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Rene Adler hält wenig von der Zurückhaltung seines Trainers © getty

Rene Adler gibt sich vor dem Gastspiel bei Borussia Dortmund kämpferisch und fährt seinem Trainer in die Parade.

Von Jan Reinold

München ? Rene Adler versuchte alles, sogar "gebohrt" habe er, berichtete der Torhüter des Hamburger SV. Leider vergeblich.

Borussia Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels weigerte sich während der gemeinsamen Länderspielreise auf die Färöer beharrlich, Adler irgendwelche Insiderinformationen über den BVB zu stecken.

"Er ist da nicht so ganz drauf angesprungen", berichtete Adler. Und auch bei Sven Bender hatte er wenig bis gar keinen Erfolg. "Auch der", musste Adler vor dem Duell mit Bundesliga-Tabellenführer Dortmund einsehen, "hält sich bedeckt".

"Abgedroschen und Quatsch"

Der HSV muss am heutigen Samstag also ohne Tipps des Gegners in Dortmund (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) antreten, und vielleicht findet Trainer Thorsten Fink ja deshalb, man habe da "nichts zu verlieren". Schließlich ist Dortmund als einziges Team in dieser Saison noch ohne jeglichen Punktverlust.

Adler findet allerdings, die Aussage seines Trainers sei "abgedroschen und Quatsch". Denn: "Es geht schon um drei Punkte, die wir gut gebrauchen können."

Fink dürfte die Aussage seines Torwarts nicht gefallen, aber immerhin dürfte man sich beim HSV einig sein, dass eine Niederlage in Dortmund Ungemach verheißt. Der zarte Aufschwung dank des klaren 4:0 gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig vor der Länderspiel-Pause wäre wohl gleich wieder dahin.

HSV muss "kratzen und beißen"

Mut machen könnte dem HSV die letzte Saison, als man beide Spiele gegen die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp gewann.

Beim 3:2 im eigenen Stadion feierte Hamburg nicht nur die ersten Punkte der Saison und das erfolgreiche Heim-Debüt von Rückkehrer Rafael van der Vaart, sondern fügte dem BVB auch nach 31 Spielen die erste Niederlage zu. Und in der Rückrunde folgte ein 4:1 in Dortmund, was laut Adler "vielleicht unser bestes Spiel der vergangenen Saison" war.

Fink aber will davon wenig wissen, mehr als ein kleiner Mutmacher sei das nicht. "Es bringt ja nichts, wenn wir da stehen und sagen, letztes Jahr haben wir gewonnen. Dann werden sie uns mit 3:0, 4:0 vom Hof jagen", betont der 45-Jährige: "Wir müssen richtig Gas geben, kratzen, beißen und kämpfen, damit wir dort einen Punkt holen."

BVB-Schreckgespenster fehlen HSV

Ganz Unrecht hat Fink natürlich nicht, zumal beim HSV zwei Protagonisten des 4:1 am heutigen Samstag nicht dabei sein werden.

Heung-Min Son, der von den sieben Hamburger Toren in den letzten beiden Duellen mit dem BVB vier erzielte, spielt inzwischen in Leverkusen.

Und Artjom Rudnevs, der im Februar einen Doppelpack schnürte, steht zwar noch beim HSV unter Vertrag, fehlt in Dortmund aber aufgrund von Adduktorenproblemen.

Hamburg braucht also neue "Dortmund-Helden", wie die "Welt" schrieb. Neuzugang Pierre-Michael Lasogga kommt dafür wohl noch nicht infrage.

"Ich bin Realist", meinte die Hertha-Leihgabe: "Ich war vier Wochen mit einer Außenband-Verletzung raus. Ich freue mich, wenn ich beim BVB-Spiel auf der Bank sitze."

Klopp stützt Hummels

Dort wird sich Mats Hummels beim BVB wohl nicht wiederfinden. Dortmunds Abwehrchef erhielt in der Nationalmannschaft gegen Österreich und die Färöer zwar eine Denkpause, Klopp aber stärkte Hummels den Rücken.

"Die Innenverteidigung (des DFB-Teams, d. Red.) hat gegen die Färöer sehr gut funktioniert", spottete Klopp: "Das freut mich."

Weniger Freude hatte der Erfolgstrainer allerdings an den letzten beiden Spielen gegen Hamburg, und daher fordert er nun "Wiedergutmachung" und den fünften Sieg im fünften Ligaspiel.

"Die erste extreme Phase der Saison beginnt mit dem Heimspiel gegen den HSV", sagte Dortmunds Trainer mit Blick auf die kommenden englischen Wochen mit Champions League und DFB-Pokal: "Wir haben ein bisschen was vor."

Verzichten muss der BVB dabei möglicherweise auf Jakub Blaszczykowski (Innenband-Zerrung), Robert Lewandowski (Sehnenreizung am Knie) sollte hingegen ebenso zur Verfügung stehen wie die zuletzt angeschlagenen Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Nuri Sahin.

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