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Raphael Schäfer sicher Nürnberg ein Remis in Braunschweig © getty

Die Eintracht zeigt gegen Nürnberg eine starke Vorstellung. Doch der Club-Torwart verhindert mit Wahnsinns-Paraden den Sieg.

Von Denis de Haas

Braunschweig - Die Fans im Eintracht-Stadion sangen in einer Tour. Sie honorierten die Leistung einer Braunschweiger Mannschaft, die am Sonntagabend gute Unterhaltung bot.

"Steht auf, wenn ihr Löwen seid", sangen die Anhänger über weite Strecken der zweiten Halbzeit. Die große Jubelarie nach Schlusspfiff blieb allerdings aus.

Die Braunschweiger holten durch ein 1:1 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg zwar den ersten Bundesliga-Punkt nach über 28 Jahren. ((BERICHT: Braunschweig verfehlt Befreiungsschlag))

Doch das war angesichts der Spielanteile zu wenig. Der Tabellenletzte verpasste somit den großen Befreiungsschlag. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Braunschweigs Partyschreck hieß am Sonntag Raphael Schäfer. Der Nürnberger Schlussmann rettete den Franken mit Wahnsinns-Paraden das Remis und brachte die Gastgeber zur Verzweiflung. (776530Bilder des Spiels)

Paraden gegen Bicakci und Reichel

So kratzte er acht Minuten vor dem Ende einen Kopfball von Emin Bicakcic von der Linie. In der Nachspielzeit parierte Schäfer auch Ken Reichels Distanzkracher. "Heute hat Eintracht Braunschweig gegen Raphael Schäfer gespielt", sagte Marc Arnold später bei "Sky".

Braunschweigs Sportlicher Leiter lobte aber auch die eigene Truppe. "Wenn ich die Leistung unserer Mannschaft sehe, muss ich sagen: Hut ab!", erklärte Arnold.

Das sah Braunschweigs Trainer ähnlich. "Wir haben immer wieder gesehen, dass wir durchaus eine Berechtigung haben, in dieser Liga zu spielen", sagte Torsten Lieberknecht.

21 Torschüsse standen am Ende für den Aufsteiger auf der Habenseite. Wenn die Angreifer aber mal nicht an Schäfer scheiterten, dann am eigenen Unvermögen: Domi Kumbela und Karim Bellarabi machten ordentlich Wirbel, ihre Chancen vergaben sie aber meistens überhastet.

Ellabdellaoui beendet Durststrecke

So musste ein Mittelfeldspieler in die Bresche springen. Omar Ellabdellaoui erzielte nach einer schönen Kombination das Braunschweiger Ausgleichsor (70.).

Zuletzt konnten Eintracht-Fans am 1. Juni 1985 einen Bundesliga-Treffer im eigenen Stadion bejubeln.

Hlousek erlebt Glücksmoment

Nicht ganz so lange befand sich Adam Hlousek im Wartestand. Der Nürnberger feierte langer Leidenszeit mit zwei Kreuzbandrissen sein Bundesliga-Comeback.

Nach 533 Tagen Zwangspause hatte er direkt einen Glücksmoment: Hlousek drückte nach 27 Minuten Timothy Chandlers Hereingabe über die Linie. "Das war ein schöner Moment", sagte Hlousek hinterher.

Schäfer wettert gegen Team

Der andere Nürnberger Punkt-Garant konnte den Abend jedoch nicht genießen. Schäfer machte nach Spielschluss seinen Unmut Luft.

"Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft auf Normalform kommen, das sind wir nicht. Wir haben zu viele Leute, die ihrer Form hinterherlaufen, das tut uns als Mannschaft weh", sagte der Keeper.

"Glücklicher Punkt"

Auch sein Trainer hielt sich mit Kritik nicht zurück. "Wir brauchen es nicht schön reden, das war ein glücklicher Punkt", sagte Michael Wiesinger. Solche Leistungen werden die Position des Club-Coaches nicht stärken.

Nürnberg wartet nach fünf Spieltagen immer noch auf den ersten Sieg. Und in der nächsten Woche kommt Borussia Dortmund an den Valznerweiher.

Da muss Schäfer vermutlich eine ähnlich starke Vorstellung zeigen.

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