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BVB-Kapitän Sebastian Kehl sah in der 77. Minute die Gelb-Rote Karte. © getty

Das Duell Dortmund gegen Hoffenheim hat fast alles, was ein Spitzenspiel braucht. Den beiden Teams nützt das jedoch wenig.

Von Tobias Schröter

München/Dortmund - So etwas wie das Samstags-Spitzenspiel des 22. Spieltages sollte es werden:

Der UEFA-Cup-Anwärter gegen den Tabellenzweiten, der mit einem Sieg zumindest für einen Tag die Spitze zurückerobern konnte.

Und tatsächlich erfüllte das Duell zwischen Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim viele Kriterien eines Klassespiels:

Hohes Tempo, intensive Zweikämpfe, schöne Kombinationen, packende Torraumszenen, diskussionswürdige Schiedsrichter-Entscheidungen.

Nur eines fehlte am Ende: Die Tore.

Trainer reden Punkt gut

Unterm Strich hilft das Unentschieden weder dem BVB, der dadurch auf Rang neun zurückrutschte, noch den Hoffenheimern, die im Mehrkampf an der Tabellenspitze an Boden verloren.

1899-Coach Ralf Rangnick bemühte sich dennoch, nach den Querelen der letzten Zeit um angeblichen Leistungsabfall und die Doping-Affäre um Andreas Ibertsberger und Christoph Jancker das Positive hervorzuheben.

"Einen Punkt in Dortmund mitzunehmen, ist okay. Uns fehlt nicht viel, damit die Spiele wieder gewonnen werden."

Und auch sein Gegenüber Jürgen Klopp weigerte sich, das bereits neunte Heimremis der Saison als Punktverlust zu werten: "Es war eine insgesamt runde Vorstellung. Das Spiel hat gezeigt, dass wir wieder einen Schritt weiter sind als noch in der vergangenen Woche."

"Erst 70 Prozent"

Anders sahen das die Spieler, die das Geschehen wesentlich nüchterner bewerteten.

"Was wir in der Hinrunde gespielt haben, ist erst zu 70 Prozent da, 30 fehlen noch", sagte Sejad Salihovic. Und Nationalspieler Andreas Beck ergänzte: "Wir brauchen dringend wieder einen Sieg."

Das dürfte im nächsten Spiel bei Werder Bremen nicht unbedingt einfacher werden: Gleich drei Spieler werden dann gesperrt fehlen.

Selim Teber und Luis Gustavo sahen ihre fünfte bzw. zehnte (!) gelbe Karte, Tobias Weis flog in der 77. Minute gar mit Rot vom Platz.

Doppel-Rot in der 77. Minute

Beim größten Aufreger der Partie hatte der Nationalspieler nach einem Foul von Kehl am Boden liegend in dessen Richtung nachgetreten und diesen dabei leicht am Knöchel berührt, was Schiedsrichter Herbert Fandel knallhart mit einem Platzverweis ahndete.

Doch auch Kehl kam nicht ungeschoren davon: Er bekam für das Foul seine zweite gelbe Karte der Partie und musste das Feld ebenfalls verlassen.

Ungeschoren davon kam in dieser Szene hingegen der Dortmunder Marcel Schmelzer, dessen Tritt in Richtung Weis Fandel übersehen hatte.

Weitere Platzverweise möglich

Nicht nur zum Ende hin hatte der Unparteiische alle Hände voll zu tun, von Beginn an kam es immer wieder zu strittigen Situationen.

Bereits in der vierten Minute hätte Teber Rot sehen müssen, als er dem starken Hajnal mit gestrecktem Bein voll auf den Oberschenkel trat.

Das gab auch Herbert Fandel zu: "Je öfter ich die Szene sehe, desto roter wird die Karte."

Umgekehrt hatte der BVB Glück, als Neven Subotic als letzter Mann den enteilenden Demba Ba mit einer Grätsche berührte, wofür es ebenfalls Rot hätte geben können.

"Eine Szene, die man pfeifen kann, aber nicht muss. Er braucht ja auch nicht unbedingt dahin laufen, wo ich hingrätsche", urteilte der BVB-Innenverteidiger.

So blieb es bei zwei Platzverweisen und null Toren, die im wohl besten torlosen Remis der Saison niemanden so richtig traurig, aber auch keinen so richtig glücklich machten.

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