Klopp freut sich auf den Start der Champions League. Die richtigen Schlüsse seien gezogen worden, der Kader noch stärker.

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Von Christian Stüwe

München/Hamburg - Das Spiel war hochklassig und dramatisch, die Niederlage denkbar knapp.

Doch das verlorene Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München im Londoner Wembley Stadion scheint bei Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp keine Wunden hinterlassen zu haben.

Ganz im Gegenteil.

"Ich weiß nicht, ob wir schon so weit waren, die Champions League zu gewinnen", sagte Klopp im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Während der FC Bayern nach zwei Finalniederlagen in den Jahren zuvor quasi zum Siegen verdammt gewesen sei, hätte seine Mannschaft das Finale ohne großen Druck angehen können, erklärte Klopp.

"Wenn wir das Ding gewinnen, ist das schön. Wenn nicht, dann nicht", sagte Klopp und blickte nach vorn: "Dann kommen wir eben wieder."

"Große Lust" auf die Champions League

Und idealerweise soll diese Saison alles noch einen Tick besser laufen. Die Vorfreude auf die nächste Runde in der Königklasse war dem BVB-Coach in der Talkrunde deutlich anzumerken.

Trotz der Finalteilnahme in Wembley fühle sich alles immer noch "irgendwie neu und hochspannend" für die Schwarz-Gelben an, erklärte Klopp.

"Wir haben da große Lust drauf", sagte der 46-Jährige: "Und ich hoffe, dass wir da ein bisschen was reißen können."

Dortmund nimmt den nächsten Anlauf

Der Trainer zeigte sich überzeugt davon, die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Saison gezogen zu haben und nun noch besser aufgestellt zu sein.

Am Ende der vergangenen Spielzeit sei sein Team quasi auf dem Zahnfleisch gegangen, berichtete er. Das Finale in London sei "brutal für die Mannschaft" gewesen.

Im Gegensatz zu seinem Gegenüber Jupp Heynckes konnte Klopp nicht auf eine hochklassig besetzte Bank zurückgreifen und wie der bayrische Triplecoach praktisch nach Belieben rotieren.

Klopp hat mehr Alternativen

Die Verantwortlichen des BVB handelten deshallb im Sommer und verpflichteten Henrikh Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang und Verteidiger Sokratis.

Der BVB-Kader erhielt mehr Breite, Klopp mehr Alternativen.

Das zeigt sich am Beispiel von Aubameyang. Der Stürmer startete mit drei Toren gegen Augsburg sensationell in die Bundesliga, saß aber zuletzt nur als Joker auf der Bank.

"Auf der Position haben wir mehrere Möglichkeiten", erklärte Klopp: "Wir müssen uns davon verabschieden, dass immer die gleichen Spieler spielen, damit alle glücklich sind. Wir müssen verschiedene Dinge ausprobieren, damit wir reagieren können, wenn wir reagieren müssen."

"Spüren Götzes Verlust nicht mehr"

Auch den Abgang von Mario Götze zum Rivalen nach München glaubt Klopp kompensiert zu haben.

"Es gibt einen sportlichen und einen menschlichen Verlust, wenn ein Spieler wechselt", erklärte er: "Der Tag, als wir erfahren haben, dass Mario geht, war kein guter Tag. Aber wir empfinden den Wechsel nicht mehr als Verlust, weil wir uns neu orientiert haben."

Mittlerweile zaubert Nachfolger Mkhitaryan im Mittelfeld des BVB, mit zwölf Punkten führt die Mannschaft die Tabelle der Bundesliga an.

"Wir empfinden uns stärker als im letzten Jahr", sagte Klopp: "Wir mussten aus der letzten Saison die richtigen Schlüsse ziehen und glauben, mit diesem Kader alles richtig gemacht zu haben."

Klopp: Gas geben bis zum Schluss

Das soll sich vor allem in der Champions League bemerkbar machen. Selbst wenn der Weg des BVB wieder bis zum Schluss führt, soll der Mannschaft nicht die Puste ausgehen.

"Man muss auch am letzten Spieltag nochmal richtig Gas geben können", sagte Klopp: "Das konnten wir damals nicht."

Das Finale 2014 findet übrigens in Lissabon statt. Der BVB und sein Trainer scheinen für alle Fälle gerüstet.

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