Bayern-Kapitän Philipp Lahm fordert von den Kollegen neuen Ehrgeiz, weiß aber, um die delikate Aufgabe nach dem Triplegewinn.

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Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Ein kräftiger Zug am Vorhang, und Philipp Lahm hatte am Donnerstag als erster Kapitän in der 113-jährigen Geschichte des FC Bayern einen Triple-Bereich eingeweiht.

Champions-League- und DFB-Pokal, dazu die Meisterschale - für dieses jüngst eroberte Trio haben die Münchner nur zu gern Platz geschaffen in ihrer Erlebniswelt.

"Das Triple ist noch immer präsent", sagte Lahm mit hochzufriedenem Blick auf die Rekordsaison.

Vor dem zweiten öffentlichen Training unter dem neuen Cheftrainer Pep Guardiola war der Nationalspieler in die obere Etage der Allianz Arena geeilt und schilderte auf SPORT1-Nachfrage die geänderte Ausgangslage.

"Jeder muss sich neu beweisen"

"Es ist immer so, dass sich jeder neu beweisen muss, das fängt in der Vorbereitung an", meinte Lahm, "die Aufmerksamkeit ist riesengroß, mit einem neuen Trainer ist es nochmal ein bisschen anders."

Das Deutsch des Spaniers nannte er "beeindruckend" und berichtete von den neuen Akzenten: "Die ersten 80 Minuten Training waren komplett anders. Jeder Trainer, jedes Trainingsteam macht es auf seine Weise, es fängt beim Aufwärmen an und hört beim Auslaufen an."

Lahm will Titeljagd fortsetzen

Noch nie hat ein Champions-League-Sieger seinen Titel verteidigt, geschweige denn ein Triple-Siegerteam dieses Maximum an Erfolg wiederholt. ( 740088 DIASHOW: Peps erstes Training )

Dennoch bekannte sich Lahm selbstbewusst zu ambitionierten Zielen. Die Deutsche Meisterschaft und der Pokal ständen fix auf der FCB-Wunschliste. Und: "In der Champions League sind wir Mitfavorit, die Vergangenheit zeigt aber, wie schwierig es ist, diesen Titel zu verteidigen."

Dabei ist dem Routinier bewusst, dass die Roten von Anfang an "in allen Wettbewerben gejagt" werden, doch die Mannschaft habe sich "nochmal top verstärkt". Damit spielte er unter anderem auf die Verpflichtung des Dortmunder Juwels Mario Götze an.

Wie steigert man Perfektion?

Lahm verwies zudem auf die "Top-Charaktere" im Team und den ohnehin schon "breiten", sprich schlagkräftigen Kader.

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Für Pep Guardiola könnte die Aufgabe dennoch kaum schwieriger sein. Einen Triple-Sieger zu perfektionieren, wie soll das gehen? (BERICHT: Guardiolas erste Pläne)

"Dass Bayern jetzt das Triple gewonnen hat, macht die Herausforderung nur größer, aber das treibt ihn an", erklärte Carles Rexach im "kicker".

Rexach arbeitete als Co-Trainer von Barca-Legende Johan Cruyff, als das Team mit Guardiola 1992 den Landesmeister-Pokal gewann, und kennt die Mentalität des neuen Bayern-Coaches bestens.

"Du musst immer gut spielen"

"Ich übernehme eine Mannschaft, die letzte Saison außergewöhnlich gespielt und vier Titel gewonnen hat", sagte Guardiola und fügte realistisch an: "Wenn du als Trainer von Bayern München arbeitest, musst du immer gut spielen und gewinnen. So ist die Situation."

Die Erwartungshaltung des Publikums ist nach der erfolgreichsten Saison der Vereinshistorie sicher nicht geringer geworden. Auch zum zweiten öffentlichen Training am Donnerstag kamen zirka 7000 Fans in die Arena.

"Uns freut das Interesse natürlich", erklärte Manuel Neuer dazu im Gespräch mit SPORT1:

"Wir müssen ruhig und cool damit umgehen und einfach unseren Job machen. Wir haben jetzt die Vorbereitung und müssen uns fit machen."

Bayern-Training mit mehr Zug

Beim Training am Donnerstag ging es jedenfalls bereits mit mehr Dampf zur Sache als noch beim Auftakt. Rafinha machte sich etwa beim 6 gegen 2 lautstark bemerkbar, Guardiola schritt emsig mit einem Zettel in der Hand von Trainingsgruppe zu Trainingsgruppe.

Er muss ja quasi nebenbei beweisen, dass seine ungewöhnlichen Erfolge beim FC Barcelona nicht allein darauf beruhten, in Lionel Messi den besten Spieler des Planten in seinen Reihen gehabt zu haben.

Keine Vorgaben

Die Bayern-Bosse behelligen aktuell Guardiola nicht mit Vorgaben.

Karl-Heinz Rummenigge gibt öffentlich als Bezugspunkt nur den nationalen Titel aus, der sei schließlich über 34 Spieltage zu gewinnen und damit der "ehrlichste".

Sportvorstand Matthias Sammer möchte ebenfalls in den Start nicht allzu viel hineininterpretieren.

"Wir müssen nicht reden, sondern arbeiten", ließ der Sportvorstand auf SPORT1-Nachfrage wissen. Die Trophäen der Glanzsaison sind verstaut, für Sammer und Guardiola hat Bayerns neue Zeitrechnung längst begonnen.

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