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Frankfurts Bellaid und Chris (v.l.n.r.) klären gegen Bielefelds Sadik © getty

Im Kellerduell zwischen Bielefeld und Frankfurt fehlen Stürmer-Qualitäten hüben wie drüben. Mit dem Remis sind aber beide nicht unzufrieden.

Von Christian Stüwe

München - Nicht wenige Faktoren hatten schon vor der Partie zwischen Arminia Bielefeld und Eintracht Frankfurt auf ein 0:0 hingedeutet:

Zwei Mannschaften im Abstiegskampf, stark ersatzgeschwächt, ohne ihre besten Stürmer - zudem würde eine Punkteteilung beide Teams auf Klassenerhalt-Kurs halten.

Als es dann in Bielefeld wirklich so am, wirkten die Reaktionen auf die Nullnummer dementsprechend aufgeräumt:

"Wir werden immer zusammen mit Cottbus als der erste Abstiegskandidat gehandelt und sind noch immer in der Situation, die Klasse halten zu können", erklärte Michael Frontzeck angesichts der Tatsache, weiter einen Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz zu haben.

"Von Kampf geprägt"

Bielefelds Trainer sah beide Teams im Soll: "Frankfurt hat das sehr geschickt gemacht, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man muss bis zum Schluss aufpassen, das man nicht selber einen kriegt."

Auch sein Eintracht-Pendant Friedhelm Funkel war unter den gegebenen Umständen nicht unzufrieden:

"Man konnte kein gutes Spiel erwarten, es war von Kampf geprägt. Ich bin froh, dass wir einen Punkt mitgenommen haben." (Ergebnisse und Tabelle )

Offensivpersonal fehlt auf beiden Seiten

Schon im Vorfeld waren die Verletzungssorgen speziell bei der Eintracht das bestimmende Thema gewesen: Ein gutes Dutzend Spieler waren ausgefallen. Besonders das etatmäßige Sturm-Duo Nikos Liberopoulos und Martin Fenin wurde vermisst.

Bei Bielefeld wiederum war Torgarant Artur Wichniarek kurzfristig mit Wadenproblemen ausgefallen. (Die Bundesliga-Torjäger)

"Wir haben kein gutes Bundesligaspiel gesehen. Beide Mannschaften mussten zu viele wichtige Spieler ersetzen", erklärte Funkel hinterher.

Kaum Torgefahr

Das Fehlen der Stürmer mit Torinstinkt machte sich dabei besonders deutlich bemerkbar: Obwohl man hüben wie drüben zumindest zeitweise engagiert zu Werke ging und nach vorn gespielt wurde, blieb echte Torgefahr Mangelware.

"Es war klar, dass das ein Geduldsspiel wird", analysierte Wichniarek bereits in der Halbzeit: "Keine Mannschaft will einen Fehler machen."

Allerdings: Die Eintracht bewies genauso, in dieser Saison gegen Mannschaften offenbar nicht verlieren zu können, die in der Tabelle hinter ihr stehen. Sollte diese Serie halten, müssen sich die Hessen eigentlich keine Abstiegssorgen machen. (Der Tabellenrechner)

Hoffen auf die Rückkehrer

Vor dem anstehenden Match gegen Hoffenheim ruhen die Hoffnungen außerdem auf den Schultern der Rückkehrer - wie schon so oft in dieser Saison. "Russ und Fenin sind gegen Hoffenheim wieder dabei. Ich hoffe, dass auch Liberopoulos wieder fit ist", erklärte Funkel: "Dann sieht es wieder besser aus."

Dass die Saison für die Eintracht trotzdem irgendwie verkorkst ist, wird sich nicht mehr ändern. Immerhin stellt die Mannschaft Woche für Woche ihren Willen und Kampfgeist unter Beweis:

"Wir haben in dieser Saison mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Das machen wir, das hat man gesehen. Es wird aber bis zum Ende ganz schwierig", so Funkel.

"Eichhörnchen-Taktik"

Während die Eintracht das Feld der Abstiegskandiaten durch kontinuierliches Punkten gegen Mitkonkurrenten anführt, sieht das bei der Arminia anders aus.

Immer wieder wird in Ostwestfalen von der "Eichhörnchen-Taktik" gesprochen. Die Arminen haben bereits zwölf Punkteteilungen vorzuweisen - gegen direkte Konkurrenten gab es zu Haus schon fünf Remis.

"Wir müssen schauen, dass wir jetzt auch mal wieder einen Dreier einfahren", erklärte Daniel Halfar: "Dann klappt das auch mit dem Klassenerhalt." Schon in der nächsten Woche wartet auf die Arminia ein Spiel gegen einen Direktkonkurrenten: In Karlsruhe kann eine Mannschaft auf Distanz gehalten werden, die noch tiefer rangiert.

Frontzeck fordert einen Dreier

Ein Remis könnte also durchaus erneut genügen - auch wenn Frontzeck wie Halfar einen Dreier fordert: "Wir müssen auch mal wieder Spiele gewinnen, um die Klasse zu halten."

Betrachtet man die Konstellation, scheint ein weiteres Remis jedoch gar nicht so unwahrscheinlich. In Bielefeld wäre man letztlich sicher nicht unglücklich darüber...

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