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Zwei Leistungsträger im Clinch: Mertesacker (l.) gegen Ribery © getty

Die Münchner bringen den Ball mit einem Mann mehr nicht im Bremer Tor unter und verpassen den Big Point.

Aus Bremen berichtet Martin van de Flierdt

Bremen - Bayern München hat den Ausrutscher von Tabellenführer Hamburg nicht nutzen können und ist bei Werder Bremen nicht über ein 0:0 hinausgekommen.

Dabei ließen die Münchner eine 75-minütige Überzahl ungenutzt, nachdem Bremens Innenverteidiger Naldo wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte (15.).

Während die Bayern nun vier Punkte Rückstand auf Hertha BSC besitzen, bleibt Werder im unteren Tabellenmittelfeld.

"Dieses Unentschieden war ein schweres Stück Arbeit. Nach dem Platzverweis war klar, dass wir in der Offensive nicht viel zeigen konnten. Ein großes Lob für den Einsatzwillen der Mannschaft", sagte Thomas Schaaf (DATENCENTER: Der 22. Spieltag).

Schaaf setzt auf Mailand-Elf

Der Werder-Trainer hatte vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion auf die gleiche Mannschaft gesetzt, die am Donnerstag beim AC Mailand begonnen hatte.

Kapitän Frank Baumann musste erneut auf der Bank Platz nehmen. Alexandros Tziolis blieb in der Startelf. Christian Vander vertrat den verletzten Tim Wiese zwischen den Pfosten.

Sein Pendant Jürgen Klinsmann (Klinsmann wehrt sich) erklärte: "Wir müssen dieses Ergebnis so akzeptieren, wie es ist."

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer war verschnupft: "Wir müssen jetzt mal selbst Punkte sammeln und nicht immer welche herschenken", forderte er.

Ze Roberto ersetzt Lahm

Klinsmann hatte sein Team notgedrungen auf mehreren Positionen verändern müssen.

Für den grippekranken Philipp Lahm (Porträt) wechselte Ze Roberto auf die Linksverteidigerposition. Der Ex-Bremer Tim Borowski übernahm dessen Posten vor der Abwehr.

Aufgrund des Ausfalls von Torjäger Luca Toni entschied sich Klinsmann für eine Ausrichtung mit Miroslav Klose als einziger Spitze.

Hamit Altintop rückte auf dem rechten Flügel als fünfte Mittelfeldkraft ins Team, Bastian Schweinsteiger kam über die linke Seite. Franck Ribery hatte hinter Klose alle Freiheiten.

Rensing rettet gegen Özil

Beide Teams verzichteten auf ein Abtasten und legten gleich den Vorwärtsgang ein. So bot sich Werder früh die Chance zur Führung.

Mesut Özil ließ halblinks im Strafraum Massimo Oddo aussteigen. Den Abschluss des Neu-Nationalspielers lenkte Bayern-Schlussmann Michael Rensing an den Pfosten (4.).

Die Bayern antworteten mit einem Klose-Schuss, den Vander vor die Füße Franck Riberys parierte. Bevor der Franzose das leere Tor anvisierte, grätschte ihm Per Mertesacker den Ball vom Fuß (7.). Borowski verzog anschließend aus sechs Metern nur knapp (14.).

Naldo sieht die Rote Karte

Ein böser Schnitzer von Mertesacker hatte dann eine Zäsur in der Partie zur Folge. Der Innenverteidiger rutschte aus, Bastian Schweinsteiger zog mit dem Ball auf und davon und kam im Zweikampf mit Naldo zu Fall.

Der Brasilianer sah von Schiedsrichter Manuel Gräfe wegen einer Notbremse die Rote Karte (15.).

Taktischer Wechsel von Schaaf

Schaaf wechselte Sebastian Boenisch für Angreifer Hugo Almeida ein, Linksverteidiger Petri Pasanen rückte ins Abwehrzentrum. Die Bremer standen in der Folge tiefer und lauerten auf Kontergelegenheiten.

Hochkarätige Torchancen hatten bis zur Pause aber nur noch die Gäste. So scheiterte Klose aus neun Metern unbedrängt an Vander (22.). Borowski setzte zunächst eine Volleyabnahme ans Außennetz (36.), seinen Flachschuss aus elf Metern entschärfte Vander kurz vor dem Halbzeitpfiff per Fußabwehr (43.).

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Klinsmann brachte zur zweiten Hälfte mit Lukas Podolski für Bastian Schweinsteiger eine zweite Spitze. Ribery kam fortan wieder über seine bevorzugte linke Mittelfeldseite und bereitete Tziolis und Clemens Fritz mit seinen Dribblings dort wiederholt große Probleme.

Werder rettet sich ins Ziel

Die Bremer erwehrten sich mit viel Laufarbeit ihrer Haut, so dass die Bayern dennoch lange kaum zu nennenswerten Torchancen kamen.

Stattdessen setzte Pizarro den Ball auf der Gegenseite aus sechs Metern unbedrängt neben Rensings Gehäuse (72.). Diese Szene stachelte die Bayern noch einmal an.

Im Gegenzug zwang Ze Roberto Vander aus zehn Metern zu einer weiteren Parade (74.), ehe Ribery mit einem Flachschuss am Bremer Schlussmann scheiterte (75.).

Auch einen tückischen Freistoß Oddos holte Vander aus dem linken unteren Toreck (85.) und rettete den Bremern somit den einen Punkt.

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