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Eintracht Braunschweig wartet weiter auf den ersten Punkt in der Bundesliga © getty

Braunschweig ist derzeit schlechtester Aufsteiger der Geschichte, auch der Club taumelt. Die Stimmung ist trotzdem unterschiedlich.

Braunschweig - Vier Spiele, null Punkte, 1:9 Tore, letzter Platz - aber keine miese Stimmung?

Aufsteiger Eintracht Braunschweig gibt sich trotz eines miserablen Saisonstarts vor dem Kellerduell gegen den 1. FC Nürnberg (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) tiefenentspannt.

"Die Ausgangsposition, von allen abgeschrieben zu sein, ist durchaus komfortabel", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht vor der richtungweisenden Partie.

Der 40 Jahre alte Aufstiegsheld steht bei den Löwen außerhalb jeder Diskussion, alles andere als brutaler Abstiegskmpf wäre in Braunschweig eine Überraschung.

Lieberknecht: "Ein Lernprozess"

"Bei uns überwiegt der Stolz, in der Bundesliga dabei zu sein", sagt Lieberknecht. Doch mit null Punkten absteigen will natürlich auch Lieberknecht nicht - und fordert deshalb, dass seine Mannschaft endlich zu ihrer Form findet.

"Jeder Spieler darf auch weiterhin Fehler machen, aber wir dürfen den Mut nicht verlieren", sagte der Ex-Profi:

"Wir haben viel auf die Mütze bekommen - in allen Bereichen. Das ist ein Findungs- und Lernprozess, den die Mannschaft durchstehen muss. Das Team genießt dabei mein größtmögliches Vertrauen."

Wiesinger unter Druck

Großes Vertrauen spürt Nürnberg-Trainer Michael Wiesinger indes nicht mehr. Zwei Punkte und der vorletzte Platz sind für den Club zu wenig. Und schon wird der Trainer angezählt, bei einer weiteren Niederlage dürfte die Diskussion noch einmal an Schärfe zunehmen.

"Es ist ein wichtiges Spiel", sagt Wiesinger und meint in Gedanken wohl "ein sehr wichtiges Spiel". Denn gewinnt Nürnberg auch gegen die bisher so harmlosen Braunschweiger nicht, könnte es für Wiesinger schon bald eng werden. "Wir sind in der Pflicht", sagt der frühere Bayern Profi.

Immerhin: Neuzugang Makoto Hasebe steht nach seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg vor seinem Debüt und soll die wacklige Defensive der Nürnberger stabilisieren.

Schlechtester Aufsteiger der Geschichte

Während der Druck in Nürnberg also schon ziemlich erhöht ist, dürfen die Braunschweiger zumindest offiziell weiter verlieren. Dabei ist die punktlose Eintracht mit der Tordifferenz von minus acht bereits der schlechteste Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte nach vier Spielen.

"Jeder von uns, Spieler und Trainer-Team, wusste, dass es keine einfache Aufgabe wird. Wir haben Spieler in unseren Reihen, die vor dreieinhalb Jahren Oberliga oder Regionalliga gespielt haben", sagte Torjäger Domi Kumbela fast entschuldigend der "Bild":

"Vielleicht haben wir noch ein bisschen zu viel Respekt, weil man auf einmal gegen einen van der Vaart, Gündogan und wie die alle heißen spielt. Und vielleicht hat uns auch das kleine Stück Mut gefehlt, weil wir vorne keine Fehler machen wollten."

Hoffnung auf ersten Bundesliga-Sieg

Doch damit soll es nun vorbei sein - hofft Lieberknecht. Zwar habe es sein Team dem Gegner in den ersten Spielen oft einfach gemacht, "aber es gab auch eine Latte an positiven Dingen. Die Mannschaft ist willig und konzentriert und zeigt keinerlei Auflösungserscheinungen", sagt Lieberknecht.

Gegen Nürnberg soll endlich der erste Bundesliga-Sieg der Eintracht seit dem seit dem 1. Juni 1985. her.

Lieberknecht verspürt angeblich "keinen besonderen Druck", von mieser Stimmung sei keine Spur. Das kann sein Gegenüber Michael Wiesinger nicht unbedingt behaupten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Braunschweig: Petkovic - Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel - Kratz, Theuerkauf - Bellarabi, Kruppke, Boland - Kumbela

Nürnberg: Schäfer - Feulner, Nilsson, Pogatetz, Plattenhardt - Balitsch, Hasebe - Mak, Frantz (Kiyotake), Drmic - Ginczek

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)

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