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Ralf Rangnick muss aktuell gleich auf vier Mittelfeldspieler verzichten © getty

Vor dem Heimspiel gegen Bremen gehen Hoffenheim die Spieler aus. Ralf Rangnick zeigt sich bei Sport1.de aber unbeeindruckt.

Von Matthias Becker

München - Ralf Rangnick hat sicherlich schon einfachere Tage erlebt als Trainer von 1899 Hoffenheim.

Nur ein Sieg aus den vergangenen sieben Spielen und die immer noch schwelende Doping-Affäre um Christoph Janker und Andreas Ibertsberger:

Die unbeschwerten Tage der Hinrunde sind beim Aufsteiger und Herbstmeister vorbei.

Und jetzt werden auch noch die Personalsorgen immer größer. Nach der Verletzung von Sejad Salihovic (Salihovic fällt lange aus) fehlt Trainer Ralf Rangnick am Samstag gegen Werder Bremen ein komplettes Mittelfeld.

"Volle Konzentration auf Lösungen"

Selim Teber, Luiz Gustavo (Gelbsperre), Tobias Weis (Rotsperre) und Salihovic stehen Rangnick nicht zur Verfügung. Mit Carlos Eduardo und Isaac Vorsah bleiben nur noch zwei arrivierte Mittelfeld-Kräfte übrig.

Der Coach will über diese personelle Notlage auf Nachfrage von Sport1.de aber nicht lamentieren.

Vielmehr wolle er seine "volle Konzentration darauf richten, Lösungen zu finden", erklärte Rangnick.

Beck ist optimistisch

Der Schwerpunkt der Trainingsarbeit liege daher in dieser Woche darauf, eine Elf aufzubieten, die mit den vor allem im Mittelfeld enorm starken Bremern mithalten kann.

"Wir hatten in den vergangenen Wochen viele Widerstände, werden da aber gestärkt herauskommen", ist Rechtsverteidiger Andreas Beck optimistisch .

Die Suche nach Alternativen

Denn obwohl der Hoffenheimer Kader immer dünner wird, könnte der oft als "Fußball-Professor" verspottete Rangnick auch gegen das im leichten Aufwärtstrend befindliche Werder die ein oder andere Überraschung aus dem Hut zaubern.(DATENCENTER: Der Hoffenheimer Kader)

Marvin Compper rückt nach abgesessener Gelbsperre wieder ins Abwehrzentrum, deshalb kann der dort zuletzt benötigte Vorsah die Position vor der Deckung einnehmen. Zusätzlich könnte Winter-Neuzugang Fabricio eine Alternative darstellen.

Da auch Chinedu Obasi nach seinen bislang drei Rückrunden-Kurzeinsätzen wieder für einen Einsatz in der Startformation in Frage kommt, ist auch eine Rückkehr zum in der Hinrunde meist praktizierten 4-3-3-System gut denkbar.

Chance für die Reservisten

Ein Testspiel gegen die Stuttgarter Kickers soll Rangnick erste Aufschlüsse über mögliche Aufstellungsvarianten geben.

Ohnehin sieht der Coach in der aktuellen Lage auch eine Chance für die Spieler, die bisher eher hinten dran standen, sich zu präsentieren.

Rangnick reagiert gereizt

Trotz allem Zweckoptimismus gehen die Ereignisse der letzten Wochen aber auch am bis dato souverän auftretenden Rangnick nicht spurlos vorüber.

"Das ist alles sehr, sehr ärgerlich", reagierte er auf die Botschaft von Salihovics Verletzung ernüchtert.

Nach dem Dortmund-Spiel antwortete er auf die Frage, weshalb Neuzugang Timo Hildebrand nicht im Kader gestanden hätte, gereizt:

"Dass Timo Hildebrand vor zweieinhalb Jahren mit Stuttgart Meister wurde, reicht noch nicht, um im Tor zu stehen". Er relativierte diese Aussage aber später mit dem Zusatz, er habe nur klar machen wollen, dass Hildebrand noch nicht fit sei.

"Ich bin absolut zufrieden"

Von einer sportlichen Krise will Rangnick ohnehin nichts wissen. Und das, obwohl seine Hoffenheimer in der Rückrunde nur das erste Heimspiel gegen Cottbus gewinnen konnten und den Ausfall von Top-Stürmer Vedad Ibisevic ihnen doch arg zu schaffen macht.

"Ich mache Entwicklungen nicht an Ergebnissen fest", sagte Rangnick und schickte noch ein Lob ans Team für die Auswärtspunkte in Stuttgart (3:3) und Dortmund (0:0) hinterher:

"Ich bin absolut zufrieden, wie sich meine junge Mannschaft in diesen beiden schwierigen Auswärtsspielen präsentiert hat. Ich mache mir für die Zukunft überhaupt keine Sorgen."

Normalisierung statt Krise?

Platz drei nach 22. Spieltagen ist für die Hoffenheimer schließlich keine schlechte Bilanz, handelt es sich bei den Badenern doch immer noch um einen Bundesliga-Aufsteiger.

"Das würde ich als Einkehr von Normalität bezeichnen", konstatierte Rangnick gelassen.

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