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Mesut Özil (r.) erzielte im Hinspiel das 3:0 für Werder Bremen © imago

Vor dem Aufeinandertreffen von Werder Bremen und Bayern München nimmt Sport1.de beide Mannschaften unter die Lupe und wagt eine Prognose.

Aus Bremen berichtet Martin van de Flierdt

Bremen - In der Liga holprig, in Europa glänzend:

Werder Bremen und Bayern München gehen unter ähnlichen Voraussetzungen in das direkte Aufeinandertreffen an der Weser (ab 16.30 Uhr LIVE).

"Beide hatten in den letzten Wochen so ihre Problemchen", räumt Bayern-Coach Jürgen Klinsmann ein. "Deshalb wird es ein offenes, spannendes Spiel."

Bei Werder liege es in der Natur, viel Druck nach vorne zu machen. "Sie werden hochmotiviert sein", meint Klinsmann. "Wir aber auch."

Werders 5:2-Erfolg in München ist nicht vergessen. Und der Münchner Rückstand auf Berlin beträgt auch schon fünf Punkte.

Sport1.de stellt die Mannschaften gegenüber.

Tor:

Bis zum Hinspiel war die Welt für Michael Rensing noch in Ordnung. Dann kassierte er fünf Gegentore gegen Bremen in der Allianz Arena. Es war seine erste Bundesliga-Niederlage zwischen den Münchener Pfosten.

In der Folge wurden ihm mehrfach Gegentreffer angekreidet, in der Strafraumbeherrschung hat der Erbe Oliver Kahns noch viel Luft nach oben.

Bei Werder wird Christian Vander erneut den an einem Muskelfaserriss laborierenden Tim Wiese vertreten. Der 28-Jährige ist seit 2005 in Bremen, hat in dieser Zeit aber nur acht Ligabegegnungen absolviert.

In der Champions League erwies er sich in der vergangenen Saison beim wichtigen 1:3 gegen Piräus genauso als Unsicherheitsfaktor wie in dieser Saison beim 2:2 in Athen und gegen Famagusta.

Dass man mit ihm aber auch große Spiele gewinnen kann, bewies er beim 3:2 gegen Real Madrid im vorletzten Herbst und am Donnerstag beim 2:2 in Mailand (Die grün-weiße Mischung stimmt wieder). Rensings Talent besitzt er aber nicht.

Fazit: Vorteil Bayern

Abwehr:

Beide Teams haben Probleme auf der rechten Außenverteidigerseite. Clemens Fritz hat zuletzt mit gravierenden Schnitzern Gegentore im Hinspiel gegen Mailand und gegen Cottbus begünstigt.

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Massimo Oddo, der trotz Fußprellung auf die Zähne beißt, ist auf Münchner Seite kaum mehr das geringere Übel im Vergleich mit Christian Lell.

Martin Demichelis produziert derzeit im Abwehrzentrum ungewohnte Unsicherheiten im Stellungsspiel.

Während der zweite Münchner Innenverteidiger Lucio außerhalb jeglicher Diskussion steht, darf dies bei Werder auch Naldo für sich in Anspruch nehmen.

Neben ihm präsentierte sich Per Mertesacker in Mailand bei Patos 2:0 ebenso zu zögerlich wie vor dem Cottbuser 1:1 durch Ivica Iliev.

Auf Werders Linksverteidigerposition hat Trainer Thomas Schaaf die Wahl zwischen der defensiven Option Petri Pasanen und der offensiven Variante Sebastian Boenisch.

Beide haben Defizite im Spezialgebiet des anderen. Dem steht mit Philipp Lahm ein - ungeachtet des Patzers gegen Köln - kompletter Außenverteidiger gegenüber.

Fazit: Vorteil Bayern

Mittelfeld:

Die linke Münchner Mittelfeldachse mit Franck Ribery und - mehr im Zentrum - Ze Roberto brillierte beim 5:0 in Lissabon (Bescheidenheit statt Euphorie), nachdem sie von Hamburg, Berlin und Köln zuvor wirkungsvoll bearbeitet und neutralisiert worden war.

Die rechte Seite mit Bastian Schweinsteiger und dem zweiten Sechser Mark van Bommel fällt dem gegenüber deutlich ab und sprang auch nicht in die Bresche, als der linke Flügel lahmgelegt war.

Als Alternativen bieten sich Tim Borowski, der schon im Hinspiel gegen seinen Ex-Klub zweimal traf, und Hamit Altintop an. "Wir werden ein bisschen mehr Rotation reinbringen", verspricht Klinsmann.

Bei den Bremern haben Spielmacher Diego und sein Kronprinz Mesut Özil immer dann brilliert, wenn der Gegner ihnen Freiraum gibt.

Da die Münchner an der Weser kaum mauern werden, kann das unter Umständen so aussehen wie im Hinspiel, wo Özil mit einem Tor und zwei Vorlagen zum Mann des Tages avancierte.

Torsten Frings zeigte als einziger Sechser in Mailand eine starke Partie, Alexandros Tziolis war zuletzt die Schwachstelle der Werder-Raute.

Fazit: Unentschieden

Angriff:

Der Ausfall von Luca Toni wegen Achillessehnenproblemen schwächt die Bayern-Offensive erheblich. Zwar ist Miroslav Klose mit vier Treffern in den vergangenen vier Pflichtspielen in guter Form.

Doch seine Quote in der Liga - neun Tore in 20 Begegnungen - kommt gegen die von Claudio Pizarro auf Bremer Seite (elf in 14) nicht an.

Dem starken Peruaner fehlt wie Klose nun ein adäquater Partner. Hugo Almeida (vier Tore in 16 Ligaspielen) und Markus Rosenberg (fünf in 20) dürften trotz Formproblemen allerdings kaum weniger gefährlich sein als Klinsmanns Alternativen.

Landon Donovan (null in vier Spielen) käme kurz vor seinem Abschied direkt von der Tribüne. Lukas Podolski (drei in zwölf) ist in Gedanken schon in Köln.

Fazit: Vorteil Werder

Prognose:

Von den Namen und den zuletzt gezeigten Leistungen her geht Bayern leicht favorisiert in die Partie. Doch was passiert, wenn Werder ins Rollen kommt, haben die Münchner im September am eigenen Leib erfahren.

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