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Schalkes Jones (l.) und Kölns Petit im Duell - das Hinspiel endete 1:0 für Köln © getty

Das Freitagasspiel Schalke gegen Köln könnte über die Zukunft von Trainer Rutten und Manager Müller entscheiden.

Gelsenkirchen - Fred Rutten sitzt noch auf der Bank, Andreas Müller hockt ein paar Meter weiter, und die Pokal-Versager von Mainz stehen wieder auf dem Platz.

Wenn Schalke 04 am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) gegen den 1. FC Köln antritt, ist auf den ersten Blick alles unverändert.

Doch die umstrittenen Protagonisten sind beim abgestürzten Champions-League-Viertelfinalisten nur noch Trainer und Manager auf Zeit.

"Es wird in dieser Woche keine personellen Entscheidungen geben", erklärte der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies und gab dem sportlichen Führungsduo damit noch eine Galgenfrist.

Müller-Entscheidung nach Köln-Spiel?

Es ist aber damit zu rechnen, dass nach dem Köln-Spiel die lange aufgeschobene Entscheidung über Manager Müller gefällt wird.

Im Hintergrund wird bereits nach einem Nachfolger gesucht: Man werde nicht alternativlos entscheiden, hatte Tönnies bereits vor Wochen angekündigt.

Müller hatte nach der 0:1-Pokalpleite beim Zweitligisten FSV Mainz 05 (Schalke im Schockzustand) dem Aufsichtsrat quasi die Pistole auf die Brust gesetzt.

"Irgendwann sollte man die Gedanken zum Abschluss bringen und das Ergebnis öffentlich mitteilen", sagte der wegen seiner Einkaufspolitik, aber auch zunehmend wegen der Verpflichtung Ruttens heftig kritisierte Manager.

Man müsse entweder die Reißleine ziehen oder sich eindeutig für die sportliche Führung aussprechen.

Kein freiwilliger Rücktritt

Freiwillig will Müller, seit dem Rücktritt seines Vorgängers Rudi Assauer im Mai 2006 alleinverantwortlicher Manager, nicht seinen Platz räumen. "Eines steht felsenfest: Ich werde hier niemals zurücktreten", sagte der 46-Jährige dem "kicker".

Auch Rutten, über den nicht der Aufsichtsrat, sondern der Vorstand entscheidet, denkt nicht an Aufgabe: "Ich bin ein Kämpfer."

Seine Aufgabe auf Schalke sei noch nicht beendet. Der Niederländer ist bereits als neuer Trainer seines Ex-Klubs PSV Eindhoven im Gespräch.

Sieg gegen Köln würde Zeit bringen

Mit einem Sieg gegen den nur zwei Ränge schlechter platzierten Aufsteiger könnten die Königsblauen die aufgeheizte Stimmung vielleicht ein wenig beruhigen und dadurch etwas Zeit gewinnen.

Eine Grundsatzentscheidung zugunsten Müllers würde er aber wohl nicht bewirken.

Denn schon im Dezember, als Schalke noch im UEFA-Cup und im DFB-Pokal vertreten war, hatte Tönnies dem Manager die gewünschte Rückendeckung verweigert.

Nach dem Pokal-Aus ist der Europacup angesichts von fünf Punkten Rückstand in der Bundesliga und der zuletzt gezeigten Leistungen kein realistisches Ziel mehr.

Denkpause für Kuranyi oder Engelaar?

Ob Rutten den in Mainz völlig enttäuschenden Kevin Kuranyi und Orlando Engelaar eine Denkpause verordnet, war noch offen.

Nach auskurierten Rückenproblemen könnte Benedikt Höwedes in die Innenverteidigung zurückkehren.

Daum will die Situation ausnutzen

Kölns Trainer Christoph Daum wird höchstwahrscheinlich seine stärkste Formation, also mit Abwehrspieler Youssef Mohamad und Mittelfeldspieler Petit aufbieten können.

Zur Situation der Schalker meinte der FC-Coach: "Mit diesen Verbindlichkeiten und diesen Ansprüchen ist ein internationaler Platz fast überlebenswichtig. Das erhöht den Druck. Wir wollen die Unruhe, die dort überall zu spüren ist, zu unseren Gunsten nutzen. Wir haben keine Lust als Aufbaugegner nach Schalke zu fahren."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Höwedes (Krstajic), Kobiaschwili - Jones - Westermann, Rakitic (Engelaar) - Farfan, Kuranyi (Altintop), Sanchez

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad (McKenna), Matip - Petit (Broich), Pezzoni - Brosinski, Vucicevic, Ehret - Novakovic

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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