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Franck Ribery schoss in 43 Bundesligaspielen für Bayern 17 Tore © imago

Der Berater des Mittelfeldstars heizt Gerüchte über einen Wechsel an. Der FCB könnte ein spektakuläres Tauschgeschäft eingehen.

Aus Bremen berichtet Martin van de Flierdt

Bremen - Irgendwann weit in der zweiten Hälfte des Münchner 0:0 bei Werder Bremen hatte Franck Ribery genug.

Zum wiederholten Male war er auf dem linken Flügel auf und davon gezogen und hatte den Ball mustergültig in die Mitte serviert.

Zum wiederholten Male war die Vorlage nicht verwertet worden.

Als ihm Trainer Jürgen Klinsmann daraufhin von der Seitenlinie aus ein paar aufmunternde Worte zukommen ließ, reagierte der Franzose für alle sichtbar genervt: Er winkte ab.

"Wir brauchen zu viele Chancen"

"Wir haben ein wesentliches Problem in dieser Saison", meinte er nach der Partie. "In der letzten haben wir aus fünf Chancen drei Tore gemacht. In dieser brauchen wir zu viele Chancen und treffen zu selten."

Doch nicht nur die fehlende Kaltschnäuzigkeit, sondern auch die generelle Spielausrichtung der Bayern unter Klinsmann findet gegenwärtig nicht seine Zustimmung:

"Wir spielen relativ offensiv und offen. Da bekommt man hinten Schwierigkeiten. Wir müssen kompakt stehen und alle verteidigen."

Interesse von Barca

Die Frage nach der zur Mannschaft passenden Taktik schien mit dem 5:0 von Lissabon ausreichend beantwortet. Auch Ribery hatte anschließend behauptet, so mache ihm der Fußball bei den Münchnern wieder richtig Spaß.

Doch das unbefriedigende Remis im Weserstadion hat die Wunden erneut aufgerissen. Und schon erinnert man sich wieder an eine Veröffentlichung der Sportzeitung "El Mundo Deportivo" aus Barcelona vom vergangenen Freitag.

Demnach soll der FC Barcelona bereit sein, Ribery für 30 Millionen Euro Ablöse zu verpflichten.

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Als Dreingabe würde die Katalanen zudem den noch im Vorjahr von den Münchnern heftig umworbenen Ex-Stuttgarter Alexander Hleb (DATENCENTER: Spielerporträt) mit an die Isar schicken.

Laufzeit und Gehalt angeblich schon ausgehandelt

Die Laufzeit von Riberys Vertrag bei Barca - die Rede ist von vier Jahren - und sein Jahressalär von bis zu fünf Millionen Euro seien sogar schon ausgehandelt. Der kleine, aber wesentliche Haken an dieser Geschichte: Ribery hat in München noch einen Vertrag bis 2011.

Zudem hatte der Franzose sich genervt gezeigt über die anhaltenden Wechselgerüchte, das angebliche Barca-Interesse allerdings nicht dementiert.

Und sein Berater Alain Migliaccio ließ die Spekulationen durch ein Interview des Radiosender "RAC-1" am Wochenende wieder hochkochen.

"Wenn Franck geht, dann um zu einem Klub wie Barcelona. Weil der nicht nur eine der besten Mannschaften Europas hat, sondern der Welt", meinte er.

"Sein Transfer wird sehr schwer werden, weil Bayern ihn nicht verkaufen will. Aber ich glaube, die beiden Klubs können miteinander reden und eine Einigung erzielen."

Hleb in Barcelona unzufrieden

Hleb jedenfalls bekannte jüngst öffentlich, mit seiner "sportlichen Situation in Barcelona nicht zufrieden sein" zu können. Ob der Edelreservist ein weiteres Jahr bei den Katalanen verbringt, hänge einzig und allein von Trainer Josep Guardiola ab.

Dass dieser gesteigerten Wert auf eine weitere Verfügbarkeit des Weißrussen legt, der vor der Saison für 15 Millionen Euro vom FC Arsenal losgeeist wurde, ist zu bezweifeln.

Bei den Bayern-Bossen wird der angeblich geplante Tausch mit Ribery dennoch kaum auf Gegenliebe stoßen, so lange die sportliche Unverzichtbarkeit des Franzosen seine Launen deutlich überwiegt.

Hochkarätige Alternative

Migliaccio nähme ein Scheitern des Wechsels nach Barcelona wohl gelassen zur Kenntnis. Denn er hat noch einen weiteren Pfeil im Köcher:

"Wenn Manchester United Cristiano Ronaldo verkauft, würde Trainer Alex Ferguson diesen Abgang gern mit Ribery abdecken", sagte er.

So lange der Berater solche Aussagen macht und der FCB-Star selber Auftritte wie in Bremen zeigt, dürften die Diskussionen um Riberys Zukunft anhalten.

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