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Zum Verzweifeln: Hoffenheims Boubacar Sanogo © getty

Sanogos Fehlschüsse kosten den Sieg über Werder, Hoffenheimer Vorwürfe gibt's aber keine. Die Hanseaten treten ebenso auf der Stelle.

Sinsheim - Nach seinem kuriosen Pfosten-Hattrick wusste Boubacar Sanogo (Porträt) nicht, ob er das Schicksal oder sich selbst verfluchen sollte.

"Kein Glück oder nicht gut gemacht? Ich weiß es nicht", sagte der 27 Jahre alte Stürmer von der Elfenbeinküste nach dem 0:0 von 1899 Hoffenheim gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen und zuckte nach dem Novum in der Bundesliga immer wieder mit den Schultern.

Zumindest von seinem Trainer Ralf Rangnick bekam Sanogo keine Vorwürfe zu hören. "Bouba trifft keine Schuld, das war wirklich Pech", sagte Rangnick und hatte den Humor nicht verloren: "Wir hätten eben die Tore etwas größer machen müssen."

So tritt der Aufsteiger und Herbstmeister (zur Vereinsseite) durch das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg auf der Stelle. Der Rückstand zu Spitzenreiter Hertha BSC Berlin ist auf vier Punkte angewachsen.

Mittelfeld-Dilemma

Doch die Verantwortlichen waren trotzdem nicht unzufrieden.

"Wir mussten fast unser komplettes Mittelfeld ersetzen, und die Unruhe zuletzt muss man auch berücksichtigen", sagte Rangnick in Anspielung auf die Doping-Test-Affäre: "Da kann man nicht erwarten, dass wir wie von Wolke sieben spielen."

Manager Jan Schindelmeiser sprach von einer "exzellenten Wettbewerbsposition". Die hätte noch besser sein können, wenn Sanogo eine seiner Chancen genutzt hatte.

Liga-Novum aus Aluminium

Doch gleich dreimal traf der in der Winterpause von Bremen ausgeliehene Angreifer das Aluminium (40., 52., 56.) - das hat es seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen in der Liga noch nicht gegeben.

Zudem scheiterte Sanogo mit einem Kopfball am wieder genesenen Werder-Schlussmann Tim Wiese (54.).

Da geriet sogar die Doping-Test-Affäre um Andreas Ibertsberger und Christoph Janker in den Hintergrund. (Freispruch für Hoffenheims "Doping-Sünder")

Ibertsberger kontra Diego

Beide am Freitag straffrei gesprochene Profis spielten von Beginn an. "Ich bin erleichtert, dass die Sache jetzt für uns vorbei ist", sagte Ibertsberger (Porträt).

Auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld und Abschirmjäger für Bremens Spielmacher Diego bot der Österreicher eine recht ordentliche Vorstellung.

Vorbei ist "die Sache" für Hoffenheim aber noch nicht. Man habe die "internen Prozesse" verschärft, erklärte Schindelmeiser.

"Stellen uns der Veranwortung"

Soll heißen: Ein Lapsus, wie nach dem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach, als Ibertsberger und Janker nicht über ihre Auslosung zur Doping-Probe informiert worden waren, soll nicht wieder vorkommen.

"Wir stellen uns der Veranwortung. Ich hoffe aber, dass wir den Punkt aus Gladbach nicht aberkannt bekommen", sagte Schindelmeiser.

Der Manager begrüßte zugleich das vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beschlossene neue Chaperon-System: "Damit nimmt man die Beteiligten der Klubs etwas aus der Verantwortung."

Almeida-Kopfball an die Latte

Sportlich wäre vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena ein Torfestival wie beim 5:4 für Werder im Hinspiel möglich gewesen. Für Bremen traf Hugo Almeida mit einem Kopfball die Latte (32.).

Zudem vergab Sturmpartner Claudio Pizarro gleich mehrere hundertprozentige Möglichkeiten.

Kurz vor Schluss verpasste Demba Ba den Sieg für Hoffenheim, als er an Wiese scheiterte (88.).

Schlechteste Team der Rückserie

Bremen verpasste nach den Erfolgserlebnissen im UEFA-Cup und DFB-Pokal in der Liga einen weiteren Schritt nach vorne und bleibt mit drei Punkten als schlechtestes Team des Jahres nur tristes Mittelmaß.

Trainer Thomas Schaaf (Porträt) fühlte sich in Bezug auf den Spielverlauf "hin- und hergerissen".

Genauso erging es Manager Klaus Allofs mit Blick auf das Ergebnis: "Wir treten auf der Stelle. Aber es war zumindest kein Rückschritt."

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