vergrößern verkleinern
Julian Draxler gewann mit Schalke 2011 den DFB-Pokal © getty

Mourinho will Draxler angeblich verpflichten. Der Schalker hat eine Ausstiegsklausel und zeigt sich bei SPORT1 nicht abgeneigt.

Von Martin Volkmar

München - Es war ein interessantes Gespräch mit Julian Draxler, vor allem im Lichte der neuesten Meldungen.

Im Interview für das Bundesliga-Sonderheft von SPORT1 (erscheint Mitte Juli) zeigte Schalkes Shootingstar kürzlich großes Verständnis für Mario Götzes umstrittenen Wechsel zu Bayern München.

Zwischen den Zeilen wurde auch Draxlers verständlicher Wunsch deutlich, sich mit gerade 19 Jahren nicht auf eine ewige Zukunft bei einem Verein festzulegen.

Zumal der Nationalspieler auch klar machte, dass es für ihn ungeachtet aller Verbundenheit mit Schalke 04 noch größere Adressen im internationalen Fußball gibt.

"Dafür muss man sich nicht schämen"

"Welcher Junge träumt nicht davon, für einen Verein wie Real, Barca, Chelsea oder Manchester United zu spielen? Ich glaube, für so ein Ziel muss man sich nicht schämen", erklärte Draxler da.

Trotz seines erst vor wenigen Wochen bis 2018 verlängerten Vertrags könnte dieser Traum nun früher wahr werden als gedacht.

Denn nach Berichten des "kicker" und englischer Medien hat Chelseas neuer Coach Jose Mourinho Draxler ins Visier genommen.

Und da der Portugiese angeblich für 120 Millionen Euro einkaufen darf, könnte es ganz schnell gehen. Denn: Draxler hat eine Ausstiegsklausel für einen sofortigen Wechsel.

Ausstiegsklausel von 45,5 Millionen Euro

"Der Spieler kostet 45,5 Millionen Euro, und er muss ja sagen. Das sind die Voraussetzungen für einen Wechsel", bestätigte sein Berater Roger Wittmann der "Bild".

Möglich wäre auch ein Verrechnungsgeschäft mit dem bisher an Bremen ausgeliehenen Kevin de Bruyne, nachdem Mourinho zuvor Dortmund und Leverkusen wegen eines Transfers des Belgiers abgesagt hatte.

Heldt hat keine Angst

Allerdings gibt es (noch) "keine offizielle Anfrage und keinen Kontakt mit Chelsea", wie S04-Sportchef Horst Heldt erklärte, der auch keinen Abgang wie den von Götze aus Dortmund nach München befürchtet:

"Zwischen der Ablöse von Götze und der von Julian liegen noch ein paar Milliönchen. Das ist eine enorme Hürde - deshalb habe ich keine Angst."

Gleichwohl hat Mourinho etwa nach seinem ersten Amtsantritt bei Chelsea 37 Millionen Euro für den damals vergleichsweise unbekannten Didier Drogba (Olympique Marseille) locker gemacht sowie 30 Millionen für Ricardo Carvalho, seinerzeit beim FC Porto.

Mourinho fasziniert Draxler

Und eine Zusammenarbeit mit "The Special One" scheint einen großen Reiz auf Draxler auszuüben.

"Ich muss zugeben, dass Mourinhos provozierende Art etwas Faszinierendes für mich hat", erklärte er schon vor einigen Wochen.

Seinerzeit war Mou noch Coach von Real Madrid und das angebliche Interesse der "Königlichen" ehrte den Offensivspieler.

"Beim Training waren damals spanische Journalisten, die behaupteten, Real habe mich auf dem Zettel. Darauf habe ich nur entgegnet, dass es ein Riesentraum sei, für Real Madrid zu spielen", sagte Draxler SPORT1.

Seit elf Jahren bei Schalke

Dabei ist der gebürtige Gladbecker tief verwurzelt bei Schalke, wo er schon seit elf Jahren spielt.

Von den U-9-Junioren angefangen durchlief er alle Jugendmannschaften und erhielt 2011 mit 17 Jahren seinen ersten Profivertrag.

Seitdem erzielte das Eigengewächs in 75 Spielen 13 Tore und ist der erste Spieler der Bundesliga-Geschichte, der bei seinem 75. Bundesligaeinsatz noch unter 20 Jahre alt war.

Auch in der Nationalmannschaft, wo Draxler am 22. März 2013 sein Startelf-Debüt im WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan gab, hat er sich festgespielt.

"Ich bin Draxler-Fan", sagte Schalkes Ex-Coach Felix Magath, der ihm den ersten Profi-Vertrag gab. Auch Mourinho und andere namhafte Trainer scheinen sich diesem Urteil mittlerweile anzuschließen.

"Thema wird uns die nächsten Jahre begleiten"

Noch reagiert Horst Heldt gelassen.

"Julian wird immer wieder mit dem Interesse absoluter Top-Klubs konfrontiert sein", meinte der Manager, der aber nicht mit einem Ende der Gerüchte rechnet:

"Uns ist bewusst, dass uns das Thema die nächsten Jahre begleiten wird. Am Ende bestimmt nur Julian Draxler."