vergrößernverkleinern
Im 15. Spiel ist es das erste Unentschieden zwischen Bayer und Bochum © getty

Auf den Pokalrausch folgt trister Liga-Alltag gegen Bochum: Beim Remis kann Leverkusen selbst eine Überzahl nicht zum Sieg nutzen.

Düsseldorf - Nur vier Tage nach der Pokal-Gala gegen Bayern München ist bei Bayer Leverkusen wieder die Bundesliga-Tristesse eingekehrt.

Die Werkself kam gegen den Abstiegskandidaten VfL Bochum trotz klarster Tormöglichkeiten nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus, blieb damit auch im dritten Heim-Punktspiel im Düsseldorfer Exil ohne Sieg.

Die Werkself verliert als Siebter immer mehr den Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze. Der Abstand beträgt nunmehr fünf Punkte.

Die Bochumer sammelten dagegen einen wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt und bauten den Vorsprung zu den Abstiegsplätzen auf drei Zähler aus.

Labbadia macht keine Vorwürfe

Bayer-Trainer Labbadia sieht allerdings noch Chancen, dass der Europapokal noch erreicht werden kann:

"Wir haben noch Möglichkeiten auf den UEFA-Cup, da müssen wir solche Spiele gewinnen. Von der Einstellung her kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Wichtig ist, dass sie den Kopf oben behalten."

Stürmer Stefan Kießling ist eher etwas pessimistischer: "Wir sind weit davon entfernt, ganz oben mitzumischen. Wir müssen zusehen, dass wir uns zusammenreißen, um in den UEFA-Cup zu kommen"

Bochumer gehen in Führung

Kapitän Christoph Dabrowski ließ die Westfalen mit einem Kopfballtreffer sogar von einem Sieg träumen.

Doch Bayer-Torjäger Patrick Helmes bescherte den Leverkusenern mit seinem 17. Saisontor per Handelfmeter (66.) noch einen Punkt.

Vorausgegangen war dabei ein Handspiel des Bochumers Mergim Mavraj im eigenen Strafraum, der dafür auch noch die Gelb-Rote Karte sah (65.).

Spritzigkeit fehlt

Vor 26.000 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena musste Bayer offensichtlich den Strapazen vom Mittwoch Tribut zollen, als Bayern München im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 4:2 ausgeschaltet worden war.

Den Leverkusenern fehlte vor allem in der ersten Halbzeit die Spritzigkeit, um die gut gestaffelte Bochumer Hintermannschaft auszuspielen. Häufig agierten die Gastgeber dabei planlos mit langen Bällen.

Bochum steht gut

Der VfL machte dagegen gut die Räume eng und war bei schnell vorgetragenen Kontern stets gefährlich.

Dabei mussten die Gäste früh einen personellen Verlust hinnehmen: Bei einer missglückten Faustabwehr erwischte Nationalkeeper Rene Adler den Bochumer Wintereinkauf Diego Klimowicz am Kopf, woraufhin dieser ausgewechselt werden musste.

Chancen kläglich verhauen

In der ersten Halbzeit bestimmte zunächst Langeweile das Bild, ehe urplötzlich Stefan Kießling nach einem perfekten Zuspiel von Renato Augusto frei vor dem Bochumer Keeper Daniel Fernandes auftauchte. Er setzte den Ball aber kläglich über das Tor (24.).

Der Bayer-Stürmer erwischte ohnehin nicht seinen besten Tag und trug auch mit Schuld am Bochumer Führungstreffer.

Nach einem Freistoß von Christian Fuchs ließ er VfL-Kaptän Dabrowski zum Gegentor einköpfen (32.).

Tempo erhöht

Nach dem Rückstand erhöhten die Gastgeber ein wenig das Tempo und erarbeiteten sich einige Möglichkeiten. Doch wieder war es Kießling, der nach einem Schuss von Helmes vorbeirutschte (34.).

"In der ersten Halbzeit haben wir versucht, gut zu stehen. Nach vorne ist allerdings nicht allzu viel zustande gekommen, weil Leverkusen auch sehr viel Druck entwickelt hat. Nach dem 1:0 hatten wir Glück, dass wir keinen Gegentreffer kassiert haben," analysierte VfL-Coach Marcel Koller.

Drei Minuten später setzte Nationalspieler Simon Rolfes einen Kopfball neben das Tor. Die größte Chance vergab aber Lukas Sinkiewicz, der völlig frei vor Fernandes stehend den Bochumer Torhüter anschoss (42.).

Mit Schwung aus der Kabine

Nach der Pause kamen die Leverkusener mit mehr Schwung aus der Kabine, hatten aber weiterhin Probleme, ein Mittel gegen die vielbeinige Hintermannschaft zu finden.

So musste der VfL schon selbst mithelfen, um Bayer wieder zurück ins Spiel zu bringen: Abwehrspieler Mavraj leistete sich ein unerklärliches Handspiel im eigenen Strafraum und kassierte dafür auch noch völlig zurecht die Ampelkarte.

Bayer-Torjäger Helmes ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und markierte den Ausgleich.

Totale Offensive

Danach warf Bayer weiter alles nach vorn. Die Bochumer verteidigten mit zehn Mann das eigene Tor und hatten zweimal Glück, dass Bayer-Verteidiger Henrique zwei Großchancen ungenutzt ließ (79. /83.).

Für Koller war es "Insgesamt ein glücklicher Punktgewinn."

Bei den Gastgebern verdienten sich Rolfes und mit Abstrichen Renato Augusto die Bestnoten.

Auf Bochumer Seite wussten Torschütze Dabrowski und Torhüter Fernandes zu gefallen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel