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Jürgen Klinsmann hat beim FC Bayern noch Vertrag bis 2010 © imago

Der Bayern-Coach geht in mehreren Interviews zum Gegenangriff über. Provokationen der Presse begegne er künftig mit Schärfe.

München- Jürgen Klinsmann wehrt sich gegen die Kritik an seiner Arbeit.

In einer Medien-Offensive ging der Trainer des FC Bayern zum Gegenangriff auf die Nörgler über.

Er akzeptiere Anregungen aus seiner Mannschaft oder der Bayern-Bosse, erklärte Klinsmann in mehreren Interviews, Provokationen der Presse begegne er jedoch mit Schärfe.

"Wenn dann noch welche kommen und Dinge erfinden, die nicht wahr sind, haue ich denen auch ein Brett zurück", sagte er im Aktuellen Sportstudio des ZDF.

"Grundsätzlich wird permanent versucht, einen Keil reinzutreiben."

Gerüchte um Sitzung

Nach dem 5:0-Sieg der Münchner in der Champions League bei Sporting Lissabon hatte es Berichte gegeben, wonach die Mannschaft sich ohne Klinsmanns Wissen zu einer defensiveren Taktik entschieden hätte.

Klinsmann und Bayern-Kapitän Mark van Bommel hatten derartige Spekulationen vor der Begegnung am Sonntag bei Werder Bremen zurückgewiesen.

Taktik-Arbeit wird nicht vernachlässigt

"Es ist schade, wenn Darstellungen nicht der Wahrheit entsprechen. Aber das ändert nichts an unserem Kurs", meinte der 44-Jährige.

"Ich habe immer ein offenes Ohr für die Spieler. Aber letztlich entscheidet der Trainer, wer wo spielt und wie gespielt wird."

Der 44-Jährige stört sich auch daran, dass es Mutmaßungen gibt, wonach er die taktische Arbeit mit den Profis vernachlässige.

"Das stimmt absolut nicht. Alle Grundelemente der Taktik sind trainiert. Ob die Spieler sie abrufen, ist eine Frage von Disziplin und Eigenverantwortung auf dem Platz." (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

Langfristige Perspektive

Klinsmann weiter: "Nach dem Sommermärchen mit der Nationalelf hieß es auch, Jogi Löw hätte angeblich die Taktik gemacht, die anderen die Organisation. Und ich sei der Motivator gewesen. Das ist Schwachsinn."

Sein Team und er hätten in acht Monaten beim FC Bayern "Unglaubliches geleistet" und einen "großartigen Grundpfeiler" dafür gelegt, "um langfristig erfolgreich zu arbeiten".

Kritik ist kein Problem

Dass nach dem verkorksten Start in die Bundesliga-Rückrunde im Team Kritik laut wurde, hält Klinsmann für normal.

"Ich will jeden Spieler weiterbringen. Dazu muss er seinen Mund aufmachen. Wenn er das hier und da mal in der Öffentlichkeit tut, ist das kein Problem. Wenn es ein Schrittchen zu weit geht, werde ich es ihm schon sagen."

"Ein Trainer muss einstecken können"

Er erwarte von seinen Führungsspielern sogar, "dass sie Dinge ansprechen". Das gelte auch für seine Vorgesetzten.

"Kritik müssen Uli Hoeneß, Kalle Rummenigge oder Franz Beckenbauer doch äußern. Bei einer Negativserie muss man alles hinterfragen. Das ist normal. Damit muss ein Trainer leben, er muss auch einstecken können", sagte Klinsmann.

"Beim FC Bayern zählt nur das Jetzt, der Erfolg der Gegenwart. Aber ich spüre, dass wir dabei sind, noch eine richtig große Saison zu spielen."

ManCity-Interesse "unwichtig"

Auch das angebliche Interesse von Manchester City sei für ihn "absolut unwichtig". Er und seine Familie fühlten sich sehr wohl in München: "Ich Habe einen Vertrag bis 2010 und viel Freude an der Arbeit."

Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft wird aber offenbar erst im Sommer fallen. "Nach der Saison wird man sich zusammensetzen und sagen, was gut war und was weniger gut. Dann sieht man, was Sache ist", sagte er.

"Das Wichtigste ist jetzt, diese Saison mit dem einen oder anderen Titel zu krönen."

Ein Original-Trikot des FCB mit Unterschriften gibt es hier

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