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Thiago Alcantara wechselte im Sommer vom FC Barcelona zu Bayern München © getty

Nach Guardiola kritisiert auch Thiago seinen Ex-Verein. Barca habe "nichts getan", um ihn zu halten. Die Situation ist angespannt.

Von Martina Farmbauer

München - Erst Trainer Pep Guardiola, nun auch Spielmacher Thiago Alcantara - die neuen Spitzenkräfte des FC Bayern und ihr ehemaliger Klub FC Barcelona werden vorerst wohl keine Freunde mehr.

"Ich wollte mich geschätzt fühlen und wettbewerbsfähig sein", sagte der 25-Millionen-Euro-Einkauf der Münchner dem spanischen Radiosender "RAC 1" und ätzte in Richtung der Katalanen: "Deshalb habe ich beschlossen, zu gehen und zu Bayern zu wechseln."

Zudem: Der FC Barcelona habe "nichts getan, um mich zu halten". Eine kraftvolle Attacke.

Nach dem Spiel zwischen Bayern und Barcelona um den Uli-Hoeneß-Cup am vergangenen Mittwoch hatte das allerdings noch ganz anders geklungen.

Alles bleibt, wie es ist

Bei SPORT1 beteuerte Thiago, dass sein Wechsel nichts mit Barcelona zu tun gehabt habe, sondern mit der Aussicht, beim FC Bayern zu spielen.

"Für mich ändert sich nichts", antwortete er auf die Frage, was er in München habe, was er in Barcelona nicht hätte: "Ich trainiere jeden Tag, um am Wochenende spielen zu können."

Auch der Frust über zu kurze Einsatzzeiten beim spanischen Meister habe keine Rolle gespielt: "Nein, ich habe diese Veränderung gebraucht. Ich dachte, das sei der Moment dafür. Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen."

Peps Lockruf gefolgt

Eine Entscheidung, die viele in Barcelona sogar nachvollziehen können.Schließlich folgte der 22-Jährige seinem Förderer Guardiola.

"Ich kannte Pep Guardiola, Bayern ist ein spektakulärer Klub, das war alles sehr motivierend", sagt Thiago bei SPORT1.

Doch eines können die stolzen Katalanen nicht verstehen: Dass sie sich nun mit Anfeindungen ihrer beiden früheren Helden konfrontiert sehen.

Zuerst Guardiola, der aus dem Norden Italiens, wo der FC Bayern sein Trainingslager abhielt, in richtung Barca moserte. Und nun auch noch Thiago.

Peps Sympathiewerte auf dem Tiefpunkt

Schon nach dem Uli-Hoeneß-Cup drehten sich die Fragen der katalanischen Journalisten im Anschluss an das Spiel auch fast nur um ein Thema: Die Fehde innerhalb der Barca-Familie - zu der Pep Guardiola und Thiago irgendwie immer noch gehören.

Für Guardiola, der in Katalonien nach Angaben des einheimischen Autors Miguel Angel Violan noch nie so unbeliebt war wie in der vergangenen Woche, war dies die Chance, die Wogen glätten. Und er nutzte sie auch.

Doch nun auch noch Thiago.

Thiago mit neuer Familie?

Auf dem Feld hatte es dafür keine Anzeichen gegeben. Während es zu keiner sichtbaren Begrüßung zwischen Guardiola und Barcelona-Spielern oder -Vertretern kam, begrüßte sich Thiago mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen sehr freundschaftlich.

Auch nach dem Spiel schüttelte Thiago Hände, dann kehrte er zurück in den Kreis der Bayern. Er scheint die Münchner schon als seine neue Familie zu verstehen.

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