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Andreas Müller bestritt 338 Bundesligaspiele für Stuttgart, Hannover und Schalke © imago

"Ich werde hier niemals zurücktreten", gelobt der Schalke-Manager, dessen Arbeitsplatz dennoch in höchster Gefahr schwebt.

Von Martin Hoffmann

München - Die Schalker Schockstarre nach dem Pokaldesaster in Mainz wurde am Tag danach am Ernst-Kuzorra-Weg perfekt widergespiegelt.

Das Logo der Königsblauen, das sich auf dem Dach der Schalker Geschäftsstelle um sich selbst dreht, gab seinen Geist auf und stand still - eine Szene mit fast schon zu offensichtlichem Symbolcharakter (Schalke im Schockzustand).

Doch Schalkes Manager Andreas Müller beteuert, dass er es nicht so hält: "Ich lasse mich nicht lähmen von der aktuellen Situation", stellt er in einem "kicker"-Interview klar.

Der vielkritisierte Manager betont überdeutlich seinen Willen, die Dauerkrise durchzustehen anstatt den Schwanz einzuziehen: "Eines steht felsenfest: Ich werde hier niemals zurücktreten!"

Architekt einer Fehlkonstruktion

Eine Klärung die nötig ist, nachdem er direkt nach dem 0:1 in Mainz (zum Spielbericht) Sätze gesagt hatte, die als Aufforderung zur Entlassung interpretiert werden konnten.

"Wenn man meint, muss man eben die Reißleine ziehen", lauteten seine Worte in Richtung des Präsidiums.

Worte aus denen der Frust sprach, dass die Schalke-Führung öffentlich zuletzt jedes Vertrauensbekenntnis verweigert hat.

Was aber auch nicht verwundern kann, ist Müller doch der Architekt einer Mannschaft, die sich in Mainz nicht zum ersten Mal als Fehlkonstruktion erwiesen hat.

Entlassung nach Köln-Spiel?

Und so halten sich auch die Gerüchte, dass die Trennung von Müller und auch Trainer Fred Rutten nur noch eine Frage der Zeit ist.

Und die Zeit könnte gekommen sein, wenn es am Freitag in der Liga gegen Köln (ab 20 Uhr LIVE) den nächsten Fehlschlag gibt.

"Wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, wie wir unseren Verein wieder auf Erfolgskurs bringen", lautet die jüngste Lagebetrachtung von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies - wiederum keine Aussage, die auf Jobsicherheit für Müller und Rutten hindeutet.

Schicksalsgemeinschaft mit Rutten

Dass die beiden eine Schicksalsgemeinschaft bilden, hat Müller im "kicker" nochmals betont.

"Egal wie viel Gegenwind der Trainer ausgesetzt ist: Ich werde dem nicht nachgeben." Er sei "nach wie vor zu 100 Prozent überzeugt", dass der Niederländer der richtige Coach wäre.

Verkäufe nicht angedacht

Müller tritt auch der Einschätzung entgegen, dass Schalke im Sommer Notverkäufe tätigen müsste, wenn der Europapokal verpasst wird.

"Nach den Transfers im Winter gehen wir wirtschaftlich ohne Sorgen in die neue Saison", erklärt er.

Für eventuelle Abgänge von Spielern wie Rafinha oder Kevin Kuranyi, die als Top-Kandidaten für einen Wechsel gelten, würde von Vereinsseite "keine Initiative ausgehen".

Die Frage ist nur, ob Müller darüber dann noch zu entscheiden hat.

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