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Horst Heldt wechselte 2010 vom VfB Stuttgart zu Schalke 04 © getty

Schalke 04 kurbelt zum Start in die Vorbereitung den Konkurrenzkampf an. Auch Huntelaar muss nun um seinen Platz kämpfen.

Von Hardy Heuer und Martin Hoffmann

München - Zum Trainingsstart am Donnerstagmorgen gibt es nur einen Vorgeschmack auf die neuen Verhältnisse auf Schalke.

Felipe Santana, der von Lokalrivale Dortmund verpflichtete Innenverteidiger, wird unter den nur 16 anwesenden Spielern der einzige Neuzugang sein.

Benedikt Höwedes, Julian Draxler und zehn weitere Nationalspieler fehlen bei den ersten Fitness- und Ballübungen.

Sobald sie zurück aus dem Urlaub sind, werden sie sich einem verschärften Konkurrenzkampf stellen müssen: Der Vierte der Vorsaison rüstet kräftig auf, um nicht noch eine Zitterpartie um die Champions League zu erleben.

Konkurrenz für den Hunter

"Vergangenes Jahr hat oft der Wille des Gegners über unsere Qualität gesiegt. Darauf wollen wir mit unseren Transfers reagieren", wird Manager Horst Heldt in der "Bild" zitiert.

Unter anderem ist das eine klare Ansage an Klaas-Jan Huntelaar, der 2012/2013 mit zehn Treffern deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb.

Eine Formschwäche des "Hunters" können sich die Königsblauen nicht noch einmal leisten, schließlich sind sie von Huntelaars Toren abhängig.

Und darin birgt sich das große Problem: Steckte der Niederländer in einer Krise, war keiner da, der seine Torflaute auffangen konnte.

Weder der Rumäne Ciprian Marica, noch Teemu Pukki oder Chinedu Obasi vermochten sich für den Angriff zu empfehlen. Sie waren oft sogar schwächer als Huntelaar in seiner schwächsten Phase.

Szalai soll kommen

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass Adam Szalai von Mainz 05 derjenige ist, der diesen Misstand beheben soll ( 671744 DIASHOW: Bundesliga-Transfermarkt ).

Nachdem die Rheinhessen jetzt Angreifer Shinji Okazaki vom VfB Stuttgart zum FSV lotsen konnten, scheint der Weg für den angeblichen Acht-Millionen-Deal frei - auch wenn er, wie diverse andere Schalker Transfers, noch nicht fix ist.

Gerangel um Goretzka

Heldt setzt sich sieben Wochen vor dem Saisonstart (noch) nicht unter Druck. "Noch haben wir ja ein paar Tage Zeit", erklärte er der "WAZ".

Warten muss Heldt auch auf Super-Talent Leon Goretzka. Das Juwel des VfL Bochum ist sich zwar längst mit Schalke einig, doch Bochum will seinen Ausnahmekönner nicht so einfach ziehen lassen.

Knackpunkt ist die festgeschriebene Ablöse von 2,75 Millionen Euro in Goretzkas Vertrag. Bochum möchte aber noch 750.000 Euro zusätzlich haben.

Schalke bietet bislang stattdessen Anthony Annan und Sergio Escudero als Beilage an - ohne Erfolg.

"Wir haben bisher keine Signale von den Bochumern, dass sie bereit sind, auf unsere Vorschläge einzugehen", bestätigte Heldt: "Momentan läuft es auf das Arbeitsgericht hinaus."

Auch Clemens und Hofmann kommen

Bereits unter Dach und Fach ist neben Santana die Verpflichtung von Mittelfeldmann Christian Clemens, der für 2,8 Millionen Euro vom 1. FC Köln geholt wurde.

Zudem steht mit Philipp Hofmann, den Schalke aus Paderborn zurückgeholt hat, ein weiterer Offensivmann parat.

Noch auf dem Zettel hat Heldt zudem Fulhams Sascha Riether, der den Konkurrenzkampf auf der rechten Seite verschärfen soll.

Ausstiegsklauseln als Wegbereiter

Riether wäre ein Neuzugang, der aus der Reihe tanzen würde: Der ehemalige Wolfsburger hat keine Ausstiegsklausel, die ihm den Weg aus seinem Vertrag weist - anders als Santana, Clemens, Szalai und Goretzka.

Heldt wird wegen dieses Umstands branchenintern schon "Mr. Klausel" genannt, wie die "Bild" in einem Stück mit dem, nun ja, schelmischen Titel "Heldt kommt nur noch durch die Hintertür" berichtet.

Der Manager scheint sich an diesem neuen Beinamen nicht zu stören: "Diese Klauseln muss man halt im Kopf haben", meint er.

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