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Dzeko und Grafite bejubeln Grafites Elfmetertreffer © getty

Mit einem 3:1-Sieg fügen die Wölfe den Hamburgern die erste Heimpleite zu und vermasseln dem HSV die Tabellenführung.

Hamburg - Die HSV-Spieler schlichen schnell in die Kabine, und auch Trainer Martin Jol war sichtlich bedient.

Nach dem kurzen Intermezzo an der Tabellenspitze ist bei den Hanseaten schnell wieder Ernüchterung eingekehrt. Wie schon in der Hinrunde war es Angstgegner VfL Wolfsburg, der die Hamburger mit dem 3:1 (2:0) wieder zurück auf den Boden holte.

"Heute ist vieles gegen uns gelaufen", sagte Jol nach der ersten Heim-Niederlage der Saison: "Wir haben zwar mit viel Leidenschaft gespielt, aber uns hat ein bisschen der Verstand gefehlt."

HSV bleibt optmistisch

Mit weiterhin 42 Punkten muss sich der HSV wieder auf dem zweiten Platz hinter Spitzenreiter Hertha BSC Berlin einordnen.

"Wir sind aber weiter dabei und wollen unsere Chancen nutzen. Wichtig ist, dass wir wieder aufstehen", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer und forderte für das nächste Spiel bei Borussia Mönchengladbach eine Reaktion.

Auch wenn die Heimpleite schmerzte, den Optimismus haben die Hamburger aber nicht verloren. "Die Niederlage heißt gar nichts. Es ist noch früh in der Saison und nichts passiert. Für uns ist nach wie vor alles positiv", meinte Dennis Aogo.

Wolfsburger bescheiden

Fakt ist aber auch, dass durch die überraschende Heimpleite die Spitzengruppe wieder enger zusammengerückt ist. So zog der VfL sogar an Bayern München vorbei und ist nun schon Vierter.

"Wir wollen soviele Punkte wie möglich holen. Wir waren in der vergangenen Saison eine der besten Rückrunden-Mannschaften. Das wollen wir wieder bestätigen. Wir denken aber nur Spiel für Spiel", sagte Wolfsburgs Marcel Schäfer.

Und auch Stürmer Edin Dzeko blieb bescheiden: "Unser Ziel bleibt Platz fünf." In der Verfassung von Hamburg ist aber auch mehr drin

Guerrero sieht Fünfte Gelbe

Brasilianer Grafite mit einem Doppelpack (12. per Foulelfmeter und 25.) sowie Sturmpartner Edin Dzeko (75.) waren bei dem nicht unverdienten Sieg für die Gäste erfolgreich.

Für den HSV konnte Paolo Guerrero (73.) zwischenzeitlich nur verkürzen. Der Peruaner fällt nach der fünften Gelben Karte in der nächsten Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach aus.

Fraglich ist dann auch der Einsatz von Verteidiger Guy Demel, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste.

Umstrittener Elfmeter

Vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften HSV-Arena begann die Partie mit einem Schock für die Gastgeber. Schiedsrichter Guido Winkmann entschied nach Hinweis seines Assistenten auf Foulelfmeter für die Gäste, nachdem Dennis Aogo Edin Dzeko im Strafraum am Trikot festgehalten hatte.

Der bosnische Stürmer fiel daraufhin spektakulär zu Boden. Grafite ließ sich im ersten Spiel nach einer Knie-Arthroskopie die Chance nicht entgehen.

Der Elfmeter-Pfiff sorgte für wütende Proteste bei den Hanseaten. Franz Beckenbauer meinte bei "Premiere" sogar: "Der Schiedsrichter muss etwas gegen den HSV haben." HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer räumte allerdings ein: "Dzeko wird sich das Trikot nicht selbst ausgezogen haben."

Lenz mit starken Reflexen

Nach der Führung zeigten die Wolfsburger eine taktisch erstklassige Leistung. Sie standen exzellent gestaffelt, ließen den Hamburgern nur wenig Raum zum Angriff und waren durch Konter jederzeit gefährlich.

Außerdem hatten sie das nötige Glück auf ihrer Seite. So konnte Torwart Andre Lenz zweimal mit sensationellen Reflexen gegen Ivica Olic klären (2., 21.). In der 33. Minute strich ein missglückter Abwehrversuch von Andrea Barzagli nur Zentimeter über das eigene Tor.

Jol bringt Petric

In der zweiten Hälfte wechselte HSV-Trainer Martin Jol dann Torjäger Mladen Petric ein. Die Hamburger rannten nun verstärkt auf das VfL-Tor zu, klare Chancen hatten sie bis zu Guerreros Anschlusstreffer dabei allerdings kaum.

Spielmacher Piotr Trochowski konnte gegen das von Josue glänzend organisierte Wolfsburger Mittelfeld nur wenig Akzente setzen.

Mit dem erstklassig herausgespielten Konter zum 3:1 war die Partie dann so gut wie entschieden.

Olic als einziger mit Normalform

Olic erreichte bei den engagierten aber indisponierten Hamburgern als einziger Normalform. Die Hanseaten spielen am Mittwoch nun im Pokal-Viertelfinale gegen Wehen Wiesbaden, während der VfL im Pokal auf Werder Bremen trifft.

Bei den Wolfsburgern verdienten sich Grafite, Josue und Torwart Lenz die Bestnoten.

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