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Philipp Lahm (r.,) wechselte 1995 in die Jugend des FC Bayern © getty

In Bayerns Mittelfeld ist der Notstand ausgebrochen. Matthias Sammer hofft bei SPORT1, dass andere Spieler die Lücke schließen.

Von Christian Stüwe und Christian Ortlepp

München - Javier Martinez twitterte am Dienstagabend ein Bild direkt aus dem Krankenhaus.

Frisch an der Leiste operiert, noch im Krankenhaus-Nachthemd und mit einer Infusionsnadel in der Hand, wendete er sich an seine Fangemeinde.

Alles sei gut verlaufen, teilte der Spanier mit. Dennoch wird 25-Jährige Mittelfeldspieler dem FC Bayern München einige Wochen fehlen.

Genauso wie sind sein Landsmann Thiago Alcantara (Riss des Syndesmosebands), Bastian Schweinsteiger (Gelenkstauchung und Kapselzerrung) und Mario Götze (Kapselriss).

Dem Triple-Sieger gehen die Mittelfeldspieler aus, vor allem auf der Sechser-Position herrscht Notstand.

"Es ist ärgerlich", sagte Sportvorstand Matthias Sammer im Gespräch mit SPORT1: "Aber wir haben keine Angst. Wir haben viele Spieler, die diese Position besetzen können."

Zwar seien diese Spieler nicht von Haus aus defensive Mittelfeldspieler, könnten die Position aber übernehmen.

Sammer dachte wohl in erster Linie an Philipp Lahm, der zuletzt beim Supercup-Finale gegen Chelsea vor der Abwehr spielte oder aber an David Alaba

Schweinsteiger trainiert nur individuell

Doch auch diese beiden weilen derzeit nicht an der Säbener Straße, da sie am Freitagabend im Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich gegeneinander spielen werden.

Luiz Gustavo flüchtete angesichts des vermeintlichen Überangebots im Mittelfeld nach Wolfsburg, Emre Can wanderte nach Leverkusen ab.

Guardiola konnte deshalb am Mittwoch mit nur zwölf Spielern trainieren. Schweinsteiger nahm nicht am Mannschaftstraining teil, stattdessen fuhr er Fahhrad und machte Stabilisationsübungen.

"Es geht mir leider noch nicht so gut", sagte der 29 Jahre alte Nationalspieler. Momentan sei noch "ruhigeres Tempo" anstelle von Übungen mit dem Ball angesagt.

Sammer hofft auf baldige Rückkehr

Sammer hofft dennoch auf die baldige Rückkehr des Mittelfeldchefs.

"Bei Basti sehe ich keine großen Probleme", erklärte er: "Bei Thiago dauert es etwas länger. Aber ich denke, dass es auch bei Javi relativ schnell geht."

Kirchhoff spielt offenbar noch keine Rolle

Dennoch ist Toni Kroos der einzige etatmäßige Sechser, der derzeit fit ist.

Der aus Mainz gekommene Jan Kirchhoff scheint in den Planungen Guardiolas noch keine große Rolle zu spielen.

Alaba, der in Österreichs Nationalteam im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommt, scheint Guardiola ebenfalls nicht im Mittelfeld zu sehen.

Götze: Glück im Unglück

Und mit Götze fällt eine weitere Option für die Zentrale aus. Das Bein des 21-Jährigen liegt im Gips.

Götze erholt sich bei seiner Familie von der Verletzung, die er durch einen Tritt von Chelseas Ramires im Supercup-Finale erlitten hatte.

"Ich denke, dass Mario Glück gehabt hat, als Ramires gemeint hat, ihn mit seinen Mitteln den Ball wegnehmen zu wollen. Wenn der Fuß nicht in der Luft gewesen wäre, hätten wir von Pech reden können", erklärte Sammer.

Bundestrainer Joachim Löw sah es am Mittwoch ähnlich.

"Für ihn ist es unheimlich schade, dass er schon wieder verletzt ist", sagte Löw am Mittwoch auf SPORT1-Nachfrage: "Ich habe befürchtet, dass es eine noch schlimmere Verletzung ist, nachdem ich das Foulspiel gesehen habe."

Guardiola muss improvisieren

So rechnet Sammer auch bei Götze mit einer baldigen Genesung.

"Der Gips kommt ab, dann wird er ein Aufbautraining machen", sagte der Europameister von 1996: "Spätestens ab nächster Woche wird er dann wieder im läuferischen Bereich arbeiten können. Er verliert gar nichts."

Wie es scheint, kommt den Bayern die Länderspielpause gelegen. Die knapp zehn Tage bis zum nächsten Bundesligaspiel dürften allerdings keinem der Münchner Mittelfeldpatienten zur Genesung gereichen.

Pep Guardiola wird also nicht umhin kommen, seine Improvisationskünste unter Beweis zu stellen.

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