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Mario Götze (r.) gewann mit Borussia Dortmund 2011 und 2012 die Meisterschaft © getty

Götzes Wechsel erhitzt weiter die Gemüter. Hummels kritisiert den Ex-Kollegen, der leistet sich einen folgeschweren Tippfehler.

Von Matthias Becker

München - Mario Götze ist nicht Mats Hummels.

Hummels liebt das geschliffene Wort, Götze belässt es häufig beim einfachen Fußballer-ABC. Während Hummels mit seiner Lockenmähne und dem Kinnbart an Helden wie Musketier d'Artagnan erinnert, ähnelt der immer noch bubenhaft aussehende Götze eher Teenie-Idol Justin Bieber. Zudem ist der Mittelfeldspieler einen Kopf kleiner als sein ehemaliger Dortmunder Kollege.

Der FC Bayern könnte sich also ernste Sorgen um das Wohlergehen seines 37-Millionen-Euro Neuzugangs machen, schließlich titelt die "Sport Bild" am Mittwoch: "Hummels rechnet mit Götze ab".

Die körperliche Unversertheit Götzes ist allerdings sichergestellt, die vermeintliche Abrechnung erfolgte nur mit Worten.

"Wenig bis keine Gründe, uns zu verlassen"

"Jeder hat doch gesehen, wie gut unsere Mannschaft ist. Ich glaube einfach, dass es sportlich wenig bis keine Gründe gibt oder gab, uns zu verlassen", erklärte Hummels der "Sport Bild":

"Man konnte sehen, wie sich unser Team entwickelt hat, und Mario hat sich mit vielen super verstanden. Deshalb hat es mich auch so geärgert, dass er der Meinung war, so früh weggehen zu müssen."

Götzes Wechsel kann Hummels nicht nachvollziehen. "Das habe ich ihm auch so gesagt", berichtete der Verteidiger: "Es hat jeden in der Mannschaft überrascht. Das zeigt doch, dass es vorher nie ein großes Thema war."

Hummels ärgert sich

Die verkaufsfördernde Zuspitzung seiner Aussagen brachte Hummels auf die Palme. Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Verteidiger, "dass ich da keineswegs eine Abrechnung drin sehe. Ich äußere mich kritisch (wie auch sonst wenn man von so einem Wechsel negativ betroffen ist) aber keineswegs überhart wie ich finde."

Abrechnung hin, kritische Äußerung her: Was Hummels über den Ex-Kollegen zu sagen hat, zeigt jedenfalls, wie tief der Stachel beim BVB immer noch sitzt, dass Götze zum ärgsten Konkurrenten gewechselt ist.

Tippfehler sorgt für Erregung

Das ist bei den Fans nicht anders. Auch wenn es einigen vermeintlichen Anhängern nicht gelingt, die Form zu wahren.

Der nahende Trainingsauftakt bei den Bayern, an dem der noch verletzte Götze nicht teilnehmen kann, veranlasste ihn zu einem Facebook-Eintrag. Darin erlaubte er sich einen minimalen Tippfehler, der in der Social-Media-Buchstabensuppe direkt eine Wutwelle auslöste.

"Mein Urlaub neigt sich dem Ende und ein neues Kapital in meiner Karriere steht vor mir!", schrieb Götze auf seiner offiziellen Seite.

Primitive Beschimpfungen

Kapital statt Kapitel - ein Buchstabe, so viel Aufregung. Passt es doch so gut ins Bild: Der Jungmillionär, der nur den Verein wechselt, um sich die Taschen anderswo mal so richtig voll zu machen.

Dass Götze den Fehler flugs verbesserte, half nichts mehr. Ebenso wenig, dass er seinen Post noch mit den Worten beschloss: "Es ist mir wichtig auch an dieser Stelle noch mal ehrlich Danke zu sagen?DANKE Dortmund ? DANKE BVB!"

Auf primitivste Art wurde der 21-Jährige von anderen Usern beleidigt, die ihm teilweise schwerwiegende Verletzungen und Unfälle an den Hals wünschten.

Über Hummels' echte oder vermeintliche Abrechnung kann Götze da nur müde lächeln.