SPORT1-Experte Thomas Strunz ist begeistert vom königsblauen Transfer-Coup mit Kevin-Prince Boateng. Weitere Zugänge seien denkbar.

Hallo Fußball-Freunde,

der Transfer von Kevin-Prince Boateng zum FC Schalke 04 war ein richtiger Coup für Schalke 04. Ich finde diese Personalie sehr außergewöhnlich.

Es ist toll, dass Schalke es geschafft hat, ihn in die Bundesliga zurück zu holen. Fußballerisch bringt S04 das weiter. Er ist der Typ, der Schalke gefehlt hat: Jemand mit Ecken und Kanten.

Sie haben viele junge Talente verpflichtet wie Goretzka. Boateng gibt der Mannschaft ein Gesicht nach außen und hat eine Ausstrahlung dem Gegner gegenüber. Das sind wichtige Bausteine, die dazu führen, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dieses Jahr auch die Champions League zu erreichen, maximal erhöht.

Wir bedauern immer, dass es keine Typen gibt. Ich bin froh, dass wir nun diesen Typen Boateng in der Bundesliga haben, an dem man sich auch reiben kann. An dem sich Spieler, Zuschauer und auch Gegner reiben können, um an Leistungsgrenzen zu kommen.

Was in Berlin war, sollte man einfach mal abhaken. Das ist ein Weltklassespieler, der es international schon allen bewiesen hat. Das ist ein absolut positiver Transfer für die Bundesliga und für Schalke 04.

Das muss es mit Transfers aber noch nicht gewesen sein. Ich könnte mir vorstellen, dass man vorne links noch jemanden sucht, um auch das System flexibler zu machen und vielleicht auf ein 4-1-4-1 umzustellen, wie es die Bayern derzeit spielen.

Wenn ich mir die offensive Reihe dann vorstelle mit Farfan rechts, dazu Boateng, Draxler und links noch jemand, der auch Champions League gespielt hat. Und vorne hat man dann Huntelaar und Szalai: Das wäre dann offensiv schon ein richtiges Wort!

Man muss eben nur schauen, dass die Balance passt. Boateng kann auch da ein wichtiger Faktor sein, weil er robust ist und nach hinten gut mitarbeitet.

Die Balance ist zu Beginn dieser Saison auch bei den Bayern ein Thema. Im Supercup gegen Chelsea waren die Münchner insgesamt aber klar die bessere Mannschaft.

Für Trainer Pep Guardiola war es wichtig, nach dem verlorenen deutschen Supercup gegen Dortmund nicht auch das zweite Finale zu verlieren. Wir wissen schließlich, wie die Erwartungshaltung bei den Bayern ist ihn ist.

Dass er sich Guardiola nach dem Sieg im Interview bei Jupp Heynckes bedankt hat, fand ich außergewöhnlich. Da muss man sagen: Hut ab!

Eins hat das Spiel in Prag aber auch gezeigt: Mourinhos Chelsea wird diese Saison international eine richtig große Rolle spielen. Sie haben eine richtig gute Mannschaft und ein Selbstläufer zur Titelverteidigung in der Champions League wird das für Bayern in diesem Jahr nicht.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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