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Seit 2010 Cheftrainer bei Hannover 96: Mirko Slomka © getty

Härtetest für Hannover: Am Samstag geht es für den Tabellendritten zum FCB. Zuvor spricht Trainer Slomka über Pep, Diouf und Europa.

Von Tom Vaagt

München - Drei Siege aus den ersten vier Spielen: Hannover 96 ist glänzend in die Saison gestartet.

Der ganz große Härtetest steht aber erst jetzt an. Am Samstag geht es zu Triple-Sieger Bayern München (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm).

An seinem 46. Geburtstag spricht 96-Coach Mirko Slomka bei SPORT1 über das anstehende Duell gegen den Giganten, das Ziel Europa, den Kampf um den Verbleib von Top-Stürmer Mame Diouf und über Münchens Trainer-Star Pep Guardiola. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Herr Slomka, Hannover 96 hat in der Sommerpause einige Veränderungen im Kader vorgenommen. Dennoch scheint sich die Mannschaft bereits gefunden zu haben. Worauf führen Sie den glänzenden Start in die Saison zurück?

Mirko Slomka: Wir haben in der Sommerpause intensiv gearbeitet und sind nach meiner Auffassung gut vorbereitet in die Saison gegangen. Die Heimspiele waren unter dem Strich überzeugend, alle drei Siege über 90 Minuten gesehen verdient. Die drei Heimspiele an den ersten vier Spieltagen haben sich als Vorteil für uns erwiesen.

SPORT1: Am Samstag geht es zu den Bayern. Man könnte auch sagen: Der Zweite empfängt den Dritten. Ein echtes Spitzenspiel? Oder ist die Tabellenkonstellation nur eine Momentaufnahme?

Slomka: Nur das und nichts anderes. Nach dem 34. Spieltag der vergangenen Saison trennten uns 46 Punkte.

SPORT1: In Hannover träumt man mancherorts bereits jetzt von der Rückkehr in den Europacup. Ist das ein realistisches Ziel?

Slomka: Es liegt an uns, dass es realistisch bleibt. Ich habe dieses Ziel vor der Mannschaft und auch öffentlich formuliert. Und das wollen wir jetzt mit aller Konsequenz und Hingabe verfolgen.

SPORT1: Mame Diouf droht gegen die Bayern auszufallen. Wie kann man einen solchen Top-Stürmer ersetzen?

Slomka: Ob es für Samstag reicht, werden wir sehen. Mame Diouf hat außergewöhnliche Qualitäten und ist einer der Top-Stürmer in der Bundesliga. Wenn es am Samstag nicht gehen sollte, werden wir etwas verändern müssen.

SPORT1: Dioufs Vertrag läuft im kommenden Sommer aus, eine Verlängerung kam bisher nicht zustande. Planen Sie über diesen Zeitpunkt hinaus mit ihm?

Slomka: Ich bin froh und dankbar, dass Mame aktuell Spieler von Hannover 96 ist. Alles andere ist der Job unseres Managers Dirk Dufner. Er führt die Gespräche und versucht, ihn über den kommenden Sommer hinaus an unseren Klub zu binden. Ich meine, dass wir gute Argumente haben, ihn für einen neuen langfristigen Vertrag bei 96 zu begeistern.

SPORT1: Noch einmal zurück zu den Bayern: Bevor die Münchner während der vergangenen Saison Pep Guardiola als künftigen Trainer verpflichteten, galten auch Sie als Kandidat für den FCB. Gab es tatsächlich Kontakt?

Slomka: Wissen Sie: Darüber wurde viel geschrieben und berichtet, es gab eine Reihe von Gerüchten. Ich habe mich daran nie beteiligt. Für mich sind nur Fakten wichtig. Und Fakt ist, dass ich im vergangenen Dezember meinen Vertrag in Hannover verlängert habe und damit eine tolle Aufgabe habe, die mich ständig neu fordert und motiviert. Ich bin sehr gerne Trainer von Hannover 96.

SPORT1: Die Personalie Guardiola ist wahrscheinlich eine der am meisten diskutierten in der Bundesliga-Geschichte. Wie erleben Sie den Trubel um den Spanier aus der Distanz?

Slomka: Ich fand seine ersten Auftritte spannend, seine Deutsch-Kenntnisse sind beeindruckend. Er ist eine Bereicherung für die Bundesliga. Und um den FC Bayern gibt es immer einen Hype. Um den Triple-Sieger FC Bayern einen Mega-Hype und um den Triple-Sieger mit dem neuen Trainer Guardiola eben einen Giga-Hype.

SPORT1: Sie sind schon lang im Geschäft ? dennoch: Ist auch für Sie das Aufeinandertreffen mit Guardiola etwas Besonderes?

Slomka: Ja, durchaus. Aber jede Begegnung gegen den FC Bayern ist ein besonderes Spiel. Die Treffen an Spieltagen sind ja zumeist nur sehr kurz. Umso mehr freue ich mich, wenn Pep Guardiola schon bald die Gelegenheit nutzt und an unseren regelmäßigen Trainer-Tagungen teilnimmt. Dort gibt es ausführlich die Gelegenheit zum Austausch.

SPORT1: Wie kann man Guardiolas Bayern knacken?

Slomka: Indem an einem Tag vieles zusammen kommt: Die Bayern selbst nicht ihre Bestform erreichen und die eigene Mannschaft über 90 Minuten konzentriert und nahezu fehlerlos agiert. Das wären die Voraussetzungen. Die geben einem aber auch noch nicht die Garantie, dass es dann klappt.

SPORT1: Kann das auch elf Tage später im Pokal gelingen?

Slomka: (lächelt) Die Frage würde ich am allerliebsten erst am Samstagabend beantworten, wenn wir in München etwas Zählbares mitgenommen hätten.

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