dass sie Charakter zeigt und sich selbst beweist. Denn die Qualität hat sie."

Hoffnung auf Rückkehrer Lala und Cherundolo

Die Rückkehr vermisster Stammkräfte wie Altin Lala und Steven Cherundolo oder die Fortschritte des schon in Mönchengladbach erstmals nach seiner Leistenoperation wieder eingewechselten Jan Schlaudraff stimmen auch Routinier Michael Tarnat zuversichtlich.

"In der Hinrunde waren fast alle Führungsspieler verletzt, da bricht die Hierarchie auseinander", sagte der 39-Jährige, der selbst im ersten Halbjahr kein Spiel bestreiten konnte.

"Wir sind alle glücklich, dass Altin und Stevie wieder da sind. Das sind Spieler, an denen man sich hochziehen kann."

In Hannover sollen nun die Ärmel hochgekrempelt werden. "Alle müssen jetzt Gas geben", fordert Tarnat. "Jetzt gilt: Nicht mehr schön spielen, sondern Kampf, Kampf, Kampf."

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