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Felix Magath wurde vom Bundesgericht des DFB zu 7.500 Euro Strafe verurteilt © getty

"Wölfe"-Coach Felix Magath wird auch vom Bundesgericht des DFB nicht freigesprochen. Seine Strafe wird allerdings reduziert.

Frankfurt/Main - Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg hat in dem über drei Monate dauernden Streit mit dem DFB einen Teilerfolg erzielt und muss nur noch 7500 statt ursprünglich 10.000 Euro Strafe zahlen.

Das DFB-Bundesgericht sah in der Aussage von Magath gegenüber Schiedsrichter Helmut Fleischer ("Ihre Spielleitung ist unter aller Sau") zwar auch ein unsportliches Verhalten, reduzierte aber die Geldstrafe gegen den 55 Jahre alten Fußball-Lehrer.

Magath war dennoch "nicht ganz glücklich" und sieht für die Zukunft im Umgang mit den Unparteiischen weiter Schwierigkeiten.

"Man muss sich schon überlegen, wie man noch miteinander umgeht. Ich sehe nicht, dass ich Herrn Fleischer beleidigt oder beschimpft habe", erklärte Magath, der auch ehrenamtlicher Vize-Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) ist.

Weiterer Ausgang offen

Magath ließ offen, ob er sogar weiter gegen den DFB vorgeht. "Es wäre auch noch der Gang vor das Schiedsgericht möglich", sagte Magaths Anwalt Walther Behrends.

Der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, Goetz Eilers, hatte sich um ein ausgewogenes Urteil bemüht. "Wir halten die Aussage von Herrn Magath nach wie vor nicht für tolerierbar. Das war keine Bagatellsache. Wir sehen es als eine einmalige Entgleisung unter besonderen Umständen", erklärte Eilers: "Wichtig war uns, dass wir keine Überreaktion zeigen."

"Unter aller Sau"

Magath hatte gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 11. Dezember 2008 und die dort verhängte Geldstrafe von 10.000 Euro Berufung eingelegt. Die Auseinandersetzung basiert auf einem Vorfall vom 22. November 2008.

Beim 4:1 der "Wölfe" gegen Magaths Ex-Klub VfB Stuttgart hatte der Coach Referee Fleischer in der Halbzeitpause beleidigt und war daraufhin auf die Tribüne verwiesen worden.

Vorsitzender fordert harte Strafe

Der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner, hatte sich für eine harte Bestrafung ausgesprochen.

"Das war ein klarer Angriff auf die Autorität, Integrität und Unparteiigkeit des Schiedsrichters", sagte Nachreiner.

"So etwas kann man nicht durchgehen lassen, sonst herrschen in Zukunft anarchische Zustände auf dem Fußballplatz."

Von einem "Stellvertreter-Prozess" sprach Magath-Anwalt Behrends: "Hier ging es nicht um Herrn Magath, sondern um die abstrakten Interessen der Schiedsrichter auf der einen sowie der Trainer auf der anderen Seite."

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