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Vaclav Kadlec (r.) wechselte von Sparta Prag nach Frankfurt © getty

Trotz der makellosen Bilanz fordert Dortmunds Matchwinner eine Steigerung. Weidenfeller klagt über den Rasen, Veh kontert.

Frankfurt - Man kann nun wirklich nicht sagen, dass Henrikh Mkhitaryan in Euphorie verfallen wäre.

Vier Spiele, vier Siege, Startrekord eingestellt, Tabellenspitze erobert, Doppelpack erzielt - alles schön und gut, befand Borussia Dortmunds Matchwinner nach dem mühsamen 2:1 (1:1)-Sieg bei Eintracht Frankfurt.

Aber: "Wir müssen noch viel besser werden. Die vier Siege dürfen uns nicht täuschen."

Viel besser aber als der Armenier kann man nicht spielen, insbesondere bei seinen ersten beiden Saisontoren (10./56.) zeigte Mkhitaryan seine ganze Klasse. "Vor dem Tor", lobte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp daher auch bei "sky", "ist er eine Waffe".

BVB-Klagen über stumpfen Rasen

Ansonsten aber zeigte Dortmund in einem mehr als unterhaltsamen Spiel einige Schwächen, vor allem die Defensive stand gegen die ebenbürtigen Frankfurter nicht immer sicher. "Wir müssen besser, länger und mehr Fußball spielen und idealerweise besser verteidigen", räumte Klopp ein.

Eine Ursache für die Probleme des BVB, der mit dem vierten Sieg im vierten Spiel den Startrekord einstellte und Triple-Gewinner Bayern München wieder vom ersten Tabellenplatz verdrängte, war der angeblich stumpfe Rasen in der Frankfurter Arena (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Frankfurter haben sich extra was für uns einfallen lassen und haben den Platz nicht gewässert", meinte Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller - eine Kritik, die Armin Veh mit deutlichen Worten konterte.

"Blödsinn", schimpfte der nach der dritten Niederlage sichtlich angefressene Eintracht-Trainer: "Ich weiß nicht, ob er (Weidenfeller, d. Red.) das im Tor so gemerkt hat. Aber wenn er es meint, soll er es meinen."

Mkhitaryan schlägt doppelt zu

Für Frankfurt wäre ein Punkt aufgrund der zweiten Halbzeit nicht unverdient gewesen, fand zumindest Veh. Seine Mannschaft war aber vor dem Tor nicht konsequent genug. Ganz anders der BVB.

Mkhitaryan, der für 27,5 Millionen Euro von Schachtjor Donezk nach Dortmund gekommen war, erzielte nach zehn Minuten auf Vorlage von Jakub Blaszczykowski sein erstes Bundesligator.

Nach dem 1:1 von Vaclac Kadlec (36.), der ebenfalls erstmals in der Eliteklasse traf, schoss Mkhitaryan mit links von der Strafraumgrenze den sehenswerten Siegtreffer (56.) in einem Spiel mit etlichen Torchancen auf beiden Seiten (768235Bilder des Spiels).

Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena scheiterte Takashi Inui nach nur vier Minuten freistehend an BVB-Keeper Roman Weidenfeller, Sekunden später reagierte Eintracht-Torwart Kevin Trapp ähnlich glänzend gegen Blaszczykowski (5.). Fünf Minuten später machte es Mkhitaryan besser.

Veh lässt rotieren

Im Gegensatz zu Klopp, der mit seiner Startformation angesichts des erfolgreichsten Saisonstarts unter seiner Leitung auf große Experimente verzichtete, ließ Veh ordentlich rotieren.

Der internationale Erfolg hatte Kraft gekostet, sodass der Coach, der auf Top-Torjäger Alex Meier gänzlich verzichten musste, gleich fünf Veränderungen vornahm.

Von dem frühen Rückstand beeindrucken ließ sich das neu formierte Frankfurter Team aber nicht, es spielte weiter munter mit.

Kadlec vertändelte gegen Weidenfeller (13.), ehe auf der Gegenseite Robert Lewandowski am herausgeeilten Trapp scheiterte (14.). Nach 20 Minuten war es wieder Weidenfeller, der gegen Kadlec und Stefan Aigner rettete.

Kadlec staubt ab

In der Folge hatte der BVB zahlreiche Möglichkeiten, Nuri Sahin (28.), Marco Reus (29.), Mkhitaryan (30.) und Lewandowski (34.) scheiterten zunächst aber entweder im letzten Moment an der Eintracht-Abwehr oder an sich selbst.

Das wurde durch Kadlec wenig später bestraft: Der Tscheche staubte nach einem Aigner-Kopfball an den Pfosten gekonnt ab und sorgte für ohrenbetäubenden Lärm im Eintracht-Block.

Kurz vor dem Pausenpfiff sah Nationalspieler Mats Hummels Gelb nach einem Foul an Kadlec (45.+1), es war die erste Karte gegen den BVB in dieser Saison.

Hoher Unterhaltungswert

Auch nach der Pause bot die letzte Partie des 4. Spieltags höchsten Unterhaltungswert - vor allem, weil die Eintracht ihre Chance auf den ersten Heimsieg der Saison witterte.

Mkhitaryan mit seinem Distanzschuss verpasste der Euphorie einen Dämpfer, aber beide Teams setzten das Offensivspiel mit offenem Visier fort.

Bamba Anderson traf für die Eintracht in der 62. Minute per Kopf nur den Pfosten. Erst danach wurde das Spiel etwas ruhiger.

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