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Andreas Müller ist seit Mai 2006 Manager bei "Königsblau" - und am Montag weg, heißt es © imago

Laut Medienberichten ist die Entlassung des Managers schon beschlossen. Ein Gespräch am Montag soll nur noch Formsache sein.

Von Christian Stüwe

München - Offenbar ist die Zeit von Schalke-Manager Andreas Müller abgelaufen.

Nach Informationen der "Neuen Ruhr Zeitung" werden Präsident Josef Schnusenberg und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies Müller am Montag seine Beurlaubung mitteilen.

Bereits am Samstag hatte sich der Aufsichtsrat in der Fleischfabrik von Tönnies in Rheda getroffen und entschieden, Müller am Montagvormittag zum Gespräch zu laden.

"Vom Ausgang dieses Gesprächs", hatte Tönnies verkündet, werde die Zukunft des Managers abhängen. (Müller vor dem Aus )

Müller im Fadenkreuz der Fan-Kritik

Doch offensichtlich ist die Entscheidung bereits gefallen, das Gespräch am Montag sei lediglich noch eine Formalität, hieß es.

Auch wenn das von den Verantwortlichen nach wie vor dementiert wird. "Reine Spekulation", erklärte Geschäftsführer Peter Peters.

Dennoch sind die Würfel anscheinend gefallen. Müller geriet zuletzt mehr und mehr ins Fadenkreuz aufgebrachter Fans, die wegen des Vorwurfs verfehlter Transferpolitik seinen Rauswurf forderten.

Trotz der Dementis verweigerte auch der Aufsichtsrat ein klares Bekenntnis zum Manager. Diese Außendarstellung ärgerte auch Müller: "Das Bekenntnis gibt es ganz deutlich innen, aber es wirkt nicht nach außen."

Nachfolger schon in den nächsten Tagen?

In diesem Punkt scheint sich Müller jedoch zu irren. Denn auch intern hat der Manager nun wohl das Vertrauen verloren.

"Wir haben Müller vier Jahre lang ein Treuebekenntnis gegeben", meinte Tönnies. "Und es war ja auch eine gute Zeit. Aber es gilt weiterhin, dass eine solche Frage vor allem vom Erfolg abhängig ist."

Das zuletzt von dem Manager vorgestellte Konzept, mit dem er Schalke für die Wirtschaftskrise wappnen wollte, nannte Tönnies zudem "mittlerweile überholt".

Am 14. März trifft sich der Aufsichtsrat der Schalker zu einer Sondersitzung, auf der formaljuristisch die Beurlaubung des UEFA-Cup-Siegers von 1997 beschlossen werden soll.

Wie die "NRZ" weiter berichtet, soll schon in den nächsten Tagen auch bereits der Nachfolger Müllers präsentiert werden. Olaf Thon soll dem Blatt zufolge kein Kandidat für den Manager-Posten sein.

Rutten darf wohl weiter machen

Interessanterweise darf der ebenso höchst umstrittene Trainer Fred Rutten, dem Müller bis zuletzt die Treue hielt, offenbar weiter machen.

Damit müsste Müller allein die Konsequenzen für die derzeitige Krise der Gelsenkirchener übernehmen.

Die Verpflichtung Ruttens durch Müller dürfte einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der möglichen Beurlaubung haben, wie auch der DSF-Experte und frühere Schalke-Trainer Udo Lattek zu glauben weiß.

"Schmeiß' den Rutten raus"

"Nach meinen Informationen sieht es so aus, dass Andreas Müller der einzige ist, der den Trainer entlassen kann", erklärte Lattek im DSF-Doppelpass.

"Er will aber den Trainer nicht entlassen, weil er zu ihm steht. Ich habe noch einen Draht zu Schalke - Fakt ist: Im Verlauf der letzten Woche sind Clemens Tönnies und Josef Schnusenberg zu Müller hingegangen und haben gesagt: 'Schmeiß' den Rutten raus!' Fakt soll auch sein, dass Müller 'Nein' gesagt hat."

Wilmots fordert eine Entscheidung

Marc Wilmots, der frührere Schalker Spieler und Mannschaftskamerad von Müller fordert im "kicker" eine klare Entscheidung. "Ich kann Müller sehr gut verstehen, wenn er vom Aufsichtsrat eine klare Entscheidung fordert: Entweder setzt man vorbehaltlos auf ihn oder man muss sich trennen."

Der UEFA-Cup-Sieger von 1997 fordert die Verantwortlichen auf, zu handeln: "Früher hatten wir auf Schalke einen starken Mann, der die Richtung vorgab - und die anderen folgten. Das war die Basis des Erfolgs. Deshalb muss auch jetzt eine klare Entscheidung her, so oder so."

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