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Zusammen mit Edin Dzeko erzielte Grafite (l.) 26 von 46 VfL-Toren © getty

Wolfsburg hat Probleme gegen den KSC und gewinnt dennoch. Bei den Karlsruhern wird die Luft dünn und auch die Fans werden laut.

Wolfsburg - Schwach gespielt, knapp gewonnen, nüchtern abgehakt - effektiv wie Rekordmeister Bayern München in seinen besten Zeiten mischt der VfL Wolfsburg weiter an der Tabellenspitze mit.

"Ich bin froh, dass wir auch mal ein schwaches Spiel gewonnen haben", sagte VfL-Trainer Felix Magath und die Erleichterung stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Nach fünf Niederlagen gelang Wolfsburg gegen das neue Tabellenschlusslicht Karlsruher SC mit 1:0 (1:0) der erste Bundesligasieg der Vereinsgeschichte (Spielbericht) und es war einer der glücklicheren Sorte.

Was die "Wölfe" den 24.459 Zuschauern präsentierten, war eine Durchschnittsleistung, die den Ansprüchen der bislang besten Mannschaft der Rückrunde (DATENCENTER: Der 23. Spieltag) nur selten gerecht wurde. ad

Matchwinner Dzeko

Lediglich beim Tor des Tages in der 38. Minute blitzte für Sekunden die grundsätzlich vorhandene Klasse auf.

Nach einem Zuckerpass von Zvjezdan Misimovic nahm Edin Dzeko den Ball auf und traf mit einem entschlossenen Flachschuss - es war der zwölfte Saisontreffer des VfL-Torjägers.

Dem KSC fehlt ein Vollblut-Stürmer

Ein Stürmer dieses Zuschnitts fehlte und fehlt den Gästen. Deshalb wird die Luft für die Badener in der Liga immer dünner.

Die mitgereisten Fans hatten nach dem vierten Auswärtsspiel in Folge ohne Torerfolg schon nach rund einer Stunde die Nase gestrichen voll und forderten lautstark die Entlassung von Coach Edmund Becker.

Ohne Tore kein Klassenerhalt

"Wenn wir diese Abschlussschwäche nicht abstellen können, wird es sehr schwer, die für den Klassenerhalt notwendigen Punkte zu holen", meinte der 52-Jährige.

Sein Kapitän Christian Eichner fand weniger wohlgesetzte Worte: "Jetzt können wir nur noch heimfahren und uns in den Arsch beißen".

Dem widersprach auch Torschütze Edin Dzeko nicht: "Der KSC hat gut gespielt aber hat null Punkte. Wir haben drei. Das ist alles, was zählt".

Die Luft wird dünn

Zwar hätte die Gäste auch ein Remis nicht vor dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz gerettet, aber der Punkt wäre ein Signal der Hoffnung vor dem vorentscheidenden Abstiegsduell am kommenden Wochenende gegen Arminia Bielefeld gewesen.

"Es wird enger und enger für uns", analysierte Torhüter Markus Miller, der wegen einer tiefen Fleischwunde im rechten Knie schon nach einer halben Stunde vom Spielfeld getragen wurde, gegen die Ostwestfalen aber vielleicht schon wieder zur Verfügung steht.

Für die Karlsruher war es auch kein Trost, dass Magath sie zum gefühlten Sieger gegen sein eigenes Team adelte: "Der KSC war das bessere Team, unser Sieg war glücklich".

Schwache Vorstellung

Den Gastgebern, besonders Torjäger Grafite (Spielerseite), war anzumerken, dass der VfL Wolfsburg (Vereinsseite) an englische Wochen in Serie noch nicht gewöhnt sind.

Bei allem lobenswerten Einsatzwillen fehlte es quer durch alle Mannschaftsteile an geistiger Frische.

Doch mit diesem Stress ist es nach dem Scheitern im UEFA-Cup und im DFB-Pokal nun vorbei und mit einem weiteren Heimsieg am kommenden Freitag gegen Schalke 04 könnten die Niedersachsen bis auf Rang zwei der Tabelle vorstoßen.

Vorteil Wolfsburg

Außerdem hat der KSC in elf ausstehenden Spielen noch sechsmal den Heimvorteil auf seiner Seite.

Unter den Gästen befinden sich der FC Bayern München, die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen und damit das halbe Feld an direkter Konkurrenz im Meisterkampf oder Kampf um die Champions-League- und UEFA-Cup-Plätze.

Auch wenn der VfL jetzt punktgleich mit Hoffenheim, Bayern und Hamburg ist, will Magath aber, zumindest offiziell, am alten Saisonziel festhalten: "Wir wollen Fünfter werden".

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