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Claudio Pizarro (l., mit Klose) schoss im Hinspiel das Tor zum 4:0 für Bremen © getty

Für Claudio Pizarro und Miroslav Klose kommt es zum besonderen Aufeinandertreffen. Beide treffen auf ihren jeweiligen Ex-Klub.

Von Martin van de Flierdt und Daniel Rathjen

Bremen - Claudio Pizarro steht dazu.

"Es ist ein ganz besonderes Spiel für mich", sagt der Angreifer von Werder Bremen vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub FC Bayern München (So., ab 16.30 Uhr LIVE).

"Ich war eine lange Zeit in München und fühle mich immer sehr gut, wenn ich gegen Bayern spiele."

Tore geben Rückenwind

Sein derzeitiges Wohlgefühl rührt allerdings nicht nur aus der puren Wiedersehensfreude mit der Mannschaft, für die er zwischen 2001 und 2007 in 174 Bundesligaspielen 74 Tore markierte.

Pizarro ist seit dem vergangenen Donnerstag auch deshalb obenauf, weil er für Werder Bremen beim UEFA-Cup-Hit beim AC Mailand (2:2) das verkörpert hat, wofür die Hanseaten ihn vor der Saison vom FC Chelsea ausgeliehen haben: die entscheidende Extraportion internationale Klasse.

"Meine beiden Tore in Mailand waren wichtig für die Mannschaft, aber auch wichtig für mich", räumt der Peruaner ein. (Die grün-weiße Mischung stimmt wieder)

Schließlich hatte er den Bremern am Wochenende zuvor einen Bärendienst erwiesen, als er wegen der verspäteten Rückkehr von einem Abstecher zu seinem Bruder Diego nach München das Abschlusstraining verpasste und aus dem Kader für das Bremer Spiel in Cottbus gestrichen wurde.

Pizarro will sich beweisen

Dass Werder ohne Pizarro kaum Torgefahr ausstrahlt, ist nicht erst seit dem 1:2 in der Lausitz ein offenes Geheimnis. Elf Tore in nur 14 Einsätzen - die Sperre von Karlsruhe verhinderte eine noch größere Ausbeute - machen den 30-Jährigen zum unverzichtbaren Eckpfeiler der Bremer Offensive.

"Ich habe aus dem Fehler vor Cottbus gelernt", beteuert Pizarro. Seinen Willen zur Wiedergutmachung soll man auch gegen die Bayern deutlich erkennen können.

"Ich will mich dort wieder beweisen", kündigt der Stürmer an, der schon beim 5:2 im Hinspiel die Münchner Defensive mit seinem technisch feinen Tor zum 4:0 hat alt aussehen lassen.

"Ich bin überzeugt, dass uns der Erfolg von Mailand genügend Selbstvertrauen gibt, um auch gegen die Bayern zu bestehen."

Klose muss ohne Toni stürmen

Weniger offensiv gibt sich Pizarros Münchner Pendant Miroslav Klose. Auf dem Nationalstürmer, der Pizarro 2007 beim Rekordmeister beerbte, ruhen nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Luca Toni die Hoffnungen der Bayern.

"Wir müssen nicht jedes Spiel 5:0 gewinnen, sondern erst einmal zu null spielen", misst er dem höchsten Münchner Champions-League-Erfolg in Lissabon noch nicht die Bedeutung einer Wende zum Guten bei.

"In Bremen müssen wir unsere gute Leistung bestätigen. Mit unseren Möglichkeiten können wir da durchaus gewinnen", meint der Nationalstürmer, der zwischen 2004 und 2007 für Werder 53 Tore in 89 Spielen markierte.

Eine Niederlage und die Europa League rückt näher

"Müssen" wäre wohl die passendere Formulierung gewesen.

Denn nicht nur Manager Uli Hoeneß, sondern auch "Kaiser" Franz Beckenbauer sähen die Münchner andernfalls geradewegs auf dem Weg in die Europa League, den Nachfolger des ungeliebten UEFA-Pokals. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Wenn wir jetzt vier, fünf Spieltage vor Saisonende stünden, wäre das bei der aktuellen Platzierung vielleicht so", findet Klose. "Aber noch haben wir genug Zeit. Es liegt nur an uns."

"Big Points werden woanders verteilt"

Und an ihm in Bremen ganz besonders. Mit neun Saisontreffern ist er der gefährlichste verbliebene Bayern-Feldspieler.

Womöglich muss er im Weserstadion als einzige echte Spitze agieren, falls Trainer Jürgen Klinsmann den perspektivlosen Landon Donovan und Lukas Podolski nicht ausreichend vertraut. (Klinsmann: "Wir haben nur noch Endspiele")

"Die Big Points werden auswärts in Bielefeld, in Bochum und in Cottbus verteilt", meint Klose gelassen. "Aus diesen Spielen müssen wir insgesamt neun Punkte holen."

Dass die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte für ihn daher kein besonderes Spiel darstellt, hat er damit - nicht wirklich durch die Blume - auch noch mitgeteilt.

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