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Thomas Bach steht seit Mai 2006 an der Spitze des DOSB © getty

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes kritisiert Ralf Rangnick für dessen Haltung in der Doping-Affäre scharf.

München - DOSB-Präsident Thomas Bach hat in der Doping-Affäre um den Bundesligisten 1899 Hoffenheim dessen Trainer Ralf Rangnick harsch kritisiert.

"Dass Herr Rangnick das Thema heruntergespielt hat, zeigt mir, dass er noch nicht verinnerlicht hat, was der Kampf gegen Doping für die Glaubwürdigkeit des Fußballs bedeutet", sagte Bach nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main.

Nach Meinung von Bach war Rangnicks Reaktion ein Indiz für ein "mangelndes Bewusstsein" beim Problem Doping.

Der DOSB-Boss bezog sich dabei auf eine Aussage des Hoffenheim-Coaches, wonach es üblich sei, dass Spieler vor der Doping-Kontrolle ihr Trikot wechseln könnten und so für eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt blieben.

Nachholbedarf

"Ich hoffe, das Echo hat Rangnick zum Nachdenken gebracht", sagte Bach, der in der gesamten Bundesliga einen Nachholbedarf ausgemacht hat.

"Man sieht an der ein oder anderen Äußerung, dass dort in Teilen das Bewusstsein für den Kampf gegen Doping noch geweckt werden muss."

Nach dem Spiel des Herbstmeisters Hoffenheim am 7. Februar bei Borussia Mönchengladbach (1:1) waren die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Jancker erst mit zehnminütiger Verspätung zur Dopingkontrolle erschienen.

Der DFB ermittelt wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien, Gladbach hat gegen die Wertung des Spiels Einspruch eingelegt.

Positiver Effekt

Bach glaubt allerdings, dass die aktuelle Doping-Diskussion im Fußball auch ihre positiven Effekte hat.

"Diese Situation ist gut, weil der breiten Öffentlichkeit bewusst wird, was Athleten in anderen Sportarten klaglos hinnehmen", betonte der Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees in Anspielung auf die strikten Regularien bei den Dopingproben in Kernsportarten wie Leichtathletik und Schwimmen.

Bach lobte in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit dem DFB und der DFL. "Entscheidend war das klare Bekenntnis von DFB und DFL, dass es null Toleranz in Sachen Doping gibt. Ich habe vollstes Vertrauen in sie", bestätigte Bach.

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