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Mark van Bommel spielte von 1999 bis 2005 für Eindhoven, wo er viermal Meister wurde © imago

Hurra-Fußball war gestern, die Defensive ist Trumpf beim FC Bayern. Mark van Bommel will seine Karriere in Eindhoven beenden.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der 5:0-Rekordsieg gegen Sporting Lissabon in der Champions League (zum Nachbericht) hat es gezeigt.

Der FC Bayern kann, wenn er muss und will.

Und trotzdem reicht es in der Bundesliga aktuell nur zu Platz vier (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Nach drei Niederlagen in vier Rückrundenspielen zählt für den deutschen Rekordmeister bei Werder Bremen (So., ab 16.30 Uhr LIVE) nur ein Sieg.

Zugleich hat Kapitän Mark van Bommel angekündigt, seine Karriere bei der PSV Eindhoven beenden zu wollen.

"Das steht fest. Das habe ich den Leuten dort versprochen, als ich 2005 zum FC Barcelona gewechselt bin", sagte der 31-Jährige der "Abendzeitung". Nur Zeitpunkt seiner Rückkehr zu seinem Ex-Verein sei noch offen.

Angebot für den Sommer

Er fügt an: "Es gibt ein Angebot für den Sommer. Ich überlege, ob ich es annehme oder in zwei, drei Jahren dorthin gehe."

Der Mittelfeldspieler, dessen Kontrakt am Saisonende ausläuft, hatte zuletzt auch einen Einjahresvertrag von den Bayern angeboten bekommen, ist damit aber nicht zufrieden und will sich mit einer Entscheidung "Zeit lassen".

Van Bommel hofft nun auf andere Angebote, aus Spanien oder Italien beispielsweise. Die Familie habe bereits signalisiert, dass ein Wechsel dorthin für sie kein Problem sei.

Abkehr vom "Hurra-Fußball"

In der kommenden Saison bekommt er bei den Bayern durch Anatolij Timoschtschuk von Zenit St. Petersburg weitere Konkurrenz im defensiven Mittelfeld.

Noch steht der Niederländer jedoch noch in München unter Vertrag und beschreibt die Abkehr vom "Hurra-Fußball" derzeit so: "Wir kehren zurück zur Basis."

Das heißt: Jeder besinnt sich auf das Wesentliche: Kratzen, beißen, Chancen verwerten.

Taktisch hat Trainer Jürgen Klinsmann umgedacht und damit auch auf die warnenden Worte von Philipp Lahm und Miroslav Klose reagiert, die die zu weit nach vorne orientierte Aufstellung kritisiert hatten.

Neue magische Formel

Gegen Sporting wurde das ganz deutlich. Die magische Super-Formel, die den Bayern - zumindest in der "Königsklasse" Erfolg verspricht - lautet: 2x4.

In Lissabon agierten die Münchner quasi mit zwei Viererketten.

"So defensiv haben wir bisher noch nicht gespielt", gibt van Bommel zu und fügt an: "Aber es musste etwas passieren, wenn man ständig einfache Gegentore bekommt. Wir wollten gruppiert verteidigen."

Hatten sich sonst Franck Ribery und Bastian Schweinsteiger schwerpunktmäßig in des Gegners Hälfte orientiert, zogen auch sie sich dieses Mal auf eine Höhe mit van Bommel und Ze Roberto zurück.

Konzept für die Zukunft

"Das haben wir sehr diszipliniert gemacht. Wenn man vorne raufgeht, hat man das Risiko, dass man Löcher anbietet", erklärt van Bommel weiter.

Stürmer Klose verriet am Freitag, wie der Entscheidungsprozess genau ablief: "Nach der Niederlage gegen Köln haben wir in der Mannschaftsratssitzung festgestellt, dass irgendetwas nicht stimmt."

Dann sei der Entschluss gefasst worden, sich künftig defensiver auszurichten, um nicht mehr so viele einfache Tore zu kassieren.

Klinsmann "immer dabei"

"Der Trainer war natürlich immer dabei und hat uns absolut den Rücken gestärkt", stellt Klose klar.

Spekulationen darüber, dass die Mannschaft Klinsmann quasi aufgezwängt habe, seien somit "absoluter Quatsch".

"Wichtig war, dass zwischen der Mannschaft und dem Coach Einigkeit bestand. Der Sieg in Lissabon war das richtige Zeichen - wir haben alle gesehen, dass uns diese sichere Variante besser liegt."

Bremen-Spiel "noch wichtiger"

Lahm gibt vor: "So muss es auch in Zukunft aussehen."

Die Partie gegen die nach dem Triumph über den AC Mailand im UEFA Cup (zum Spielbericht) wieder selbstbewussten Bremer, werde laut van Bommel jedoch "eine andere Geschichte".

"Das Bremen-Spiel ist wichtiger als der Sieg gegen Sporting", sagt er sogar.

Ein Original-Trikot des FCB mit Unterschriften gibt es hier

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