vergrößern verkleinern
Kevin-Prince Boateng erzielt gegen Mainz sein insgesamt fünftes Bundesliga-Tor © getty

Der 10-Millionen-Mann beschert Schalke mit einem Schlenzer den Sieg in Mainz. Nur beim Faktenwissen zeigt Boateng Schwächen.

Von Denis de Haas

München/Mainz ? Kevin-Prince Boateng feierte sein Erfolgserlebnis auf die romantische Art.

Mit den Fingern formte der Gefühlsmensch den Buchstaben M und grüßte seine Lebensgefährtin Melissa Satta.

"Das Tor habe ich meiner Freundin gewidmet!", sagte der Spieler des FC Schalke 04 nach dem 1:0-Erfolg beim FSV Mainz 05 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Boateng machte in einer schwachen Bundesliga-Spiel den Unterscheid aus. (BERICHT: Boateng schlenzt Schalke aus Niemandsland).

Er überzeugte wieder als Kämpfertyp und zeigte dem Publikum zudem seine überragende Schusstechnik.

Fehler von Okazaki

Es lief die 35. Minute, als sich der Mainzer Shinji Okazaki einen hanebüchenden Abspielfehler leistete.

Boateng schnappte sich den Ball und schlenzte ihn ins lange Eck. Der rechte Innenpfosten war dabei mit den Schalkern im Bunde.

Somit konnte Boateng seinen ersten Bundesliga-Treffer seit dem 19. Mai 2007 feiern.

"Ich glaube, dass war auch gegen Mainz", sagte der 26-Jährige bei "Sky".

Damit lag er falsch, für Hertha BSC traf er damals beim Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt.

Heldt lobt Qualitätsspieler

Sein schlechtes Faktenwissen stört auf Schalke aber niemanden. Der Verein ist überzeugt, die zehn Millionen Euro für den Ghanaer gut angelegt zu haben.

"Man hat vom ersten Training an gemerkt, dass er alle mitreißt und ein absoluter Qualitätsspieler ist", sagte Manager Horst Heldt über den Zugang vom AC Mailand.

Aber nicht nur mit Boateng scheint den Schalkern ein Glücksgriff gelungen zu sein.

Mit der Verpflichtung von Dennis Aogo scheint Heldt eine große Baustelle geschlossen zu haben. Der Leihspieler vom Hamburger SV überzeugt als Linksverteidiger.

Löw sieht guten Aogo

Dass wird auch Joachim Löw nicht entgangen sein. Der Bundestrainer weilte in Mainz und sah einen guten Aogo.

Der 26-Jährige spielte nach der USA-Reise im Juni zuletzt keine Rolle mehr im DFB-Team.

Da Löw aber neben Marcel Schmelzer von Boruusia Dortmund einen zweiten Linksverteidiger braucht, kann sich Aogo in dieser Form berechtigte Hoffnungen auf ein WM-Ticket machen.

Während auf Schalke die neuen Spieler begeistern, sorgte ein Neu-Mainzer für Unmut. FSV-Trainer Thomas Tuchel ärgerte sich über Shinji Okazakis schweren Fehler.

"Wir haben den offensiven Drive der Schalker von Beginn an verhindert. Erst durch diesen katastrophalen Fehlpass bringen wir die ins Spiel", meckerte der 40-Jährige.

Tuchel fordert Elfmeter

Okazaki war nicht der einzige Mann auf dem Platz, an dem Tuchel Kritik übte. Auch an Peter Sippels Leistung hatte der Mainzer Coach etwas auszusetzen.

Der Schiedsrichter verweigerte den Rheinhessen einen Elfmeter. Joel Matip war Gegenspieler Okazaki nach einem hohen Ball in den Rücken gesprungen.

"Überall auf dem Feld wird das zweifellos als Foul gepfiffen. Dann verstehe ich nicht, wieso nicht auch im Sechzehner", sagte Tuchel verärgert.

Er muss also weiter auf einen Heimsieg gegen den Schalker waren. Als Mainz die Gelsenkirchner zuletzt mit einer Niederlage nach Hause schickten, hieß der FSV-Trainer noch Jürgen Klopp.

Warten auf den Heimsieg

Das war in der Saison 2005/06. Die Spielzeit, in der Kevin-Prince Boateng seine ersten Partien in der Bundesliga bestritt.

Damals galt er noch als der große "Bad Boy". Doch dieses Image scheint Boateng loszuwerden.

Er macht jetzt mit seinen Leistungen von sich reden. Und mit den Liebesbeweisen an die Freundin.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel