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Joel Epalle (l.) sorgte mit seinem Tor für den zwischenzeitlichen Ausgleich © getty

Nach den umstrittenen Entscheidungen wittert Energie-Manager Steffen Heidrich eine Verschwörung. Bochum zeigt Verständnis.

Bochum - Steffen Heidrich tigerte in den Katakomben des Bochumer Stadions hin und her, schrie seine Wut heraus.

"So eine Willkür, so eine Frechheit, Skandal!", rief der Manager von Energie Cottbus nach der bitteren 2:3 (1:1)-Niederlage beim VfL Bochum (zum Spielbericht) und wollte sich gar nicht mehr beruhigen.

Heidrich witterte eine Verschwörung, war allerdings selbst in höchster Erregung schlau genug, niemanden direkt und namentlich zu beschuldigen.

So entgeht er wohl einer Bestrafung: "Wenn, dann wenigstens Gleichbehandlung! Ich würde mich schämen an deren Stelle, so eine Verarschung!"

Cottbus fühlt sich benachteiligt

Seit Wochen fühlen sich die Lausitzer durch die Schiedsrichter benachteiligt, drei Entscheidungen durch Referee Markus Schmidt (Stuttgart) brachte die Cottbuser in Bochum endgültig auf die Palme.

Vor dem Foulelfmeter-Tor durch Marc Pfertzel in der 79. Minute zum Bochumer Sieg fiel Schmidt auf eine Schwalbe von VfL-Angreifer Stanislav Sestak herein.

Zweimal, bei einem Foul von Christian Fuchs gegen Dimitar Rangelow (22.) und bei einer umstrittenen Aktion von Daniel Imhof gegen Ivica Iliev (88.), der allerdings wohl ohne Kontakt abhob, verweigerte Schmidt Energie einen Strafstoß.

Das alles war zu viel für die Lausitzer.

Heidrich rettet sich selbst

Er habe sich selbst gerettet, so Heidrich, indem er nach der Foulelfmeter-Entscheidung den Innenraum verließ.

"Ich habe mich vor den Fernseher gestellt, sonst wäre wohl noch etwas passiert", sagte der Manager. Er berichtete, dass auch Trainer Bojan Prasnikar in der Kabine "völlig ausgerastet" sei, "so, wie ich ihn noch nie erlebt habe".

Öffentlich hatte sich der Coach allerdings etwas besser unter Kontrolle als Heidrich. Der Schock über die unglückliche und unverdiente Niederlage, durch die Energie in die Abstiegszone zurückfiel, war aber auch dem Slowenen deutlich anzumerken.

"Die Mannschaft ist enttäuscht, und ich bin es auch. In so einem wichtigen Spiel ist es wichtig, dass beide Mannschaften gleich behandelt werden", sagte Prasnikar und wurde so deutlich wie möglich: "Auf dem Spielfeld stehen zwei Mannschaften - und noch etwas anderes."

Bochumer Verständnis

Pikanterweise hatte Bochums Manager Thomas Ernst die Schiedsrichtergilde in der Woche vor dem Spiel mehrfach kritisiert, unter anderem weil der VfL in der kompletten Saison - übrigens genau wie Cottbus - noch keinen einzigen Elfmeter zugesprochen bekommen hatte.

Und prompt zeigte Schmidt auf den Punkt.

Sogar Ernst zeigte Verständnis für die Wut des Gegners. "Ich kann die Emotionen nachvollziehen, uns ist es letzte Woche in Bielefeld ähnlich ergangen", sagte Ernst mit Blick auf das unglückliche 1:1 auf der Alm, in dessen Verlauf Bochum drei Elfmeter hätte bekommen können und keinen erhielt.

Tolle Moral

Gegen starke Cottbuser hatten die Bochumer vor allem eine tolle Moral entgegenzusetzen.

Der VfL hakte nach den Führungstreffern durch Iliev (2.) und Emil Jula (50.) konsequent nach, glich durch Joel Epalle (12.) sowie Christian Fuchs (54.) zweimal aus und hatte am Ende das Glück auf seiner Seite.

Zehn Punkte sammelte Bochum bereits in der Rückrunde, nur einen weniger als in der kompletten Hinserie.

Trainer Marcel Koller hatte eine einfache Erklärung: "Mit Siegen kommt Selbstvertrauen, und damit fällt alles leichter."

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