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Die Bayern bejubeln ihren höchsten Heimsieg in dieser Saison © getty

Die Münchner haben nach dem 5:1-Heimsieg über Hannover nur Augen für die Tabelle. In der Spitzengruppe ist es eng wie selten.

Über den FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Die Blicke gelten der Tabelle.

Punkt- und torgleich stehen die Münchner dort gemeinsam mit Hoffenheim jetzt auf Rang zwei, Hertha BSC Berlin rangiert mit vier Zählern Abstand davor (zur Tabelle).

Kaum ist der erste Schritt aus der Krise getan, will der Meister Richtung Spitze marschieren. Im aufregenden Titelrennen mit dabei sind aber auch die mit dem FCB punktgleichen Wolfsburger und Hamburger.

Eine Hiobsbotschaft gab es am Tag nach dem 5:1-Sieg über Hannover dann allerdings doch. Die Personaldecke beim Rekordmeister für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Sporting Lissabon am Dienstag wird immer dünner. Hamit Altintop erlitt einen Muskelfasserriss in der rechten Wade und wird zwei bis drei Wochen ausfallen.

Dagegen gab es Entwarnung für den ebenfalls ausgewechselten Daniel van Buyten, bei dem eine Kapselzerrung in der Fußwurzel diagnostiziert wurde.

Rensing fordert Taten

Dass der Weg zum Gipfel turbulent werden könnte, darüber macht sich Michael Rensing keine Illusionen.

"In diesem Jahr ist es in der Bundesliga absolut nicht gut gelaufen, wir reden ständig von einer Serie, sollten aber nicht nur davon reden, sondern das auch in Tat umsetzen", sagte der Bayern-Keeper.

Sonst nach den Spielen eher wortkarg, ließ er sich sogar von den TV-Reportern zu einem weiteren Statement überzeugen, "aber nur, weil wir 5:1 gewonnen haben".

"Mich kann im Moment nichts schockieren"

Und er gab Einblick in seine Gemütslage nach dem x-ten Gegentreffer, dem der FCB zuletzt nachhecheln musste. "Ganz ehrlich, im Moment kann mich gar nichts mehr schocken, ich habe nur gedacht: "Scheiße". Dann haben wir aber schnell die Antwort gegeben."

Massimo Oddo reagierte ebenfalls erleichtert auf den "wichtigen Sieg". Gegenüber Sport1.de sagte der Bayern-Verteidiger: "Es war wichtig, an der Spitze dranzubleiben, denn Hertha hat ja gewonnen. Dieser Sieg sollte uns Kraft geben."

Klose mit neuem Selbstbewusstsein

Stürmer Miro Klose nutzte den höchsten Heimsieg in dieser Saison gleich, um einen ihm wichtigen Hinweis loszuwerden: "Wir haben oft genug gezeigt, dass wir Fußball spielen können."

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Dabei agierten die Bayern ohne die verletzten Luca Toni, Franck Ribery und Tim Borowski, Kapitän Mark van Bommel fehlte gelbgesperrt. Doch ihre Stellvertreter machte ihre Sache gegen recht biedere Niedersachsen gut (zum Nachbericht: Befreiungsschlag mit Herz und Kopf).

Wie befreit wirkten sie nach dem Erfolg dennoch alle.

Selbst Nationalstürmer Lukas Podolski wurde nach seiner Auswechslung von Trainer Jürgen Klinsmann herzlich geknufft. Ein kleines Zeichen, welches andeutet, dass sich das Verhältnis zwischen Klinsmann und seinem einstigen Lieblingsschüler ein wenig bessern könnte.

Klinsmann: "Sieg in der Höhe verdient"

Dennoch: "Poldi" verschwand rasch aus dem Bauch der Allianz Arena, murmelte noch kurz ein "Habe-nichts-zu-sagen".

Sein Coach stellte indes mit Befriedigung fest, dass das 5:1 "auch in der Höhe" verdient gewesen sei. Nach der 2:4-Pokalschlappe gegen Leverkusen habe er die "Dinge angesprochen", erklärte der frühere Bundestrainer.

Löw hält zum FCB-Trainer

Und er bekam prompt erneute Unterstützung von seinem Nachfolger Joachim Löw. "Jürgen verfolgt hartnäckig seine Ziele. Er wird kein bisschen nachgeben", sagte er im "ZDF".

Höchstpersönlich verwahrte sich der Nationalcoach gegen das Klischee, dass Klinsmann lediglich ein Motiviations-Meister sein.

Denn: "Selbstverständlich hat Jürgen Klinsmann Ahnung von Taktik. Er hat auf ganz hohem Niveau gespielt, wurde Welt- und Europameister. Außerdem hat er große Trainer wie Cesar Luis Menotti oder Arsene Wenger erlebt."

Auch während der WM 2006 hat Klinsmann laut Löw immer die letzte Entscheidung getroffen.

Taktische Raffinesse und Durchhaltevermögen ist nun auch im Meisterrennen gefragt.

Rummenigge sieht "sehr kuriose Situation"

Karl Heinz Rummenigge hatte den Bayern-Anhang schon im Stadionheft die "sehr kuriose Situation" an der Tabellenspitze nahegelegt, mit "fünf, sechs Mannschaften", die Meister werden können.

Tatsächlich haben Bayern, Hoffenheim, Wolfsburg und der HSV allesamt 42 Punkte gesammelt, nur das Torverhältnis trennt das Quartett elf Spieltage vor Saisonschluss.

Die Münchner müssen als nächstes in der Bundesliga gegen Bochum und Karlsruhe Konstanz beweisen. "Wir müssen aus den nächsten beiden Spielen sechs Punkte holen, dann sieht es noch besser aus für uns", fordert Michael Rensing.

"Es wird spannend", sagt auch Klinsmann.

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