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Hans-Joachim Watzke ist seit Februar 2005 Geschäftsführer beim BVB © getty

Im DSF-Doppelpass spricht der BVB-Geschäftsführer über die Dopingdiskussion in Hoffenheim und die Dortmunder Saisonbilanz.

München - Borussia Dortmund muss weiter auf den ersten Rückrundensieg warten.

Trotzdem zeigten sich die Verantwortlichen nach dem 0:0 gegen 1899 Hoffenheim nicht unzufrieden. (Nachbericht: Nur die Tore fehlen)

Auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zieht im DSF-Doppelpass eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Saison.

Zudem spricht der BVB-Boss über die finanzielle Situation in Dortmund, die aktuelle Doping-Diskussion um die Hoffenheimer Andreas Ibertsberger und Christoph Janker und die Situation beim FC Bayern.

Watzke im DSF-Doppelpass über...

die bisherigen Saisonleistungen des BVB

"Es besteht in Dortmund absolut eine gewisse Zufriedenheit mit der Mannschaft. Es gab gegen 1899 keinen Zuschauer, der nicht zufrieden aus dem Signal-Iduna-Park gegangen ist, obwohl es ein 0:0-Spiel war.

Wir sind schon mit dem sechsten Platz und 29 Punkten gut in die Hinrunde gestartet, aber haben auch schon gewarnt, dass es Rückschläge geben wird. Wir hatten in dieser Rückrunde einen Rückschlag und das war das Heimspiel gegen Cottbus. Das war schlecht."

die Ziele für die laufende Spielzeit:

"Wir haben ja kein Ziel anvisiert. Es stimmt auch nicht, dass die Euphorie in Dortmund weg ist. Dortmund ist ohnehin keine Stadt, die zu Euphorie neigt. Aber unsere Mannschaft hat die Qualität, zu fighten. Wir sind schwer zu schlagen."

das Potenzial der Dortmunder Mannschaft:

"Wir haben eine absolute Grundqualität in der Mannschaft, die sich darin äußert, dass wir in 22 Spielen nur drei Mal verloren haben. Das ist dann auch kein Zufall.

Uns fehlt nur das Stückchen Qualität, auch zu Hause mal den Gegner auszuspielen und dann auch - so wie es Hamburg oder Hertha schaffen - mit 2:1 zu gewinnen.

Aber wir haben eine junge Mannschaft, die etwas Zeit braucht. Und diese Zeit bekommt sie auch. Bis jetzt hat sich das sehr gut entwickelt."

die finanzielle Situation des BVB:

"Wir sind während der Hinrunde unglücklich im Elfmeterschießen gegen Udinese Calcio ausgeschieden und da fehlten uns einfach vier, fünf Millionen aus dem UEFA-Cup. Die Konsequenz daraus war, dass wir den Kader, den wir auch für den UEFA-Pokal etwas breiter aufgestellt hatten, nun reduzieren mussten.

Wir haben ihn um Spieler reduziert, die mit ihren Leistungen in der Vorrunde dem Spiel des BVBs nicht unbedingt ihren Stempel aufgedrückt hatten. Wir haben das Geld nicht und müssen sehr sparsam haushalten."

Dortmunds Transferpolitik:

"Wir haben in den vier Jahren meiner Amtszeit keinen Spieler geholt, der uns fünf Millionen Euro Ablöse gekostet hätte. Wir haben aber mit David Odonkor, Tomas Rosicky und Mladen Petric drei Transfers machen müssen, die uns andererseits viel Geld einbrachten."

die aktuelle Doping-Diskussion in der Bundesliga:

"Ich bin persönlich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass die beiden Spieler von Hoffenheim nicht gedopt waren. Allerdings müssen die Hoffenheimer natürlich klären, wo intern die Versäumnisse waren und warum das passieren konnte. Gegen einen General-Verdacht kann man immer schlecht argumentieren.

Bisher sind diese Kontrollen bei Borussia Dortmund und in der Bundesliga ordnungsgemäß durchgeführt worden und insofern ist es natürlich richtig, dass man jetzt aufklärt, wo es organisatorische Mängel gegeben hat. Und zwar ohne die beiden Jungs aus Hoffenheim öffentlich 'hinzurichten'."

das Potenzial des FC Bayern:

"Ich kann aus eigener Einschätzung sagen, dass uns die Bayern in der ersten Halbzeit so unter Druck gesetzt haben, wie bis dato keine andere Mannschaft uns unter Druck gesetzt hat. Das war erste Klasse.

Ich sehe den FC Bayern - trotz des ein oder anderen Aussetzers - auf einem guten Weg."

die öffentliche Kritik an Trainer Jürgen Klinsmann:

"Jürgen Klinsmann hat bei Bayern München eine hochkarätig besetzte Mannschaft, und trotzdem hat Bayern aus den letzten vier Bundesligaspielen drei verloren. Dann hat man automatisch ein Problem.

Man kann ja aus der Distanz feststellen, dass sowohl Karl-Heinz Rummenigge als auch Uli Hoeneß ihren Trainer sehr unterstützen. Es war ihre innovative Lösung, aber es hat sich auch einiges bewegt."

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