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Pause bis Oktober: Götze zeigt sein Leid bei Facebook. (Bild: facebook@MarioGoetze) © facebook

Der genesene Bayern-Zugang muss erneut lange pausieren. Auch weitere Stammkräfte fallen aus, im Mittelfeld herrscht nun Notstand.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

München - Mario Götze verließ den Ort des Triumphs heimlich, still und leise.

Dabei hätte der 37-Millionen-Zugang eigentlich viel zu erzählen gehabt. Schließlich war der Gewinn des europäischen Supercups der erste Titel für ihn mit dem FC Bayern.

Und das nur fünf Tage, nachdem der 21-Jährige gegen Nürnberg (2:0) nach 116 Tagen Pause aufgrund seines Muskelbündelrisses im Frühjahr endlich sein Bundesliga-Comeback gefeiert hatte.

Doch vermutlich ahnte Götze da bereits, dass er auf weitere Einsätze beim neuen Klub vorerst warten muss.

Am Samstagnachmittag kam dann die bittere Gewissheit: Beim mit Gelb-Rot geahndeten Foul von Chelseas Ramires kurz vor Schluss erlitt der Nationalspieler einen Kapselriss am rechten Sprunggelenk und muss erneut lange pausieren.

Eine Woche Gips

Zunächst wird der Ex-Dortmunder eine Woche lang Gips tragen, danach geht es mindestens zwei Wochen in die Reha.

Bis zur Rückkehr auf den Platz könnte es Oktober werden - Götze, der schon das Champions-League-Finale verpasst hatte, droht ein Jahr zum Vergessen.

Trainer Pep Guardiola dürfte froh über die nun anstehende zweiwöchige Länderspielpause sein. Denn nicht nur Götze braucht Zeit zur Genesung. Der Triumph in Prag wurde teuer bezahlt:

In Bastian Schweinsteiger, Arjen Robben und Javi Martinez fallen gleich drei Hochkaräter aus, die allesamt auch ihren Nationalverbänden absagten.

Schweinsteiger musste schon gegen Chelsea wegen seiner beim 1:1 in Freiburg erlittenen Gelenkstauchung und Kapselzerrung im bereits im Sommer operierten rechten Sprunggelenk zuschauen.

Auch Robben und Martinez müssen pausieren

Der in der Verlängerung angeschlagen ausgewechselte Robben laboriert an einer Kapselreizung im Knie und muss wie Martinez in der neuen Woche wohl aufs Training verzichten.

Der noch nicht von seinen hartnäckigen Adduktorenproblemen genesene Spanier erlitt eine Innenbandzerrung am Knie.

Angesichts ihrer Verletzungsvorgeschichte ist bei allen dreien keineswegs ausgeschlossen, dass sie länger ausfallen werden.

Notstand im Mittelfeld

Rechnet man den wegen seines Sydesmosebandrisses bis November pausierenden 25-Millionen-Zugang Thiago zur Verletztenliste hinzu, stellt sich Bayerns Mittelfeld derzeit fast von allein auf.

Vor allem auf der "Sechs" herrscht nach den Abgängen von Luiz Gustavo, Emre Can und Anatoly Tymoshchuk akuter Notstand im einstigen Luxusgebiet.

Besonders bitter ist die Pause für Martinez, denn der 40-Millionen-Einkauf aus dem Vorjahr hatte im Supercup-Finale gerade erst seine große Bedeutung für die Bayern deutlich gemacht.

"Er ist sehr wichtig für uns", gab auch Guardiola danach zu.

Nicht nur wegen seines Last-Minute-Treffers in der Nachspielzeit der Verlängerung, der das siegreiche Elfmeterschießen erst ermöglichte. Vielmehr noch, weil er nach seiner Einwechslung auf seinem Stammplatz vor der Abwehr für Stabilität gesorgt hatte.

Kroos und Lahm überzeugen als "Sechser"

Dort hatte Guardiola zuvor mangels Alternativen Toni Kroos und Philipp Lahm getestet, doch trotz engagierter Vorstellung fremdelten beide sichtbar in der ungewohnten Rolle. Chelsea hatte bei schnellen Gegenstößen immer wieder viel zu viele Räume.

Dennoch lobte Guardiola das Duo nach der Partie über den grünen Klee.

"Über Toni sagen die Leute, dass er in wichtigen Spielen nicht gut spielt. Aber da stimme ich nicht zu. Er ist ein außerordentlicher Spieler und hat die Qualität, bei jedem Klub der Welt zu spielen", erklärte er.

"Der intelligenteste Spieler, den ich je trainiert habe"

Und seinen Kapitän hob der Ex-Barca-Coach sogar über Weltfußballer Lionel Messi:

"Philipp Lahm ist für mich vielleicht der intelligenteste Spieler, den ich je in meiner Laufbahn trainiert habe. Nur dafür, dass ich ihn trainieren kann, bin ich glücklich über meine Entscheidung für Bayern. Er ist auf einem anderen Level."

Das Starkreden seiner Spieler gehört eindeutig zu Guardiolas großen Stärken. Gesund beten kann sie allerdings auch der Trainer-Superstar nicht.

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