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Wolfsburgs Ivica Olic (r.) erzielte gegen die Hertha sein zweites Saisontor © getty

Nach sieben Punkten aus den ersten drei Partien verliert die Hertha in Wolfsburg. Ein umstrittener Elfer bringt die Entscheidung.

Wolfsburg - Der Höhenflug des Aufsteigers Hertha BSC ist vorerst beendet.

Die Berliner von Trainer Jos Luhukay unterlagen nach einem zu ängstlichen Auftritt beim VfL Wolfsburg mit 0:2 (0:2) und kassierten nach ihrem bislang besten Saisonstart in der Bundesliga am vierten Spieltag die erste Niederlage (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Treffer für die clever agierenden Wolfsburger erzielten Ivica Olic (42.) und Diego (45.+2) per Foulelfmeter.

Zweiter Saisonsieg für den VfL

Nach zuvor sieben Punkten aus drei Spielen war es für die Hauptstädter nach einigen Turbulenzen im Umfeld der erste sportliche Rückschlag.

Die spielerisch überlegenen Wolfsburger von Trainer Dieter Hecking schafften durch den zweiten Saisonsieg hingegen den ersehnten Sprung ins Mittelfeld.

Zuletzt haben die "Wölfe", die auf den gesperrten Brasilianer Luiz Gustavo verzichten mussten, am 2. März im eigenen Stadion verloren.

Hecking nur bedingt zufrieden

"Wir haben die ersten 35 Minuten so schlecht gespielt wie noch nicht zuvor in dieser Saison. Es war dann aber gut, dass wir noch vor der Pause die beiden Tore gemacht haben", resümierte VfL-Trainer Hecking nach dem Spiel kritisch.

"Was mich wurmt, ist, dass wir das dritte oder vierte Tor in der zweiten Hälfte nicht machen. Ich hoffe trotzdem, dass wir weiter Qualität sehen und die Mannschaft jetzt dran bleibt", so Hecking weiter.

Hertha-Coach Luhukay fasste zusammen: "Wolfsburg war 90 Minuten taktisch sehr gut aufgestellt, dafür ein Kompliment von mir. Du verlierst dann in drei Minuten die Kontrolle, liegst 0:2 hinten - und dann wird es richtig schwer. Wir haben wirklich alles versucht, aber Wolfsburg hat absolut verdient gewonnen."

Olic trifft per Grätsche

Vor 28.625 Zuschauern in der Wolfsburger Arena erwischten die Gäste den besseren Start ( 768235 DIASHOW: Der 4. Spieltag ).

Mittelfeldspieler Sami Allagui hatte bereits in der zweiten Minute eine Großchance, schoss den Ball jedoch aus elf Metern deutlich über das Tor. Auch Adrian Ramos scheiterte aus perfekter Position per Kopf (28.).

In der Abwehr stand Berlin zunächst sicher, allerdings sorgte ein vermeintliches Handspiel von Hajime Hosogai (14.) im eigenen Strafraum zwischenzeitlich für Unmut bei den Gastgebern.

Entgegen des Spielverlaufs erzielte der Kroate Olic dann die Führung, als er in einen Schuss von Abwehrchef Naldo grätschte.

Umstrittener Elfer bringt das 2:0

Noch vor der Halbzeitpause verwandelte der auffällige VfL-Spielmacher Diego einen umstrittenen Elfmeter mit einem satten Schuss. Zuvor war er selbst von Berlins Innenverteidiger John Brooks im Sechzehner berührt worden.

Luhukay schimpfte beim Gang in die Kabine in Richtung von Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen).

Aus Sicht des Trainers, der die gleiche Elf wie beim Sieg gegen den Hamburger SV in der Vorwoche aufgeboten hatte, war der Strafstoß nicht gerechtfertigt.

Polak überzeugt als Gustavo-Ersatz

Nach dem Seitenwechsel drückten die spielfreudigen Wolfsburger weiter auf das Tempo, Diego per Kopfball (50.) und Vieirinha (63.) verpassten jedoch die Entscheidung.

Erstmals seit dem Aufstieg wirkte die Hertha lange Zeit verunsichert und zog nicht ihr gewohnt schnelles Offensivspiel auf, mit dem sie am ersten Spieltag Eintracht Frankfurt beim 6:1 überrollt hatte.

Wolfsburg, Deutscher Meister von 2009, wirkte über weite Strecken abgeklärt und nutzte die wenigen Fehler der Berliner gnadenlos aus.

Dabei machte sich auch das Fehlen Gustavos kaum bemerkbar. Jan Polak vertrat den Rekord-Transfer des Klubs im defensiven Mittelfeld tadellos.