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Holzhauser ist vom VfB Stuttgart an den FC Augsburg ausgeliehen © getty

Nach dem Rauswurf bei Österreichs U 21 muss sich der Mittelfeldspieler auch in Augsburg erklären. Bleibt Reuter versöhnlich?

Von Reinhard Franke

Augsburg - Eigentlich begann alles sehr verheißungsvoll.

Als Raphael Holzhauser in der Sommerpause vom VfB Stuttgart an den FC Augsburg verliehen wurde, sollte sich die Entscheidung für den Vereinswechsel schon bald als richtig herausstellen.

In jedem der bisherigen vier Saisonspiele stand der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler von Anfang an auf dem Platz und überzeugte - vor allem beim 2:1 gegen den VfB war er einer der besten Augsburger.

Grund genug also für das Talent, das aus der Stuttgarter Jugend stammt, gut gelaunt und ausgeglichen in die nächsten Aufgaben zu gehen. Eigentlich.

Auch zwei Kollegen suspendiert

Doch die Freude über seinen persönlichen Aufschwung war offenbar ein wenig zu groß: Bei der österreichischen U 21 sorgte das Talent für einen Eklat.

Als wenn die 2:6-Pleite gegen Europameister Spanien nicht schon schlimm genug gewesen wäre, wurde Holzhauser - immerhin der Kapitän der Junioren - zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Robert Zulj und Marcel Ziegl von Trainer Werner Gregoritsch aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader verbannt.

Beim am Montag anstehenden Spiel gegen Bosnien-Herzegowina fehlt das suspendierte Trio.

Zulj und Ziegl wurden von ihrem Klub SV Ried bereits mit einer Geldstrafe belegt.

"Werden das intern besprechen"

Auch die Augsburger reagieren

"In einer Mannschaft müssen gewisse Regeln eingehalten werden und es kann nicht jeder machen, was er will. Wenn Raphael da ausgeschert ist, dann hat er die Konsequenzen in der Nationalmannschaft zu tragen", sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter im Gespräch mit SPORT1:

"Markus Weinzierl (Augsburgs Trainer, Anm. d. Red.) und ich werden ein deutliches Gespräch mit ihm führen."

Reuter fügte aber hinzu: "Ich denke, Raphael wird weiter bei uns Gas geben und sich gut präsentieren."

Auch FCA-Coach Markus Weinzierl war alles andere als erfreut, als er von der Suspendierung hörte: "Dass uns das natürlich nicht gefällt, ist klar. Aber wir werden das alles intern besprechen", sagte Weinzierl zu SPORT1.

Genauer Grund bleibt unklar

Zu dem eigentlichen Grund der Suspendierung wollte Reuter keine Stellung beziehen. Er habe aber Kontakt zum österreichischen Verband aufgenommen und sei informiert, meinte der 46-Jährige und stellte klar: "Mehr wird da von uns aber nicht kommen."

Wie aus dem Umfeld der österreichischen Nachwuchskicker zu hören ist, sollen es sich Holzhauser und seine Teamkollegen ein wenig zu gut haben gehen lassen - trotz der Pleite gegen Spanien.

Eine offizielle Bestätigung der Vorfälle gab es allerdings auch vom österreichischen Verband nicht.

"Werner Gregoritsch hat sich nach einem internen Vorfall zu dieser Maßnahme entschlossen. Wir haben die abstellenden Vereine darüber in Kenntnis gesetzt. Die volle Konzentration gilt jetzt dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina", sagte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner:

"Die Mannschaft soll sich in Ruhe darauf vorbereiten, weshalb wir zu dieser Angelegenheit keine weiteren Auskünfte erteilen werden."

"Junge Spieler machen Fehler"

Reuter wollte sich in die Belange des Verbandes nicht einmischen.

"Wir legen höchsten Wert auf Disziplin und Ordnung und das hat Raphael bei uns auch bisher alles wunderbar umgesetzt", sagte der FCA-Manager:

"Wenn das bei der Nationalmannschaft nicht der Fall war, war das ein Fehler. Aber junge Spieler machen Fehler. Entscheidend ist, dass man daraus lernt."

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