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Claudio Pizarro (M.) hatte von 1999 bis 2001 bei Werder die Nummer 10 © getty

Nach sieben jahren kehrt Claudio Pizarro nach Bremen zurück. Der Peruaner hat mit Werder nur ein Ziel: Titel gewinnen.

Von Thorsten Mesch

München/Bremen ? Es war beinahe, als wäre er nie weg gewesen. Nur seine Haare waren etwas länger als damals, als Claudio Pizarro Werder Bremen verlassen hatte.

Der Presseraum war am Dienstagmorgen gut gefüllt, 25 Kameras auf den Rückkehrer gerichtet. "Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein", sagte Pizarro, der am Montagabend um 20.13 Uhr mit einer zweimotorigen Cesna 425 auf dem Bremer Flughafen gelandet war.

Ob er denn das Weserstadion nach so langer Zeit wiedererkannt habe, wollte jemand wissen.

"Es gibt schon einige Veränderungen, aber es war kein Problem", antwortete Pizarro und grinste. Auf die Frage, was er Werder in der neuen Saison zutraue, entgegnete er dann entschlossen: "Ich glaube, die Mannschaft hat die Qualität, diese Saison ein paar Titel zu holen."

Werder habe sich seit seinem Abschied sehr verbessert. "Die Mannschaft hat eine sehr gute Qualität. Ich bin hier, weil ich dem Team helfen will, Titel zu gewinnen."

Triumphe mit dem FC Bayern

Während seiner ersten Zeit in Bremen blieben ihm Titel verwehrt. Die Grün-Weißen erreichten trotz seiner 29 Treffer in 56 Spielen nicht einmal den Uefa-Cup und so folgte der Peruaner vor sieben Jahren nach zwei Spielzeiten dem Lockruf aus München. Von 2001 bis 2007 spielte der Stürmer beim FC Bayern, mit dem er drei Meisterschaften und drei DFB-Pokalsiege feierte.

Die Bayern verlängerten seinen auslaufenden Vertrag vor einem Jahr aber nicht mehr und so wechselte Pizarro zum FC Chelsea.

Anruf von Mourinho

"Ich bin nach London gegangen, weil einer der besten Trainer der Welt (Jose Mourinho, Anm. d. R.) mich angerufen hat und mich wollte", berichtete Pizarro.

Doch Mourinho musste gehen, und unter dessen Nachfolger Avram Grant kam der Peruaner nur sporadisch zum Einsatz. Am Ende einer für ihn enttäuschenden Saison, in der er in 21 Spielen zwei Tore erzielte, stand die Vizemeisterschaft und Platz zwei in der Champions League.

"Mein Jahr in London ist nicht so gelaufen, wie ich wollte, aber es war okay", blickte Pizarro zurück. "Ich wollte dennoch bei Chelsea bleiben und die Vorbereitung machen. Dann kam Klaus Allofs und ich habe mich entschieden."

Für ein Jahr ausgeliehen

Bis zum Ende der Saison haben die Bremer den Angreifer, dessen Vertrag bei Chelsea bis 2010 läuft, ausgeliehen. Geschätzte 1,5 Millionen Euro Leihgebühr sowie noch einmal gut zwei Millionen Euro Jahresgehalt kosten die Dienste des bald 30-Jährigen für diese Saison. "Es gibt keine weiteren Vereinbarungen", erklärte Allofs.

"Momentan gehöre ich Chelsea", sagte Pizarro auf die Frage, ob er denn gerne länger in der Hansestadt bleiben würde und schürte anschließend die Spekulationen um eine längere Anstellung: "Man weiß nicht, was passiert, aber eine Möglichkeit wäre da."

Schaaf und Allofs freuen sich

Besonders erfreut über die Rückkehr seines ehemaligen Schützlings zeigte sich Thomas Schaaf. "Wenn man einen Spieler wie Claudio bekommen kann, darf man diese Chance nicht auslassen", erklärte der Bremer Trainer. ´

"Er schwirrte schon lange in unseren Köpfen herum. Wir kennen ihn und sind der Überzeugung, dass er zu uns passt", verriet Allofs. Werder hatte sich bereits nach Pizarros Abschied aus München um ihn bemüht. "Damals war das noch nicht zu realisieren. Aber wir sind am Ball geblieben", sagte der Sportdirektor.

"Mit seiner Erfahrung eine große Bereicherung"

Der große Auftrieb zeige, "dass sich die Leute über seine Rückkehr freuen und ihn gern wieder aufnehmen", meinte Schaaf.

Ob er schon am Samstag gegen Schalke 04 auflaufen wird, steht noch nicht fest. "Vom Kopf her bin ich auf jeden Fall bereit. Aber ich habe zuletzt wegen einer Wadenzerrung in der Vorbereitung noch kein Spiel gemacht. Da muss ich erst sehen, wie es geht", sagte Pizarro.

Eine besonders wichtige Rolle in den Überlegungen des Trainers spielt Pizarros Erfahrung. So sei der Stürmer die ideale Ergänzung zu Markus Rosenberg, Hugo Almeida und Martin Harnik.

"Wir haben sehr gute Leute, aber auch sehr junge Leute. In Kombination mit den anderen und seiner Erfahrung ist Claudio eine große Bereicherung", erklärte Schaaf: "Er ist schlitzohrig, schnell, stark am Ball und weiß, wo der Ball hin springt. Wir sind froh, dass er wieder da ist.?

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