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Patrick Herrmann (2.v.r.) erzielte in der 85. Minute sein 1. Saisontor © getty

Mit zwei Südamerikanern und zwei Deutschen knackt Gladbach das Bremer Bollwerk. Gibt es einen neuerlichen Gipfelsturm?

Mönchengladbach - Nach dem Offensiv-Feuerwerk der "fantastischen Vier" konnte Max Kruse sogar über das Eigentor von Havard Nordtveit lachen.

"Heute hat alles gepasst - sogar den fünften Treffer haben wir selbst gemacht", sagte der Nationalspieler von Borussia Mönchengladbach nach dem 4:1 (1:0)-Sieg gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen (Bericht). Der Erfolg war auch in der Höhe verdient - und weckte ganz nebenbei Erinnerungen an die Erfolgssaison 2011/2012.

Damals waren die Borussen in der Endabrechnung sensationell auf Platz vier gestürmt.

"Ein gelungenes Wochenende"

Erneut hatte Trainer Lucien Favre gegen Werder vier Offensivkräfte aufgeboten, um das zuvor in drei Spielen nur einmal bezwungene Bremer Bollwerk zu knacken.

Und alle vier trafen: Erst Juan Arango (36.), dann die Zugänge Raffael (53.) und Kruse (74.) und schließlich Patrick Herrmann (85.) in seinem 100. Ligaspiel.

"Wir Offensivspieler sind dazu da, Tore zu machen", sagte Kruse, der nun mit einem "guten Gefühl" zum DFB-Team reist: "Das war ein gelungenes Wochenende". ( 768235 Bilder des Spiels )

Schon zehn Saisontore

Kruse und der starke Raffael fügen sich immer mehr in das schnelle Kurzpassspiel ein, das Favre so liebt und das in der vergangenen Saison oft nicht so recht gelingen wollte.

Die Spielfreude war abhanden gekommen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nun aber galoppieren sie wieder, die Fohlen, die schon zehn Tore auf dem Konto haben und wie schon beim 3:0 gegen Hannover und auch den Niederlagen in München (1:3) und Leverkusen (2:4) spielerisch überzeugten.

Dutt zollt Respekt

"Wir haben sehr gute Konter gefahren. Unsere Offensive wird von Spiel zu Spiel besser, unsere Spieler auf den Außenbahnen sind extrem torgefährlich", sagte Herrmann, der sein Jubiläum nach schwachem Beginn mit einem Tor krönte.

"So hatte ich mir das vorgenommen" sagte der 22-Jährige, der den Ball von Kruse mustergültig aufgelegt bekam: "Max spielt im richtigen Moment ab, ich musste nur noch den Torwart umspielen. Das war top."

"Gladbach hat uns mit seiner Extra-Klasse ausgekontert", gestand Werder-Trainer Robin Dutt.

Erster Doppelschlag seit 18 Monaten?

Favre stimmt stolz zu.

"Ich bin sehr zufrieden. Die Mannschaft hat das Spiel am Ende sehr gut beherrscht", sagte der Schweizer, der mit Komplimenten sonst eher sparsam umgeht - und für das nächste Spiel in Hoffenheim endlich auch einen Auswärtssieg fordert.

Zwei Siege in Folge waren Gladbach zuletzt im Februar 2012 gelungen.

Luxusproblem de Jong

Die einzigen Gladbacher mit mürrischem Blick waren dann auch Granit Xhaka und Luuk de Jong.

Xhaka, weil er früh ausgewechselt wurde ("Der vierte Offizielle hat dem Trainer gesagt: Noch ein Foul, und ich bin weg") und Zwölf-Millionen-Mann de Jong, da er nicht einmal eingewechselt wurde.

Angesichts des Offensiv-Feuerwerks der "fantastischen Vier" stellte sich allerdings die Frage: Für wen auch?

Dutt sieht Positives

Werder-Coach Dutt zeigte sich derweil trotz der zweiten Niederlage in Folge keineswegs unzufrieden:

"Unser Spielaufbau war deutlich verbessert, wir hatten diesmal mehr Spielanteile und Ballbesitz", sagte der ehemalige DFB-Sportdirektor: "Auch die Gesamtbilanz mit sechs Punkten ist in Ordnung."

Trotz des erschreckend harmlosen Auftritts der Hanseaten stützte Sportdirektor Thomas Eichin die Ansicht seines Trainer.

"Wir haben lange Zeit gut mitgespielt" sagte er. Kritik an der Spielweise wollte er erst gar nicht aufkommen lassen: "Wir dürften nicht glauben, dass wir so eine gefestigte Mannschaft wie Gladbach einfach locker weghauen."