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Kevin-Prince Boateng wechselte für 12 Millionen Euro von Milan nach Schalke © getty

Nach dem erfolgreichen Einstand gegen Leverkusen feiern die "Knappen" Neuzugang Kevin-Prince Boateng. Völler redet Klartext.

Gelsenkirchen - Kevin-Prince Boateng strahlte bis über beide Ohren, Jens Keller umarmte seinen neuen Star bei dessen Auswechslung innig und klopfte ihm gleich mehrfach anerkennend auf die Schulter.

Und auch von den Fans wurde der 12-Millionen-Euro-Neuzugang nach seinem guten Debüt für Schalke 04 begeistert gefeiert.

"Super glücklich" sei er, sagte Boateng nach seinen ersten 84 Minuten im Trikot der "Königsblauen" bei "sky". Und die Leistung seiner neuen Mannschaft beim verdienten 2:0 (1:0) über Bayer Leverkusen fand der 26-Jährige gleich einmal "überragend".

Das war wohl etwas übertrieben, fest steht aber, dass Schalke vier Tage nach dem Einzug in die Gruppenphase der Champions League auch in der Liga in die Erfolgsspur zurückgefunden hat. Entsprechend gelöst war die Stimmung in Gelsenkirchen nach dem ersten Liga-Erfolg im vierten Versuch (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Zwei gute Griffe"

"Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mannschaft. Wir haben so auf die Ohren gekriegt. Es war immer von einem Mentalitätsproblem die Rede", sagte der umstrittene Trainer Jens Keller.

Neben Boateng - laut S04-Manager Horst Heldt ein echter "Leader" - lobte Keller aber auch den zweiten Neuzugang Dennis Aogo:

"Das war schon sehr gut. Er (Boateng, d. Red.) hat sich sehr gut bewegt, er hat Räume geschlossen. Auch Dennis Aogo hat ein Riesenspiel gemacht. Wir haben da zwei gute Griffe getan", meinte ein rundum zufriedener Schalke-Coach.

Leverkusens Serie reißt

Marco Höger hatte in der 30. Minute mit einem Kopfball die Führung für die Königsblauen, die am Dienstag mit einem 3:2 bei PAOK Saloniki das Millionenspiel Champions League erreicht hatten, erzielt.

Jefferson Farfan, der schon das 1:0 vorbereitet hatte, setzte mit einem an ihm selbst verursachten Foulelfmeter den Schlusspunkt (83.) (768235Bilder des Spiels).

Bayer hingegen war gegen "nicht zielstrebig genug" und verlor "verdient", wie Sportdirektor Rudi Völler ohne Umschweife einräumte. Für die Werkself war es nach drei Siegen zum Saisonstart die erste Auswärtsniederlage seit dem 9. März (0:1 beim FSV Mainz 05).

Boateng feiert Comeback

Boateng, der am 12. Mai 2009 für den Schalker Erzrivalen Borussia Dortmund sein letztes Bundesligaspiel bestritten hatte, stand nur einen Tag nach seiner Verpflichtung sofort in der Startelf.

Für den Deutsch-Ghanaer, der für geschätzte zwölf Millionen Euro vom AC Mailand kam, musste Jungstar Julian Draxler im Mittelfeld auf die linke Seite wechseln.

Boateng wurde von der ersten Minute an von seinen neuen Teamkollegen gesucht, hatte viele Ballkontakte und trug seinen Teil dazu bei, dass das Schalker Spiel deutlich strukturierter war als in den vergangenen Partien. Auch in der Defensivarbeit setzte der Neue gleich Akzente.

Auch Aogo in der Startelf

Torchancen sprangen für die Gelsenkirchener allerdings zunächst kaum heraus, weil der letzte Pass zu unpräzise war.

Erst ein Freistoß von Farfan brachte die Führung: Die Flanke des Peruaners verlängerte Höger mit dem Kopf zum 1:0. Wenig später verfehlte Draxler nach Boateng-Zuspiel knapp das Tor (35.), Sekunden vor der Pause hätte Adam Szalai beinahe das 2:0 erzielt.

Auch Nationalspieler Aogo, einen Tag vor Boateng vom Hamburger SV ausgeliehen, kam gleich zum Einsatz. Der 26-Jährige ersetzte auf der linken Abwehrseite den gesperrten Christian Fuchs.

Für den ebenfalls gesperrten Kapitän Benedikt Höwedes rückte Joel Matip ins Team.

Hildebrand rettet

Leverkusen begann abwartend und lauerte auf Schalker Fehler.

Gefährlich wurde es vor allem, wenn der Angriff über Sidney Sam lief. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Heung-Min Son, der knapp das Tor verfehlte (32.).

Nach der Pause erhöhte Bayer den Druck. Nach einem Schuss von Son rettete Schalke-Torhüter Timo Hildebrand mit einer Glanzparade (63.).

Leno vereitelt Tor-Premiere

Auf der Gegenseite parierte Bernd Leno einen Kopfball von Boateng aus kurzer Distanz (65.).

Die Entscheidung fiel, als Leverkusens Abwehrchef Emir Spahic Farfán im Strafraum foulte und der Peruaner den Strafstoß selbst sicher verwandelte.

Boateng (84.) und Farfán (88.) wurden bei ihren Auswechslungen von den Fans stürmisch gefeiert.

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