SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold wundert sich über die kritischen Worte von Bayerns Sportvorstand. Dortmund warnt er vor Neapel.

Hallo Fußball-Freunde,

ich persönlich sehe die Lage in München nicht ganz so kritisch wie Bayerns Sportchef Matthias Sammer nach dem Sieg gegen Hannover. Sammer sieht die Spiele von der Bank aus, er spürt die Stimmung in der Kabine und will dafür sorgen, dass die Spannung in der Mannschaft hoch ist.

Das Spiel gegen 96 war aber typisch für ein Wochenende nach einem Länderspiel. Da wird auch mal ein Profi eingesetzt, der normalerweise nicht erste Wahl ist. Man will einfach drei Punkte einfahren. Mit Blick auf die anstehenden englischen Wochen muss man auch aufpassen, dass man nicht überzieht.

Pep Guardiola hat so einen starken Kader, er kann am Dienstag in der Champions League gegen Moskau sogar Spieler für das schwere Spiel auf Schalke am kommenden Samstag schonen. Ich bin sicher, dass die Bayern gegen ZSKA gewinnen, dafür ist der Qualitätsunterschied einfach zu groß.

So war das am Samstag auch in Dortmund. Der BVB hat gegen Hamburg viele Torchancen kreiert und schnell 2:0 geführt, aber es hat mich schon ein wenig gewundert, als es auf einmal 2:2 stand. Gegen den HSV, der eine Mannschaft in der Findungsphase ist. Danach hat die Borussia aber ihre Stärken ausgespielt.

In der Champions League erwartet den BVB jedoch eine äußerst schwere Aufgabe. Neapel hat eine starke Mannschaft und in Rafa Benitez einen Trainerfuchs, den ich auch persönlich gut kenne.

Neapel hat zwar ein paar Probleme in der Defensive, aber vorn haben sie enorme Klasse. Higuain, Hamsik, das sind Spieler mit enormen Potenzial. 80.000 Zuschauer sorgen für eine beeindruckende Atmosphäre, die ich aus meiner Zeit beim AS Rom kenne. Das ist ein echter Hexenkessel.

Nach der Finalteilnahme in der vergangenen Saison wird Dortmund in Europa nun ganz anders wahrgenommen, niemand nimmt sie auf die leichte Schulter. Wenn Dortmund ein Unentschieden holt, wäre es ein Erfolg.

Leverkusen hat durch die vergangene Saison an Selbstvertrauen gewonnen und auch in dieser Spielzeit einen guten Start hingelegt. Dennoch ist Bayer in Manchester der klare Underdog. Bei United muss man allerdings auch erst einmal sehen, wie sie unter ihrem neuen Teammanager zurechtkommen. Dennoch sind sie im Old Trafford natürlich der Favorit.

Schalke hat mit Kevin-Prince Boateng einen sehr guten Griff getan. Sein Transfer ist für Schalke und die Bundesliga sensationell. In der Champions League sollte Schalke in jedem Fall die K.o.-Runde erreichen. Die Gruppe ist machbar.

Bis zum nächsten Mal,Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt wöchentlich als Kolumnist für SPORT1.

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