Langsam verfestigt sich das Gefühl, dass Hertha bis zum Schluss um den Titel mitspielt. Nur mit Glück ist das nicht zu erklären.

Die Tabelle nach den Samstagsspielen des 22. Spieltags ist angesichts der Spitzenspiele am Super-Sonntag nur eine Momentaufnahme.

Fest steht allerdings schon jetzt, dass Borussia Mönchengladbach Tabellenletzter bleiben wird.

Und Hertha BSC kann maximal vom Hamburger SV wieder von der Spitze verdrängt werden, zumindest Rang zwei ist den Berlinern aber bis zum nächsten Wochenende sicher.

Dabei konnte man in den letzten Minuten der Begegnung im Olympiastadion kaum einen Unterschied erkennen zwischen dem neuen Tabellenführer und dem Schlusslicht.

Gladbach drängte auf den Ausgleich, Hertha zitterte sich zum 2:1-Sieg.

Und dennoch: Die Tabelle lügt nicht, schon gar nicht nach ziemlich genau zwei Dritteln der Saison.

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So wächst das Gefühl, dass der Abstieg von Borussia Mönchengladbach kaum mehr abzuwenden ist.

Denn auch nach zuletzt drei Partien ohne Niederlage blieb der Traditionsklub am Tabellenende. Und das Glück des Tüchtigen fehlt den Gladbachern auch ? das hatten am Samstag wieder mal die Berliner.

Nur mit Glück ist der Höhenflug der Hertha allerdings nicht zu erklären. Neun Heimsiege in Folge sowie zehn von 13 Erfolgen mit einem Tor Unterschied sprechen eine andere Sprache.

Noch immer gibt es kaum jemanden, der auf Hertha als Deutscher Meister wetten würde.

Aber schon jetzt sind die Berliner ein Meister der Effektivität.

Seit Wochen wartet man auf einen Einbruch des Teams von Lucien Favre, doch stattdessen sammelt die ?alte Dame? weiter Punkte um Punkte.

Langsam aber sicher verfestigt sich der Eindruck, dass Hertha allen nachvollziehbaren Argumenten zum Trotz bis zum Schluss um den Titel mitspielen wird.

Dabei profitieren die Berliner bis jetzt auch von der fehlenden Konstanz der Favoriten, vor allem des FC Bayern.

Aber auch Herbstmeister Hoffenheim, der beim 0:0 in Dortmund weiter Boden auf die Spitze verlor, sackt seit dem Ende der Winterpause kontinuierlich ab.

In Berlin hätte man nichts dagegen, am Ende als Profiteur solcher Krisen dazustehen.

Schließlich verweisen Historiker unter den Hertha-Fans ja auch darauf, dass der Klub seine erste Meisterschaft in Zeiten einer großen Krise feierte.

Das war inmitten der Weltwirtschaftskrise 1929/1930 - nun steckt Deutschland wieder in der Depression.

Doch für Hertha gelten derzeit die Worte, mit denen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die Hauptstadt charakterisierte: "Arm, aber sexy!"

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