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Marcelo Bordon kam 2004 vom VfB Stuttgart zum FC Schalke 04 © getty

Der Schalke-Kapitän will gegen Eintracht Frankfurt bewusst seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Trainer Fred Rutten grübelt noch.

Von Felix Götz

Gelsenkirchen/München - Vier Punkte aus vier Rückrundenspielen, dazu der enttäuschende neunte Platz in der Liga - die Krise auf Schalke spitzt sich immer weiter zu. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Mitten in dieser heiklen Phase will ein Mann offenbar ein Zeichen setzen: Marcelo Bordon. (DATENCENTER: Spielerportrait)

Der Kapitän der Königsblauen, der sich beim 1:0-Sieg gegen Werder Bremen einen komplizierten Mittelhandbruch zuzog, will gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr LIVE) spielen, obwohl das für den Brasilianer das Saison-Aus bedeuten könnte.

Alle Ärzte raten dem Innenverteidiger deshalb dringend davon ab, mit der vierfachen, spiralförmigen Fraktur aufzulaufen.

"Ich entscheide selbst"

"Ich entscheide selbst, ich bin bereit", gab sich Bordon gegenüber dem "kicker" trotzig.

Der 33-Jährige könnte zwar mit einer Spezialmanschette aus Carbon relativ gefahrlos auflaufen, aber diese behinderte ihn bereits im Training zu stark. "Ich habe dem Trainer gleich gesagt, dass ich damit auf gar keinen Fall spiele."

Deshalb will Bordon nur mit einem festen Tape-Verband spielen. Die Gefahr: Bei einem Sturz oder einem Schlag können in der Hand alle Knochen brechen - für den Schalker Abwehrchef wäre die Saison gelaufen.

"Fußball ist immer Risiko. Es kann schließlich auch etwas passieren, wenn man gesund in eine Partie geht", sagte Bordon.

Rutten unentschlossen

Mit dieser Haltung stellt Bordon seinen Trainer Fred Rutten vor eine ganz schwierige Entscheidung.

Der Niederländer weiß zum einen, dass "Marcelo ein ganz wichtiger Mann für die Mannschaft ist", zum anderen kann er es sich genau deshalb nicht leisten, ein zu hohes Risiko einzugehen.

Zumal mit Mladen Krstajic ein zuletzt verletzter Innenverteidiger wohl wieder zum Team stoßen wird. Eine endgültige Entscheidung will Rutten erst am Freitag nach dem Abschlusstraining fällen.

Als Stevens-Nachfolger in Eindhoven im Gespräch

Der Coach wies zudem Berichte aus seiner Heimat zurück, dass er Nachfolger des zurückgetretenen Huub Stevens beim PSV Eindhoven werde.

"Ich beschäftige mich nicht damit, sondern konzentriere mich voll auf meine Aufgabe bei Schalke 04", sagte Rutten.

"Es gibt immer viele Spekulationen. Wenn ich mich damit befassen würde, könnte ich meine Arbeit nicht zu hundert Prozent machen."

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