Bremen spielt gegen Frankfurt wie ein Absteiger. Der Druck wächst. Auch in München wo Sportchef Sammer die Spieler kritisiert.

Dreimal ist Bremer Recht. Die Redensart heißt in der Hansestadt so viel wie: Nach zwei misslungenen Versuchen bekommt man immer noch eine Chance.

Doch diese hat der SV Werder am Samstagnachmittag kläglich vertan. Beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt kassierten die Norddeutschen ihre dritte Pleite in Folge.

Aber was die Sache erst so richtig schlimm macht: Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt spielte wie ein Absteiger.

[image id="25a7d52c-63cc-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Nach zwei Siegen zum Saisonbeginn befinden sich die Grün-Weißen im freien Fall. Das blamable Aus im DFB-Pokal beim Drittligisten Saarbrücken war also wohl doch mehr als nur ein Betriebsunfall.

Leblos, hilflos - hoffnungslos? Dass es für Dutt nicht einfach sein würde, die Nachfolge des ewigen Thomas Schaaf anzutreten, war zu erwarten. Doch klar ist auch: Nach nur sechs Pflichtspielen steht der neue Werder-Coach bereits mächtig unter Druck.

Das gilt genauso für die Mannschaft, der es auch an einer Persönlichkeit fehlt, die andere mitreißt.

Am kommenden Wochenende geht es zum Nordderby zu den ebenfalls kriselnden Hamburgern. Nur wenn die Bremer sich dort so desolat präsentieren wie gegen Frankfurt, wird es die vierte Niederlage in Serie setzen.

Spätestens dann wird sich zeigen, wie es um die Geduld der Werder-Verantwortlichen bestellt ist.

In München ist der Geduldsfaden zumindest bei Matthias Sammer bereits gerissen. Nach dem 2:0 gegen Hannover gab der Sportdirektor des FC Bayern wieder einmal den Chef-Mahner und kritisierte die Einstellung der Spieler.

Die Profis des Rekordmeisters würden momentan nur emotionslos ihren Stiefel herunterspielen, mäkelte der Europameister von 1996.

Rechtzeitig vor dem Start der Champions League am Dienstag und dem Beginn des Oktoberfestes am kommenden Samstag nordete Sammer die Bayern richtig ein. So hatte er es auch in der vergangenen Saison nach dem 5. Spieltag getan, auch nach einem 2:0 - übrigens gegen Werder Bremen.

Sammers Worte zeigten Wirkung, der FCB gewann das Triple. Ob dieser Triumph wiederholbar ist, bleibt abzuwarten. Fest steht aber: Man wird sich um die Bayern auch in dieser Saison keine Sorgen machen müssen.

Um Werder Bremen schon.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel