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Demba Ba erzielte in seiner ersten Bundesliga-Saison bislang elf Tore © getty

Hoffenheims Demba Ba spricht im Sport1.de-Interview er über Höhenflüge, Doping-Affären, Teamspirit und Probleme mit Gegnern.

Von Christian Paschwitz

München - Das Hinspiel hatte es in sich.

Am 27. September besiegte Werder Bremen den Überflieger 1899 Hoffenheim in einem Torfestival mit 5:4.

Demba Ba erzielte das zwischenzeitliche 1:1. Jetzt, im Rückspiel (Sa., 15 Uhr LIVE), sinnen er und die gesamte Crew von Trainer Ralf Rangnick auf Revanche.

Der 23-jährige Stürmer aus dem Senegal stellt im Gespräch mit Sport1.de klar: "Wir wollen gewinnen!" Ba brennt auf sein zwölftes Saisontor.

Allerdings muss sein Team einige Rückschläge verkraften. Wurde der Aufsteiger in der Hinrunde noch überragender Herbstmeister, befindet sich Hoffenheim in der Rückrundentabelle nur auf Rang zehn.

Außerdem plagen die Kicker aus dem Kraichgau Personalsorgen. Keeper Timo Hildebrand laboriert weiter an muskulären Problemen und kann frühestens in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen (Die Aufstellungen).

Neben dem verletzten Sejad Salihovic fehlen auch die gelbgesperrten Selim Teber und Luiz Gustavo sowie der rotgesperrte Tobias Weis. Dagegen steht Torjäger Chinedu Obasi nach seinem hartnäckigen Muskelfaserriss vor der Rückkehr in die Anfangsformation.

"Wir haben Vertrauen zueinander", erklärt Ba im Sport1.de-Interview. Zudem spricht er über Höhenflüge, Doping-Affären, Teamspirit und Probleme mit den Gegnern.

Sport1.de: Der Hoffenheimer Neustart aus der Winterpause war eher stotternd. Aus sieben Spielen gab's nur einen Sieg. Werden Sie nervös?

Demba Ba: Nein, das Selbstvertrauen kommt allmählich zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch immer ein Aufsteiger sind und die ersten Spiele nach der Pause nicht einfach waren. Wir haben gleich auswärts in Gladbach gespielt, danach gegen drei große Mannschaften wie zum Beispiel Leverkusen. Wenn wir jetzt wieder erfolgreich sind, dann spielen diese Ergebnisse keine wirkliche Rolle mehr.

Sport1.de: Sind die unbeschwerten Tage in Hoffenheim vorbei?

Ba: Dass mehr Druck da ist, wenn man vorn steht, ist ganz normal. Aber wir gehen damit ganz gut um. Es war auch damit zu rechnen, dass es nicht so weitergeht, denn die Hinrunde war für uns wie ein Geschenk.

Sport1.de: Und jetzt?

Ba: Jetzt kennen uns die anderen Mannschaften einfach besser. Sie wissen wie wir spielen, stellen sich besser auf uns ein. Natürlich haben wir auch Fehler gemacht, die wir vorher nicht gemacht haben - wir können es sicherlich besser als im Moment und versuchen uns deshalb von Woche zu Woche zu verbessern.

Sport1.de: Belastet die immer noch schwelende Doping-Affäre um Christoph Janker und Andreas Ibertsberger die Mannschaft, oder lässt sie das Team eher noch mehr zusammenrücken?

Ba: Die Sache ist natürlich hart, und wir stehen voll hinter den beiden. Der Teamspirit wird durch so etwas noch größer. Aber wir lassen das Ganze eigentlich nicht so nah an uns herankommen und überlassen das dem Trainer und Manager.

Sport1.de: Ralf Rangnick hat die Mannschaft kürzlich sinngemäß kritisiert mit den Worten: Manche kommen sich ein bisschen vor wie Franck Ribery. Hatte die Mannschaft kurzzeitig tatsächlich die Bodenhaftung verloren?

Ba: Ihm ist es wohl so vorgekommen, dass die Spieler nicht so wie vorher sind. Aber ich muss sagen: Wir sind die Gleichen wie vorher, arbeiten genauso hart. Vielleicht lag es daran, dass die Siege im Moment nicht da sind. Aber das Ganze ist vergessen: Bei uns ist bestimmt niemand arrogant geworden.

Sport1.de: Vedad Ibisevic fällt noch lange aus, jetzt hat es mit einem Außenbandriss auch noch Salihovic erwischt. Wie schwer ist das für Sie in der Offensive im Moment?

Ba: Es ist schon schwerer geworden, weil die Unterstützung auch aus dem Mittelfeld jetzt nicht mehr so da ist. Aber Hoffenheim hat auch noch andere Spieler, jeder holt das Maximale aus sich heraus, auch die Reservisten. Ich spreche allerdings auch viel mit Vedad, kann mit ihm mitfühlen. Ich war ja selber schon mal sehr schwer verletzt (Schien- und Wadenbein bei Excelsior Mouscron in Belgien; Anm. d. Red.). Sali fehlt zum Glück nur drei, vier Wochen.

Sport1.de: Sie sollen mal gesagt haben: Ich will der beste Stürmer der Liga und einer der besten der Welt werden...

Ba: Ich wollte damit eigentlich nur ausdrücken, dass ich auf dem Platz immer das Maximum gebe. Wenn ich auflaufe, gebe ich alles, ich kann nie nur mit halber Kraft einen Zweikampf führen. Das hat auch damit zu tun, dass ich mich nicht verletzen will: Wenn man zurückzieht, kann es sein, dass am Ende sowohl du verletzt bist als auch dein Gegenspieler. Meine Art ist, immer 100 Prozent zu geben.

Sport1.de: Mit dieser Art haben Sie in dieser Saison ja auch schon elf Tore erzielt, dabei auch ihren ersten Hattrick. Was haben Sie sich noch vorgenommen?

Ba: Im letzten Zweitliga-Jahr habe ich zwölf Tore gemacht. Ich hoffe, dass es diesmal genauso wird. Dafür fehlt noch ein Tor. Aber ich hoffe eigentlich, dass auch nach dem zwölften Tor noch mehr geht.

Sport1.de: Wie schwer wird das Spiel gegen Werder? Es fehlt nahezu das komplette Mittelfeld...

Ba: Wir sind nicht nur elf Spieler. Wir vertrauen auch auf die anderen.

Sport1.de: Trotzdem: Wäre ein Punkt gegen Werder schon in Ordnung?

Ba: Nein, wir wollen gewinnen. Das Hinspiel war total turbulent, ein geiles Spiel. Werder ist auch sehr offensiv, das wird auch für die Zuschauer wieder attraktiv. Und wenn es jetzt wieder neun Tore gibt, dann hoffe ich, dass wir die fünf Tore haben.

Sport1.de: Im Hinspiel gegen Bremen haben Sie einmal getroffen?

Ba: Jetzt wäre mir aber am wichtigsten, dass wir nur gewinnen. Aber ich tippe niemals, das habe ich noch nie gemacht.

Sport1.de: Und was ist mit einer Einschätzung, zu wieviel Prozent Hoffenheim tatsächlich Meister wird?

Ba: Wir denken nicht an die Meisterschaft, das ist nicht in unseren Köpfen. Die Champions League schon, ein Platz im Europapokal wäre sensationell.

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