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Andreas Müller bestritt 338 Bundesligaspiele für Hannover, Stuttgart und Schalke © getty

Das Chaos bei Schalke wird immer schlimmer. Rudi Assauer findet deutliche Worte. Klaus Fischer bemängelt die Einstellung der Spieler.

Von Felix Götz

München - Chaos auf Schalke:

Nach dem jämmerlichen Pokal-Aus in Mainz und vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (ab 20 Uhr LIVE) scheint die Ablösung von Trainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller nur noch eine Frage der Zeit zu sein. (Schalke im Schockzustand)

Schalke-Legende Klaus Fischer gibt gegenüber Sport1.de aber nicht dem Trainer, sondern den Akteuren auf dem Platz die Schuld.

"Es liegt an den Spielern. Wir haben sehr gute Spiele gezeigt, in denen wir am Ende nicht wussten, warum wir verloren haben. Die Elf spielt manchmal sehr gut", meinte der früherer Torjäger, der auch für Köln spielte.

"Aber plötzlich hat man den Eindruck, dass zehn Spieler ausgewechselt wurden."

Auch an die mangelnde Qualität im Kader, über die oft gesprochen wird, glaubt der 45-malige Nationalspieler nicht: "Keine Mannschaft ist wesentlich besser besetzt als Schalke. Wir können mit jedem Team mithalten."

Assauer: "Das ist grottenschlecht"

Der ehemalige Manager Rudi Assauer zeigte sich im DSF schockiert: "Das ist spielerisch mit Sicherheit die schlechteste Mannschaft, die in den letzten sechs, sieben Jahren auf Schalke gespielt hat", schimpfte er.

"Was Schalke im Moment spielt ist grottenschlecht und sie kommen aus der Geschichte nicht mehr raus."

Mit sie meinte Assauer seinen Nachfolger Müller und Trainer Rutten. Diesen Eindruck erweckte auch eine Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies, die alles andere als ein Bekenntnis zur sportlichen Führung war.

"In dieser Woche wird es keine Entscheidung geben. Wir werden uns genau überlegen, wie Schalke sportlich wieder auf die Beine kommt", sagte der 52-Jährige, der ohne Alternative nicht handeln will.

Bei erfolgreicher Nachfolgersuche ist das Aus angeblich besiegelt

Heißt im Klartext: Sollten fähige Nachfolger gefunden werden, wäre es für Müller und Rutten das Aus. (Trainerportrait)

Fraglich, ob daran ein Erfolg gegen die Kölner noch viel ändern kann, auch wenn die Königsblauen damit sogar vorübergehend an Bayer Leverkusen vorbeiziehen könnten.

Trotz der deutlichen Äußerungen gibt sich Rutten erstaunlich gelassen: "Über meine Ablösung ist schon einige Mal spekuliert worden. Ich habe mich daran gewöhnt und beschäftige mich nicht weiter damit."

Müller erinnert an Stevens

Dass unter Umständen nur der Trainer seinen Hut nehmen muss und der ebenso erfolglose Manager bleiben darf, kann eigentlich ausgeschlossen werden.

Zu eng hat sich Müller zuletzt an die Person Rutten geklammert. Jetzt, wo dem Eurofighter von 1997 die Entlassung droht, bemüht der 46-Jährige sogar seinen Chefkritiker:

"Als Huub Stevens nach dem UEFA-Cup-Sieg nacheinander auf Platz elf und 13 landete, war der einzige, der damals für Stevens den Kopf rausstreckte, Rudi Assauer."

Müller will "niemals zurücktreten"

Dennoch steht Müller als Verantwortlicher für die Zusammenstellung des Kaders massiv unter Druck. Trotzdem will er kämpfen und "niemals zurücktreten".

Ein freiwilliger Rückzug würde den geborenen Schwaben laut "Bild" allerdings auch eine Abfindung in Höhe von drei Millionen Euro kosten.

Bei den Fans ist Müller jedenfalls ebenso untendurch wie Rutten.

Rutten appelliert an die Fans

"Ich spüre schon eine andere Atmosphäre beim Training. Aber für das Spiel hoffe ich, dass die Fans die Mannschaft unterstützen. Sie braucht Hilfe", appellierte der Niederländer zwar.

Darauf sollte sich Rutten allerdings nicht verlassen. Mehrere Fan-Gruppen sollen bereits Protestaktionen vorbereiten.

Wie beleidigt und betroffen die Anhänger tatsächlich sind, beweist, dass die geplante Riesenparty zum 30-jährigen Bestehen des Schalker Fan-Klub-Verbandes abgesagt wurde.

"Uns ist allen nicht zum Feiern zumute. Das ist zwar schade, aber die Realität", sagte der SFCV-Vorsitzende Rolf Rojek.

"Schießen einen Bock"

Auch der Spruch ("Heute Abend schießen wir einen Bock") auf der Titelseite des Vereinsmagazins "Schalker Kreisel", kommt zweideutig daher.

Bei der schlechten Stimmung in Gelsenkirchen wird so mancher dabei nicht an einen Sieg gegen die Kölner Geißböcke, sondern an eine weitere herbe Enttäuschung von Seiten der Schalker denken.

Immerhin weiß Rutten, wie man die Fans besänftigen kann: "Die Mannschaft muss von Anfang an zeigen, dass sie als Gewinner vom Platz gehen will."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Neuer - Rafinha, Bordon, Höwedes (Krstajic), Kobiashvili - Jones - Westermann, Rakitic - Farfan, Altintop, Sanchez

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad (McKenna), Matip - Petit, Pezzoni - Brosinski, Vucicevic, Ehret - Novakovic

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

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