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Grafite (2.v.r.) schoss gegen Hamburg seine Saisontore 13 und 14 © getty

Favoritenschreck Wolfsburg hält das Meisterschaftsrennen in Bewegung - und ist jetzt auch selbst zum Titelanwärter gereift.

Wolfsburg - Früher haftete den "Wölfen" das Image der "grauen Maus" an - der VfL Wolfsburg galt als einer der Langweiler der Liga.

Zur Zeit ist er das genaue Gegenteil, nämlich der größte Spannungsgarant in der Bundesliga.

Zum zweiten Mal in Folge haben die Niedersachsen einen Spitzenreiter gestürzt und damit das Titelrennen weiter offen gehalten.

Und mehr noch: Nach dem 2:1 gegen Hertha BSC Berlin in der Vorwoche und dem 3:1 beim Hamburger SV (NACHBERICHT: "Wölfe" schocken den HSV) ist die Mannschaft von Felix Magath nun selbst mitten im Kampf um die Meisterschaft.

"Wir wollen Fünfter werden"

Ein Gedanke den die "Wölfe" aber (noch?) weit von sich weisen.

"Platz vier?", fragte Edin Dzeko etwa sogar noch nach, als er darauf angesprochen wurde, dass der VfL am Sonntag schon an Bayern München vorbeigezogen ist:

"Das ist super, aber unser Ziel bleibt Platz fünf."

Dzeko bewegte sich damit voll auf der Linie von Magath. "Es ist nicht unser Ziel, Meister zu werden", hielt der Teammanager sogar fest.

"Wir wollen Fünfter werden und dafür sind noch viele Spiele zu gewinnen."

Beste Mannschaft der Rückrunde

Wenn es so weitergeht, sollte das kein Problem sein: Die "Wölfe" sind mit vier Siegen und einem Unentschieden beste Mannschaft der Rückrunde.

Die beste Rückrundenmannschaft hat mit 39 Zählern nur noch vier Punkte Rückstand auf den neuen Tabellenführer Hertha BSC, den HSV durch den Dreier in Hamburg als beste Heimmannschaft abgelöst - und darf in den folgenden beiden Partien in der eigenen Arena antreten.

Außerdem müssen auch die Kontrahenten aus Hoffenheim und München noch in die Autostadt reisen.

"Wenn sie anfangen, jetzt auch noch auswärts alles zu gewinnen, dann muss man mit ihnen rechnen", meinte auch Franz Beckenbauer.

Auch mal Mailand oder Paris

Fast scheint es, als sei Magath (DATENCENTER: Trainerporträt) selbst überrascht von der Rasanz der sportlichen Entwicklung: "Als ich hier im Sommer 2007 anheuerte, war der VfL im Umbruch, ich hatte nur zwölf Spieler im Kader."

Als sportlicher Alleinherrscher nach englischem Vorbild und ausgestattet mit den Millionen von Volkswagen ging er los und baute ein Team, das bereits im Vorjahr den UEFA-Cup erreichte.

"Der VfL kann mit mir zufrieden sein. Ich kann es mit dem Verein auch", zog Magath im NDR eine erste Zwischenbilanz und blickte dank des Geldgebers zuversichtlich nach vorne:

"VW hat beschlossen, dass es für den international operierenden Konzern ganz gut ist, wenn die Mannschaft auch mal in Mailand oder Paris spielt. Das bleibt unser Ziel."

Grafite schielt nach oben

Statt der neuen Europaliga könnte es aber auch die Königsklasse werden.

Die Wolfsburger traten in Hamburg taktisch ungemein diszipliniert auf, stehen kompakt im Mittelfeld, lassen in der Abwehr kaum Chancen zu und verfügen in Grafite und Dzeko über eines der besten Angriffsduos der Liga.

Anders als Sturmpartner Dzeko gibt der am Sonntag überragende Grafite übrigens zu, mittlerweile ein bisschen höher zu schielen als "nur" auf Platz fünf.

"Wenn wir so weitermachen", überlegt der gegen Hamburg zweimal erfolgreiche Brasilianer, "können wir vielleicht ganz oben angreifen".

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